Tagesevangelium

Dienstag, 14 Dezember 2021 : Kommentar Hl. Petrus Chrysologus

Johannes der Täufer lehrt in Worten und Taten. Als wahrer Lehrer zeigt er durch sein Beispiel, was sein Mund redet. Das Wissen macht den Lehrer, aber das Verhalten ist es, was Autorität verleiht. Wer belehren will, muss diese eine Regel beachten: durch Taten lehren. Unterweisung durch Worte ist Wissensvermittlung; wenn das Wissen aber in Taten umgesetzt wird, ist es Tugend. Authentisch ist also nur das Wissen, das mit der Tugend verbunden ist: Sie ist es, sie allein, die göttlich ist und nicht bloß menschlich. […] „In jenen Tagen trat Johannes der Täufer auf und verkündete in der Wüste von Judäa: Kehrt um! Denn das Himmelreich ist nahe“ (Mt 3,1–2). „Kehrt um.“ Warum sagt er stattdessen nicht: „Freut euch“? „Freut euch vielmehr, weil die menschlichen Wirklichkeiten den göttlichen weichen, die irdischen den himmlischen, die zeitlichen den ewigen, das Böse dem Guten, die Ungewissheit der Sicherheit, der Kummer dem Glück, das Vergängliche dem ewig Bleibenden. Das Himmelreich ist nahe. Kehrt um.“ Dein Verhalten soll offenbar machen, dass du umgekehrt bist. Du, der du das Menschliche dem Göttlichen vorgezogen hast, der du lieber Sklave der Welt sein wolltest, als mit dem Herrn der Welt die Welt zu überwinden, kehr um! Du, der du die Freiheit, die dir die Tugenden verschafft hätten, gemieden hast, weil du das Joch der Sünde tragen wolltest: Kehr um! Kehr wirklich um, der du aus Angst, das wahre Leben zu besitzen, dich dem Tod ausgeliefert hast.

weiterlesen

Dienstag, 14 Dezember 2021 : Aus dem Heiligen Evangelium nach Matthäus - Mt 21,28-32.

In jener Zeit sprach Jesus zu den Hohenpriestern und den Ältesten des Volkes: Was meint ihr? Ein Mann hatte zwei Söhne. Er ging zum ersten und sagte: Mein Sohn, geh und arbeite heute im Weinberg! Er antwortete: Ja, Herr!, ging aber nicht. Da wandte er sich an den zweiten Sohn und sagte zu ihm dasselbe. Dieser antwortete: Ich will nicht. Später aber reute es ihn, und er ging doch. Wer von den beiden hat den Willen seines Vaters erfüllt? Sie antworteten: Der zweite. Da sagte Jesus zu ihnen: Amen, das sage ich euch: Zöllner und Dirnen gelangen eher in das Reich Gottes als ihr. Denn Johannes ist gekommen, um euch den Weg der Gerechtigkeit zu zeigen, und ihr habt ihm nicht geglaubt; aber die Zöllner und die Dirnen haben ihm geglaubt. Ihr habt es gesehen, und doch habt ihr nicht bereut und ihm nicht geglaubt.

weiterlesen

Dienstag, 14 Dezember 2021 : Psalm 34(33),2-3.6-7.17-18.19.23.

Ich will den Herrn allezeit preisen; immer sei sein Lob in meinem Mund. Meine Seele rühme sich des Herrn; die Armen sollen es hören und sich freuen. Blickt auf zu ihm, so wird euer Gesicht leuchten, und ihr braucht nicht zu erröten. Da ist ein Armer; er rief, und der Herr erhörte ihn. Er half ihm aus all seinen Nöten. Das Antlitz des Herrn richtet sich gegen die Bösen, um ihr Andenken von der Erde zu tilgen. Schreien die Gerechten, so hört sie der Herr; er entreißt sie all ihren Ängsten. Nahe ist der Herr den zerbrochenen Herzen, er hilft denen auf, die zerknirscht sind. Der Herr erlöst seine Knechte; straflos bleibt, wer zu ihm sich flüchtet.

weiterlesen

Dienstag, 14 Dezember 2021 : Buch Zefanja 3,1-2.9-13.

So spricht der Herr: Weh der trotzigen, der schmutzigen, der gewalttätigen Stadt. Sie will nicht hören und nimmt sich keine Warnung zu Herzen. Sie verlässt sich nicht auf den Herrn und sucht nicht die Nähe ihres Gottes. Dann werde ich die Lippen der Völker verwandeln in reine Lippen, damit alle den Namen des Herrn anrufen und ihm einmütig dienen. Von jenseits der Ströme von Kusch bringen mir meine Verehrer dann als Gabe die Gemeinde meiner Verstreuten. An jenem Tag brauchst du dich nicht mehr zu schämen, wegen all deiner schändlichen Taten, die du gegen mich verübt hast. Ja, dann entferne ich aus deiner Mitte die überheblichen Prahler, und du wirst nicht mehr hochmütig sein auf meinem heiligen Berg. Und ich lasse in deiner Mitte übrig ein demütiges und armes Volk, das seine Zuflucht sucht beim Namen des Herrn. Der Rest von Israel wird kein Unrecht mehr tun und wird nicht mehr lügen, in ihrem Mund findet man kein unwahres Wort mehr. Ja, sie gehen friedlich auf die Weide, und niemand schreckt sie auf, wenn sie ruhen.

weiterlesen

Montag, 13 Dezember 2021 : Kommentar Hl. Cyrill von Jerusalem

Außer Mose wurden auch die Propheten gesandt, um Israel zu heilen. Doch sie bemühten sich unter Tränen darum, denn es gelang ihnen nicht, das Böse zu überwinden. Einer von ihnen fasste es in die Worte: „Weh mir! […] Verschwunden sind die Treuen im Land“ (Mi 7,1–2). […] Groß war die Wunde des Menschengeschlechts: „Vom Kopf bis zum Fuß kein heiler Fleck, nur Beulen, Striemen und frische Wunden, sie sind nicht ausgedrückt, nicht verbunden, nicht mit Öl gelindert“ (Jes 1,6). Die vom Klagen erschöpften Propheten sagten: „Ach, käme doch vom Zion Hilfe für Israel“ (Ps 14(13),7). […] Ein anderer Prophet fleht: „Herr, neig deinen Himmel, und steig herab“ (Ps 144(143),5). Die Wunden des Menschengeschlechts sind zu schlimm für unsere Heilmittel. Sie haben deine Propheten getötet und deine Altäre zerstört (vgl. 1 Kön 19,10). Wir können unserem Elend nicht abhelfen; wir brauchen dich, um wieder auf die Beine zu kommen. Der Herr hat das Gebet der Propheten erhört. Der Vater hat unser tödlich verletztes Geschlecht nicht verachtet; er sandte seinen eigenen Sohn als Arzt vom Himmel. „Dann kommt plötzlich der Herr, den ihr sucht“ sagt ein Prophet. Wohin? „In seinen Tempel“ (vgl. Mal 3,1), dorthin, wo ihr seinen Propheten gesteinigt habt (vgl. 2 Chr 24,21). […] Gott selbst sagt sogar: „Siehe, ich komme und wohne in deiner Mitte, und viele Völker werden sich dem Herrn anschließen“ (vgl. Sach 2,14–15). […] „Nun komme ich, um die Völker aller Sprachen zusammenzurufen“, denn „er kam in sein Eigentum, aber die Seinen nahmen ihn nicht auf“ (Joh 1,11). Du kommst; und was gibst du den Völkern? „Ich komme, um die Völker aller Sprachen zusammenzurufen, und ich stelle bei ihnen ein Zeichen auf“ (vgl. Jes 66,18–19). In der Tat werde ich nach meinem Kampf am Kreuz jedem meiner Knechte das königliche Siegel auf die Stirn drücken (vgl. Offb 7,3). Ein anderer Prophet sagte: „Er neigte den Himmel und fuhr herab, zu seinen Füßen dunkle Wolken“ (Ps 18(17),10). Doch seine Herabkunft vom Himmel blieb den Menschen unbekannt.

weiterlesen

Montag, 13 Dezember 2021 : Aus dem Heiligen Evangelium nach Matthäus - Mt 21,23-27.

In jener Zeit, als Jesus in den Tempel ging und dort lehrte, kamen die Hohenpriester und die Ältesten des Volkes zu ihm und fragten: Mit welchem Recht tust du das alles? Wer hat dir dazu die Vollmacht gegeben? Jesus antwortete ihnen: Auch ich will euch eine Frage stellen. Wenn ihr mir darauf antwortet, dann werde ich euch sagen, mit welchem Recht ich das tue. Woher stammte die Taufe des Johannes? Vom Himmel oder von den Menschen? Da überlegten sie und sagten zueinander: Wenn wir antworten: Vom Himmel!, so wird er zu uns sagen: Warum habt ihr ihm dann nicht geglaubt? Wenn wir aber antworten: Von den Menschen!, dann müssen wir uns vor den Leuten fürchten; denn alle halten Johannes für einen Propheten. Darum antworteten sie Jesus: Wir wissen es nicht. Da erwiderte er: Dann sage auch ich euch nicht, mit welchem Recht ich das alles tue.

weiterlesen

Montag, 13 Dezember 2021 : Psalm 25(24),4-5.6-7.8-9.

Zeige mir, Herr, deine Wege, lehre mich deine Pfade! lehre mich deine Pfade! Führe mich in deiner Treue und lehre mich; denn du bist der Gott meines Heiles. Auf dich hoffe ich allezeit. Denk an dein Erbarmen, Herr, und an die Taten deiner Huld; denn sie bestehen seit Ewigkeit. Denk nicht an meine Jugendsünden und meine Frevel! In deiner Huld denk an mich, Herr, denn du bist gütig. Gut und gerecht ist der Herr, darum weist er die Irrenden auf den rechten Weg. Die Demütigen leitet er nach seinem Recht, die Gebeugten lehrt er seinen Weg.

weiterlesen

Montag, 13 Dezember 2021 : Buch Numeri 24,2-7.15-17a.

In jenen Tagen als Bileam aufblickte, sah er Israel im Lager, nach Stämmen geordnet. Da kam der Geist Gottes über ihn, er begann mit seinem Orakelspruch und sagte: Spruch Bileams, des Sohnes Beors, Spruch des Mannes mit geschlossenem Auge, Spruch dessen, der Gottesworte hört, der eine Vision des Allmächtigen sieht, der daliegt mit entschleierten Augen: Jakob, wie schön sind deine Zelte, wie schön deine Wohnstätten, Israel! Wie Bachtäler ziehen sie sich hin, wie Gärten am Strom, wie Eichen, vom Herrn gepflanzt, wie Zedern am Wasser. Von seinen Schöpfeimern rinnt das Wasser, reichlich Wasser hat seine Saat. Sein König ist Agag überlegen, seine Königsherrschaft erstarkt. Und er begann mit seinem Orakelspruch und sagte: Spruch Bileams, des Sohnes Beors, Spruch des Mannes mit geschlossenem Auge, Spruch dessen, der Gottesworte hört, der die Gedanken des Höchsten kennt, der eine Vision des Allmächtigen sieht, der daliegt mit entschleierten Augen: Ich sehe ihn, aber nicht jetzt, ich erblicke ihn, aber nicht in der Nähe: Ein Stern geht in Jakob auf, ein Zepter erhebt sich in Israel. Er zerschlägt Moab die Schläfen und allen Söhnen Sets den Schädel.

weiterlesen

Sonntag, 12 Dezember 2021 : Kommentar Hl. Johannes Paul II.

„Freut euch im Herrn zu jeder Zeit! […] Der Herr ist nahe“ (Phil 4,4–5). Mit diesen Worten des Apostels Paulus lädt uns die Liturgie zur Freude ein. Der heutige dritte Sonntag in der Adventszeit wird aus diesem Grund auch „Gaudete“ genannt. […] Der Advent ist eine Zeit der Freude, denn er lässt uns aufs neue die Erwartung des freudigsten Ereignisses der Geschichte erleben: die Geburt des Sohnes Gottes aus der Jungfrau Maria. Zu wissen, dass Gott nicht fern ist, sondern nahe, nicht gleichgültig, sondern mitleidsvoll, nicht ein Fremder, sondern ein barmherziger Vater, der sich unter Achtung unserer Freiheit liebevoll um uns kümmert: all dies ist Grund zu tiefer Freude, der selbst die Wechselfälle des alltäglichen Lebens nichts anhaben können. Es ist ein unverwechselbares Kennzeichen der christlichen Freude, dass sie sehr wohl auch neben dem Leid bestehen kann, denn sie gründet vollkommen auf der Liebe. In der Tat kommt der Herr – der uns so „nahe“ ist, dass er Mensch wurde –, um uns seine Freude, die Freude zu lieben, einzuflößen. Nur so lässt sich die unbeschwerte Freude der Märtyrer verstehen auch inmitten aller Prüfungen oder das Lächeln der Heiligen der Nächstenliebe angesichts der Menschen im Elend: ein Lächeln, das nicht verletzt, sondern tröstet. „Sei gegrüßt, du Begnadete, der Herr ist mit dir“ (Lk 1,28). Die Verkündigung des Engels an Maria ist eine Einladung zur Freude. Bitten wir die allerseligste Jungfrau um die Gabe der christlichen Freude.

weiterlesen

Sonntag, 12 Dezember 2021 : Aus dem Heiligen Evangelium nach Lukas - Lk 3,10-18.

In jener Zeit fragten die Leute den Johannes den Täufer: Was sollen wir also tun? Er antwortete ihnen: Wer zwei Gewänder hat, der gebe eines davon dem, der keines hat, und wer zu essen hat, der handle ebenso. Es kamen auch Zöllner zu ihm, um sich taufen zu lassen, und fragten: Meister, was sollen wir tun? Er sagte zu ihnen: Verlangt nicht mehr, als festgesetzt ist. Auch Soldaten fragten ihn: Was sollen denn wir tun? Und er sagte zu ihnen: Misshandelt niemand, erpresst niemand, begnügt euch mit eurem Sold! Das Volk war voll Erwartung, und alle überlegten im stillen, ob Johannes nicht vielleicht selbst der Messias sei. Doch Johannes gab ihnen allen zur Antwort: Ich taufe euch nur mit Wasser. Es kommt aber einer, der stärker ist als ich, und ich bin es nicht wert, ihm die Schuhe aufzuschnüren. Er wird euch mit dem Heiligen Geist und mit Feuer taufen. Schon hält er die Schaufel in der Hand, um die Spreu vom Weizen zu trennen und den Weizen in seine Scheune zu bringen; die Spreu aber wird er in nie erlöschendem Feuer verbrennen. Mit diesen und vielen anderen Worten ermahnte er das Volk in seiner Predigt.

weiterlesen