Tagesevangelium

Dienstag, 1 März 2022 : Kommentar Hl. Katharina von Siena

[Die heilige Katharina hörte Gott zu ihr sagen:] Als Petrus Jesus fragte: „Siehe, wir haben alles verlassen und sind dir nachgefolgt. Was werden wir dafür bekommen?“, da antwortete ihm meine Ewige Wahrheit: Ihr werdet „dafür das Hundertfache erhalten und das ewige Leben erben“ (vgl. Mt 19,27–29). Es ist, als habe er ihm sagen wollen: „Petrus, du hast gut daran getan, alles zu verlassen; denn anders hättest du mir nicht nachzufolgen können. Ich aber gebe dir in diesem Leben für das Eine das Hundertfache! Und was, geliebte Tochter, bedeutet dieses Hundertfache, dem später noch das ewige Leben folgen soll? Was verstand meine Ewige Wahrheit darunter und was wollte sie damit sagen? Sprach sie von zeitlichen Gütern? Nicht direkt, auch wenn ich diese manchmal vervielfache zugunsten derer, die großzügig Almosen geben. Aber was ist dann gemeint? Wisse: Wenn einer mir seinen Willen übergibt, schenkt er mir „eine“ Sache: seinen Willen. Und für diese eine Sache gebe ich ihm das „Hundertfache“. Warum gerade die Zahl „hundert“? Weil hundert die vollkommene Zahl ist; du kannst ihr nichts hinzufügen, ohne wieder bei eins zu beginnen. Ebenso ist die Liebe die vollkommenste aller Tugenden, man kann zu keiner höheren aufsteigen. Beginne bloß immer neu bei der Selbsterkenntnis, um erneut das Hundertfache an Verdiensten zu erlangen. Weiter kannst du es nicht bringen. Und dies Hundertfache wird denen gegeben, die mir das „Eine“, nämlich ihren eigenen Willen – im allgemeinen und besonderen Gehorsam – dahingegeben haben. Mit diesem Hundertfachen erlangt ihr das ewige Leben. […] Dieses Hundertfache ist das Feuer der göttlichen Liebe. Und weil sie [die Heiligen] dieses Hundertfache von mir empfangen haben, befinden sie sich in wunderbarer Glückseligkeit, die ihr ganzes Herz erfüllt.

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Dienstag, 1 März 2022 : Aus dem Heiligen Evangelium nach Markus - Mk 10,32-45.

In jener Zeit, als Jesus und seine Jünger auf dem Weg hinauf nach Jerusalem waren, ging Jesus voraus. Die Leute wunderten sich über ihn, die Jünger aber hatten Angst. Da versammelte er die Zwölf wieder um sich und kündigte ihnen an, was ihm bevorstand. Er sagte: Wir gehen jetzt nach Jerusalem hinauf; dort wird der Menschensohn den Hohenpriestern und den Schriftgelehrten ausgeliefert; sie werden ihn zum Tod verurteilen und den Heiden übergeben; sie werden ihn verspotten, anspucken, geißeln und töten. Aber nach drei Tagen wird er auferstehen. Da traten Jakobus und Johannes, die Söhne des Zebedäus, zu ihm und sagten: Meister, wir möchten, dass du uns eine Bitte erfüllst. Er antwortete: Was soll ich für euch tun? Sie sagten zu ihm: Lass in deinem Reich einen von uns rechts und den andern links neben dir sitzen. Jesus erwiderte: Ihr wisst nicht, um was ihr bittet. Könnt ihr den Kelch trinken, den ich trinke, oder die Taufe auf euch nehmen, mit der ich getauft werde? Sie antworteten: Wir können es. Da sagte Jesus zu ihnen: Ihr werdet den Kelch trinken, den ich trinke, und die Taufe empfangen, mit der ich getauft werde. Doch den Platz zu meiner Rechten und zu meiner Linken habe nicht ich zu vergeben; dort werden die sitzen, für die diese Plätze bestimmt sind. Als die zehn anderen Jünger das hörten, wurden sie sehr ärgerlich über Jakobus und Johannes. Da rief Jesus sie zu sich und sagte: Ihr wisst, dass die, die als Herrscher gelten, ihre Völker unterdrücken und die Mächtigen ihre Macht über die Menschen missbrauchen. Bei euch aber soll es nicht so sein, sondern wer bei euch groß sein will, der soll euer Diener sein, und wer bei euch der Erste sein will, soll der Sklave aller sein. Denn auch der Menschensohn ist nicht gekommen, um sich dienen zu lassen, sondern um zu dienen und sein Leben hinzugeben als Lösegeld für viele.

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Dienstag, 1 März 2022 : Psalm 147,12-13.14-15.19-20.

Jerusalem, preise den Herrn, lobsinge, Zion, deinem Gott! Denn er hat die Riegel deiner Tore festgemacht, die Kinder in deiner Mitte gesegnet. Er verschafft deinen Grenzen Frieden, und sättigt dich mit bestem Weizen. Er sendet sein Wort zur Erde, rasch eilt sein Befehl dahin. Er verkündet Jakob sein Wort, Israel seine Gesetze und Rechte. An keinem andern Volk hat er so gehandelt, keinem sonst seine Rechte verkündet.

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Dienstag, 1 März 2022 : Erster Brief des Apostels Petrus 1,18-25.

Liebe Brüder! Ihr wisst, dass ihr aus eurer sinnlosen, von den Vätern ererbten Lebensweise nicht um einen vergänglichen Preis losgekauft wurdet, nicht um Silber oder Gold, sondern mit dem kostbaren Blut Christi, des Lammes ohne Fehl und Makel. Er war schon vor der Erschaffung der Welt dazu ausersehen, und euretwegen ist er am Ende der Zeiten erschienen. Durch ihn seid ihr zum Glauben an Gott gekommen, der ihn von den Toten auferweckt und ihm die Herrlichkeit gegeben hat, so dass ihr an Gott glauben und auf ihn hoffen könnt. Der Wahrheit gehorsam, habt ihr euer Herz rein gemacht für eine aufrichtige Bruderliebe; darum hört nicht auf, einander von Herzen zu lieben. Ihr seid neu geboren worden, nicht aus vergänglichem, sondern aus unvergänglichem Samen: aus Gottes Wort, das lebt und das bleibt. Denn alles Sterbliche ist wie Gras, und all seine Schönheit ist wie die Blume im Gras. Das Gras verdorrt, und die Blume verwelkt; doch das Wort des Herrn bleibt in Ewigkeit. Dieses Wort ist das Evangelium, das euch verkündet worden ist.

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Montag, 28 Februar 2022 : Kommentar Die Dreigefährtenlegende des hl. Franz von Assisi

Einige Tage nach seiner Rückkehr nach Assisi wählten ihn seine Gefährten eines Abends zum Anführer, damit er nach Belieben die Kosten trage. Er ließ also ein üppiges Mahl bereiten, wie er es schon oft getan hatte. Nach dem Schmaus gingen sie ins Freie; die Gefährten schritten allesamt vor ihm her, und so zogen sie singend durch die Stadt. Er selbst trug gleichsam als Anführer einen Stab in der Hand und ging ein wenig hinter ihnen her; aber statt zu singen, war er in Gedanken versunken. Und siehe, plötzlich wird er vom Herrn heimgesucht und sein Herz mit solcher Süßigkeit erfüllt, dass er weder sprechen noch sich von der Stelle bewegen konnte […] Als aber seine Gefährten sich umblickten und sahen, wie weit er sich von ihnen entfernt hatte, kehrten sie zu ihm zurück und hielten ihn, der gleichsam schon in einen anderen Menschen verwandelt war, erschrocken fest. Und sie fragten ihn: „An was hast du gedacht, da du uns nicht nachgekommen bist? Hast du vielleicht daran gedacht, eine Frau zu nehmen?“ Mit lebhafter Stimme antwortete jener: „Ihr habt die Wahrheit gesagt; denn ich habe daran gedacht, mir eine Braut zu nehmen, die edler, reicher und schöner ist, als ihr je eine gesehen habt.“ Da verlachten sie ihn. […] Für kurze Zeit zog er sich von der weltlichen Unruhe zurück und war bestrebt, Jesus Christus im inneren Menschen zu bergen. Er verbarg die Perle, die er um den Kaufpreis all seiner Habe zu erwerben wünschte, vor den Augen der Spötter (vgl. Mt 13,46). Oft, ja fast täglich begab er sich im Geheimen zum Gebet. Dazu drängte ihn jene geheimnisvolle Süßigkeit, die ihn immer öfter heimsuchte und ihn so von der Piazza und anderen öffentlichen Orten weg zum Gebet antrieb. Zwar war er schon lange ein Wohltäter der Armen, doch von jetzt an beschloss er noch fester in seinem Herzen, künftig keinem Armen, der ihn um Gottes willen bitte, etwas abzuschlagen, vielmehr noch freigebiger und reichlicher als gewöhnlich Almosen zu spenden. Immer wenn er konnte, versorgte er deshalb jeden Armen, der ihn außerhalb des Hauses um ein Almosen anflehte, mit Geld. Hatte er aber kein Geld, gab er den Hut oder den Ledergürtel, um den Armen nicht leer fortzuschicken. Hatte er aber auch das nicht bei sich, ging er an eine verborgene Stelle, zog sein Hemd aus und schickte den Armen diskret dorthin, damit er es um Gottes willen für sich hole.

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Montag, 28 Februar 2022 : Aus dem Heiligen Evangelium nach Markus - Mk 10,17-27.

In jener Zeit lief ein Mann auf Jesus zu, fiel vor ihm auf die Knie und fragte ihn: Guter Meister, was muss ich tun, um das ewige Leben zu gewinnen? Jesus antwortete: Warum nennst du mich gut? Niemand ist gut außer Gott, dem Einen. Du kennst doch die Gebote: Du sollst nicht töten, du sollst nicht die Ehe brechen, du sollst nicht stehlen, du sollst nicht falsch aussagen, du sollst keinen Raub begehen; ehre deinen Vater und deine Mutter! Er erwiderte ihm: Meister, alle diese Gebote habe ich von Jugend an befolgt. Da sah ihn Jesus an, und weil er ihn liebte, sagte er: Eines fehlt dir noch: Geh, verkaufe, was du hast, gib das Geld den Armen, und du wirst einen bleibenden Schatz im Himmel haben; dann komm und folge mir nach! Der Mann aber war betrübt, als er das hörte, und ging traurig weg; denn er hatte ein großes Vermögen. Da sah Jesus seine Jünger an und sagte zu ihnen: Wie schwer ist es für Menschen, die viel besitzen, in das Reich Gottes zu kommen! Die Jünger waren über seine Worte bestürzt. Jesus aber sagte noch einmal zu ihnen: Meine Kinder, wie schwer ist es, in das Reich Gottes zu kommen! Eher geht ein Kamel durch ein Nadelöhr, als dass ein Reicher in das Reich Gottes gelangt. Sie aber erschraken noch mehr und sagten zueinander: Wer kann dann noch gerettet werden? Jesus sah sie an und sagte: Für Menschen ist das unmöglich, aber nicht für Gott; denn für Gott ist alles möglich.

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Montag, 28 Februar 2022 : Psalm 111(110),1-2.5-6.9.10c.

Den Herrn will ich preisen von ganzem Herzen im Kreis der Frommen, inmitten der Gemeinde. Groß sind die Werke des Herrn, kostbar allen, die sich an ihnen freuen. Er gibt denen Speise, die ihn fürchten, an seinen Bund denkt er auf ewig. Er hat seinem Volk seine machtvollen Taten kundgetan, um ihm das Erbe der Völker zu geben. Er gewährte seinem Volk Erlösung und bestimmte seinen Bund für ewige Zeiten. Furchtgebietend ist sein Name und heilig, Die Furcht des Herrn ist der Anfang der Weisheit; alle, die danach leben, sind klug. Sein Ruhm hat Bestand für immer.

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Montag, 28 Februar 2022 : Erster Brief des Apostels Petrus 1,3-9.

Gepriesen sei der Gott und Vater unseres Herrn Jesus Christus: Er hat uns in seinem großen Erbarmen neu geboren, damit wir durch die Auferstehung Jesu Christi von den Toten eine lebendige Hoffnung haben und das unzerstörbare, makellose und unvergängliche Erbe empfangen, das im Himmel für euch aufbewahrt ist. Gottes Macht behütet euch durch den Glauben, damit ihr das Heil erlangt, das am Ende der Zeit offenbart werden soll. Deshalb seid ihr voll Freude, obwohl ihr jetzt vielleicht kurze Zeit unter mancherlei Prüfungen leiden müsst. Dadurch soll sich euer Glaube bewähren, und es wird sich zeigen, dass er wertvoller ist als Gold, das im Feuer geprüft wurde und doch vergänglich ist. So wird eurem Glauben Lob, Herrlichkeit und Ehre zuteil bei der Offenbarung Jesu Christi. Ihn habt ihr nicht gesehen, und dennoch liebt ihr ihn; ihr seht ihn auch jetzt nicht; aber ihr glaubt an ihn und jubelt in unsagbarer, von himmlischer Herrlichkeit verklärter Freude, da ihr das Ziel des Glaubens erreichen werdet: euer Heil.

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Sonntag, 27 Februar 2022 : Kommentar Hl. Katharina von Siena

Wer auf die Erkenntnis der Wahrheit – Christus, den süßen Jesus – gegründet ist, der wird den Frieden und die Ruhe seiner Seele in der barmherzigen Liebe erfahren und verkosten. Diese Barmherzigkeit erhält die Seele durch diese Erkenntnis. Es gibt zwei wesentliche Möglichkeiten, diese Wahrheit zu erkennen. Zunächst muss man anerkennen, dass alles, was existiert, in Gott und um Gottes willen geliebt werden muss, der die Wahrheit selbst ist und ohne den nichts existiert. Wer sich von der Wahrheit trennt, geht auf dem Weg der Lüge und folgt dem Teufel, dem Vater der Lüge. Ich sage, dass es vor allem zwei Möglichkeiten gibt, die Wahrheit zu erkennen. Die erste ist, die Wahrheit Gottes zu erkennen, der uns mit unaussprechlicher Liebe liebt. Er hat uns geliebt bevor wir existierten; er hat uns aus Liebe geschaffen, damit wir das ewige Leben haben und für immer die vollkommene Glückseligkeit genießen. So war und so ist die Wahrheit. Was ist der Beweis dafür, dass es so ist? Das Blut, das mit so glühender Liebe für uns vergossen wurde. […] Wir müssen schließlich die Wahrheit in unserem Nächsten – ob groß oder klein, ob Diener oder Herr – erkennen und sehen. Wenn wir ihn etwas tun sehen und er uns auffordert, dasselbe zu tun, müssen wir prüfen, ob diese Sache auf der Wahrheit beruht oder nicht, und aus welchem Grund sie unternommen wird. Wer das nicht tut, handelt wie ein Tor, wie ein Blinder, der einem anderen Blinden folgt, der von der Lüge geleitet wird, und er zeigt, dass er die Wahrheit nicht in sich hat und sie nicht sucht. Manchmal sind einige so töricht, dass sie für diese Sache das Leben der Seele und des Leibes mit ihren zeitlichen Gütern verlieren, und sie kümmern sich nicht darum, weil sie blind sind und nicht wissen, was sie wissen sollten: Sie wandeln in der Finsternis.

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Sonntag, 27 Februar 2022 : Aus dem Heiligen Evangelium nach Lukas - Lk 6,39-45.

In jener Zeit sprach Jesus zu seinen Jüngern: Kann ein Blinder einen Blinden führen? Werden nicht beide in eine Grube fallen? Der Jünger steht nicht über seinem Meister; jeder aber, der alles gelernt hat, wird wie sein Meister sein. Warum siehst du den Splitter im Auge deines Bruders, aber den Balken in deinem eigenen Auge bemerkst du nicht? Wie kannst du zu deinem Bruder sagen: Bruder, lass mich den Splitter aus deinem Auge herausziehen!, während du den Balken in deinem eigenen Auge nicht siehst? Du Heuchler! Zieh zuerst den Balken aus deinem Auge; dann kannst du versuchen, den Splitter aus dem Auge deines Bruders herauszuziehen. Es gibt keinen guten Baum, der schlechte Früchte hervorbringt, noch einen schlechten Baum, der gute Früchte hervorbringt. Jeden Baum erkennt man an seinen Früchten: Von den Disteln pflückt man keine Feigen, und vom Dornstrauch erntet man keine Trauben. Ein guter Mensch bringt Gutes hervor, weil in seinem Herzen Gutes ist; und ein böser Mensch bringt Böses hervor, weil in seinem Herzen Böses ist. Wovon das Herz voll ist, davon spricht der Mund.

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