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In jenen Tagen sprach Mose zum Volk: Wenn du die ersten Erträge von den Früchten des Landes darbringst, dann soll der Priester den Korb aus deiner Hand entgegennehmen und ihn vor den Altar des Herrn, deines Gottes, stellen. Du aber sollst vor dem Herrn, deinem Gott, folgendes Bekenntnis ablegen: Mein Vater war ein heimatloser Aramäer. Er zog nach Ägypten, lebte dort als Fremder mit wenigen Leuten und wurde dort zu einem großen, mächtigen und zahlreichen Volk. Die Ägypter behandelten uns schlecht, machten uns rechtlos und legten uns harte Fronarbeit auf. Wir schrien zum Herrn, dem Gott unserer Väter, und der Herr hörte unser Schreien und sah unsere Rechtlosigkeit, unsere Arbeitslast und unsere Bedrängnis. Der Herr führte uns mit starker Hand und hoch erhobenem Arm, unter großem Schrecken, unter Zeichen und Wundern aus Ägypten, er brachte uns an diese Stätte und gab uns dieses Land, ein Land, in dem Milch und Honig fließen. Und siehe, nun bringe ich hier die ersten Erträge von den Früchten des Landes, das du mir gegeben hast, Herr. Wenn du den Korb vor den Herrn, deinen Gott, gestellt hast, sollst du dich vor dem Herrn, deinem Gott, niederwerfen.
Was ist der vollkommene Wille Gottes für uns? Du sollst heilig werden. Die Heiligkeit ist das größte Geschenk, das Gott uns machen kann, denn dafür hat er uns geschaffen. Für jemanden, der liebt, ist der Gehorsam mehr als eine Pflicht, er ist das eigentliche Geheimnis der Heiligkeit. Der heilige Franziskus erinnert uns daran: Jeder von uns ist das, was er in Gottes Augen ist – nicht mehr und nicht weniger. Wir sind alle berufen, Heilige zu werden. An dieser Berufung ist nichts Außergewöhnliches. Wir sind alle nach Gottes Ebenbild geschaffen worden, um zu lieben und geliebt zu werden. Jesus wünscht sich unsere Vollkommenheit mit unaussprechlichem Verlangen. „Das ist es, was Gott will: eure Heiligung“ (1 Thess 4,3). Sein heiligstes Herz ist von einer unstillbaren Sehnsucht erfüllt, uns auf dem Weg zur Heiligkeit voranschreiten zu sehen. Wir sollten täglich unseren Entschluss erneuern, uns zu größerem Eifer anzuspornen, so wie am ersten Tag unserer Bekehrung. Sagen wir: „Herr, mein Gott, komm mir zu Hilfe bei meinen guten Vorsätzen in deinem heiligen Dienst, und gib mir die Gnade, noch heute ernsthaft zu beginnen, denn was ich bisher getan habe, ist nichts.“ Wir können nicht erneuert werden, wenn wir nicht die Demut haben, zu erkennen, was in uns der Erneuerung bedarf.
In jener Zeit sah Jesus einen Zöllner namens Levi am Zoll sitzen und sagte zu ihm: Folge mir nach! Da stand Levi auf, verließ alles und folgte ihm. Und er gab für Jesus in seinem Haus ein großes Festmahl. Viele Zöllner und andere Gäste waren mit ihnen bei Tisch. Da sagten die Pharisäer und ihre Schriftgelehrten voll Unwillen zu seinen Jüngern: Wie könnt ihr zusammen mit Zöllnern und Sündern essen und trinken? Jesus antwortete ihnen: Nicht die Gesunden brauchen den Arzt, sondern die Kranken. Ich bin gekommen, um die Sünder zur Umkehr zu rufen, nicht die Gerechten.
Wende dein Ohr mir zu, erhöre mich, Herr! Denn ich bin arm und gebeugt. Beschütze mich, denn ich bin dir ergeben! Hilf deinem Knecht, der dir vertraut! Du bist mein Gott. Sei mir gnädig, o Herr! Den ganzen Tag rufe ich zu dir. Herr, erfreue deinen Knecht; denn ich erhebe meine Seele zu dir. Herr, du bist gütig und bereit zu verzeihen, für alle, die zu dir rufen, reich an Gnade. Herr, vernimm mein Beten, achte auf mein lautes Flehen!
So spricht der Herr: Wenn du dann rufst, wird der Herr dir Antwort geben, und wenn du um Hilfe schreist, wird er sagen: Hier bin ich. Wenn du der Unterdrückung bei dir ein Ende machst, auf keinen mit dem Finger zeigst und niemand verleumdest, Wenn du dann rufst, wird der Herr dir Antwort geben, und wenn du um Hilfe schreist, wird er sagen: Hier bin ich. dem Hungrigen dein Brot reichst und den Darbenden satt machst, dann geht im Dunkel dein Licht auf und deine Finsternis wird hell wie der Mittag. Der Herr wird dich immer führen, auch im dürren Land macht er dich satt und stärkt deine Glieder. Du gleichst einem bewässerten Garten, einer Quelle, deren Wasser niemals versiegt. Deine Leute bauen die uralten Trümmerstätten wieder auf, die Grundmauern aus der Zeit vergangener Generationen stellst du wieder her. Man nennt dich den Maurer, der die Risse ausbessert, den, der die Ruinen wieder bewohnbar macht. Wenn du am Sabbat nicht aus dem Haus gehst und an meinem heiligen Tag keine Geschäfte machst, wenn du den Sabbat den Tag der Wonne nennst, einen Ehrentag den heiligen Tag des Herrn, wenn du ihn ehrst, indem du keine Gänge machst, keine Geschäfte betreibst und keine Verhandlungen führst, dann wirst du am Herrn deine Wonne haben, dann lasse ich dich über die Höhen der Erde dahinfahren und das Erbe deines Vaters Jakob genießen. Ja, der Mund des Herrn hat gesprochen.
Überlasse dich der Reue, meine Seele; vereinige dich im Geiste mit Christus; schluchze laut: „Vergib mir meine bösen Taten, damit ich von dir, dem Einen Guten (vgl. Mk 10,18) die Vergebung und das ewige Leben empfange“. […] Mose und Elija, diese Feuersäulen, waren groß in ihren Werken. […] Sie sind die ersten unter den Propheten. Sie redeten freimütig mit Gott, nahten sich ihm gern, um zu beten und von Angesicht zu Angesicht mit ihm zu sprechen (vgl. Ex 34,5; 1 Kön 19,13) – etwas Erstaunliches und Unglaubliches! Und doch waren sie darauf bedacht, das Fasten zu üben, das sie zu Gott führte (vgl. Ex 34,28; 1 Kön 19,8). Das Fasten also, zusammen mit den Werken, verschafft ewiges Leben. Durch das Fasten werden die Dämonen wie mit einem Schwert in die Flucht geschlagen, denn sie können die damit verbundenen Freuden nicht ertragen; sie lieben den Genussmenschen und den Trunkenbold. Aber dem Fasten ins Gesicht zu schauen, das ertragen sie nicht. Sie ergreifen die Flucht, wie uns Christus, unser Gott, lehrt, wenn er sagt: „Diese Art von Dämonen kann nur durch Fasten und Gebet ausgetrieben werden“ (vgl. Mk 9,29). Deshalb werden wir belehrt, dass Fasten den Menschen ewiges Leben verleiht. […] Fasten gibt denen, die es üben, das Vaterhaus zurück, aus dem Adam vertrieben wurde. […] Gott selber war es, der Freund des Menschen (vgl. Weish 1,6), der den Menschen, den er geschaffen hatte, zunächst dem Fasten anvertraute, wie einer liebevollen Mutter, wie einem Lehrer: Nur von einem einzigen Baum sollten sie nicht essen (vgl. Gen 2,17). Und hätte der Mensch dieses Fasten befolgt, dann hätte er bei den Engeln wohnen können. Aber er verwarf es und fand Mühsal und Tod, die Herbheit von Dornen und Disteln, die Qual eines leidvollen Lebens (vgl. Gen 3,17–18). Wenn sich das Fasten sogar im Paradies als nützlich erweist, um wie viel mehr lohnt es sich dann hier auf Erden, damit wir das ewige Leben erlangen!
In jener Zeit kamen die Jünger Johannes’ des Täufers zu Jesus und sagten: Warum fasten deine Jünger nicht, während wir und die Pharisäer fasten? Jesus antwortete ihnen: Können denn die Hochzeitsgäste trauern, solange der Bräutigam bei ihnen ist? Es werden aber Tage kommen, da wird ihnen der Bräutigam genommen sein; dann werden sie fasten.
Gott, sei mir gnädig nach deiner Huld, tilge meine Frevel nach deinem reichen Erbarmen! Wasch meine Schuld von mir ab, und mach mich rein von meiner Sünde! Denn ich erkenne meine bösen Taten, meine Sünde steht mir immer vor Augen. Gegen dich allein habe ich gesündigt, ich habe getan, was dir missfällt. Schlachtopfer willst du nicht, ich würde sie dir geben; an Brandopfern hast du kein Gefallen. Das Opfer, das Gott gefällt, ist ein zerknirschter Geist, ein zerbrochenes und zerschlagenes Herz wirst du, Gott, nicht verschmähen.
So spricht Gott, der Herr: Rufe aus voller Kehle, halte dich nicht zurück! Lass deine Stimme ertönen wie eine Posaune! Halt meinem Volk seine Vergehen vor und dem Haus Jakob seine Sünden! Sie suchen mich Tag für Tag; denn sie wollen meine Wege erkennen. Wie ein Volk, das Gerechtigkeit übt und das vom Recht seines Gottes nicht ablässt, so fordern sie von mir ein gerechtes Urteil und möchten, dass Gott ihnen nah ist. Warum fasten wir und du siehst es nicht? Warum tun wir Buße und du merkst es nicht? Seht, an euren Fasttagen macht ihr Geschäfte und treibt alle eure Arbeiter zur Arbeit an. Obwohl ihr fastet, gibt es Streit und Zank und ihr schlagt zu mit roher Gewalt. So wie ihr jetzt fastet, verschafft ihr eurer Stimme droben kein Gehör. Ist das ein Fasten, wie ich es liebe, ein Tag, an dem man sich der Buße unterzieht: wenn man den Kopf hängen lässt, so wie eine Binse sich neigt, wenn man sich mit Sack und Asche bedeckt? Nennst du das ein Fasten und einen Tag, der dem Herrn gefällt? Nein, das ist ein Fasten, wie ich es liebe: die Fesseln des Unrechts zu lösen, die Stricke des Jochs zu entfernen, die Versklavten freizulassen, jedes Joch zu zerbrechen, an die Hungrigen dein Brot auszuteilen, die obdachlosen Armen ins Haus aufzunehmen, wenn du einen Nackten siehst, ihn zu bekleiden und dich deinen Verwandten nicht zu entziehen. Dann wird dein Licht hervorbrechen wie die Morgenröte und deine Wunden werden schnell vernarben. Deine Gerechtigkeit geht dir voran, die Herrlichkeit des Herrn folgt dir nach. Wenn du dann rufst, wird der Herr dir Antwort geben, und wenn du um Hilfe schreist, wird er sagen: Hier bin ich. Wenn du der Unterdrückung bei dir ein Ende machst, auf keinen mit dem Finger zeigst und niemand verleumdest,
„Wir gehen jetzt nach Jerusalem hinauf; dort wird der Menschensohn den Hohenpriestern und Schriftgelehrten ausgeliefert; sie werden ihn zum Tod verurteilen und den Heiden übergeben, damit er verspottet, gegeißelt und gekreuzigt wird“ (Mt 20,18–19). Was er sagte, stimmte mit der Verkündigung der Propheten überein, die das Ende geweissagt hatten, das sich in Jerusalem erfüllen sollte (vgl. Lk 9,31). […] Er war wirklich Mensch und dennoch Gott, und nur, wenn wir darauf schauen, sind wir berechtigt, beides zu bekennen: sein Leiden und seine Leidensunfähigkeit, und zu begründen, wie das leidensunfähige Wort zum Leiden kam. Denn anders konnte der Mensch nicht gerettet werden. Er allein wusste das und alle, denen er es offenbarte. Denn er weiß alles, was den Vater betrifft, wie der Geist, „der alles ergründet, auch die Tiefen Gottes“ (1 Kor 2,10; vgl. Mt 11,27). Doch Christus musste leiden, das Leiden konnte unmöglich fehlen. Das versicherte er, als er jene träg und töricht nannte, die nicht wussten, dass der Christus leiden und so in seine Herrlichkeit eingehen musste (vgl. Lk 24,25). So zog er aus zum Heil für sein Volk und verließ die Herrlichkeit, die er beim Vater hatte, bevor die Welt war (vgl. Joh 17,5). Das Heil war die Vollendung, die durch Leiden kommen und dem Urheber unseres Lebens zugeschrieben werden musste, wie Paulus lehrt, nach dem der Urheber des Lebens durch Leiden vollendet wurde (vgl. Heb 2,10). Wie es scheint, wurde dem eingeborenen Sohn die Herrlichkeit, deren er sich unseretwegen eine Zeitlang entäußert hatte, durch das Kreuz in der von ihm angenommenen Menschheit gewissermaßen zurückgegeben. Um nämlich zu erklären, was für ein Wasser es ist, von dem der Heiland sagt, „aus seinem Inneren werden Ströme von lebendigem Wasser fließen“ (Joh 7,38), sagt der heilige Johannes in seinem Evangelium: „Damit meinte er den Geist, den alle empfangen sollten, die an ihn glauben; denn der Geist war noch nicht gegeben, weil Jesus noch nicht verherrlicht war“ (Joh 7,39). Herrlichkeit nennt er den Tod am Kreuz (vgl. Joh 3,14; 8,28; 12,32). Als der Herr darum vor dem Tod am Kreuz betete, flehte er den Vater an, ihm die Herrlichkeit zu geben, die er bei ihm hatte, ehe die Welt wurde (vgl. Joh 17,5).