Tagesevangelium

Sonntag, 9. Oktober : Aus dem Heiligen Evangelium nach Lukas - Lk 17,11-19.

Es geschah auf dem Weg nach Jerusalem: Jesus zog durch das Grenzgebiet von Samarien und Galiläa. Als er in ein Dorf hineingehen wollte, kamen ihm zehn Aussätzige entgegen. Sie blieben in der Ferne stehen und riefen: Jesus, Meister, hab Erbarmen mit uns! Als er sie sah, sagte er zu ihnen: Geht, zeigt euch den Priestern! Und es geschah: Während sie hingingen, wurden sie rein. Einer von ihnen aber kehrte um, als er sah, dass er geheilt war; und er lobte Gott mit lauter Stimme. Er warf sich vor den Füßen Jesu zu Boden und dankte ihm. Dieser Mann war ein Samariter. Da sagte Jesus: Sind nicht zehn rein geworden? Wo sind die neun? Ist denn keiner umgekehrt, um Gott zu ehren, außer diesem Fremden? Und er sagte zu ihm: Steh auf und geh! Dein Glaube hat dich gerettet.

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Sonntag, 9. Oktober : Zweiter Brief des Apostels Paulus an Timotheus 2,8-13.

Denke an Jesus Christus, auferweckt von den Toten, aus Davids Geschlecht, gemäß meinem Evangelium, um dessentwillen ich leide bis hin zu den Fesseln wie ein Verbrecher; aber das Wort Gottes ist nicht gefesselt. Deshalb erdulde ich alles um der Auserwählten willen, damit auch sie das Heil in Christus Jesus erlangen mit ewiger Herrlichkeit. Das Wort ist glaubwürdig: Wenn wir nämlich mit Christus gestorben sind, werden wir auch mit ihm leben; wenn wir standhaft bleiben, werden wir auch mit ihm herrschen; wenn wir ihn verleugnen, wird auch er uns verleugnen. Wenn wir untreu sind, bleibt er doch treu, denn er kann sich selbst nicht verleugnen.

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Sonntag, 9. Oktober : ps 98(97),1.2-3ab.3cd-4.

Singet dem Herrn ein neues Lied; denn er hat wunderbare Taten vollbracht! Geholfen hat ihm seine Rechte und sein heiliger Arm. Der Herr hat sein Heil bekannt gemacht und sein gerechtes Wirken enthüllt vor den Augen der Völker. Er gedachte seiner Huld und seiner Treue zum Hause Israel. Alle Enden der Erde sahen das Heil unsres Gottes. Jauchzet dem Herrn, alle Lande, freut euch, jubelt und singt!

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Samstag, 8. Oktober : Hl. Petrus Damiani

Es ist das Verdienst der Jungfrau Maria, Christus in ihrem Schoß empfangen zu haben, doch steht es allen Erwählten zu, ihn mit Liebe in ihrem Herzen zu tragen. Selig, ja überselig ist die Frau, die Jesus neun Monate lang in ihrem Leib getragen hat (vgl. Lk 11,27). Selig aber sind auch wir, wenn wir darauf achten, ihn unablässig in unserem Herzen zu tragen. Sicherlich war die Empfängnis Christi im Schoß Mariens ein großes Wunder, aber es ist kein geringeres Wunder, dass er Gast in unserem Herzen wird. Das ist die Bedeutung des Zeugnisses von Johannes: „Ich stehe vor der Tür und klopfe an. Wer meine Stimme hört und die Tür öffnet, bei dem werde ich eintreten, und wir werden Mahl halten“ (Offb 3,20). […] Auch hier, meine Brüder, sollten wir bedenken, welche Würde wir haben und welche Ähnlichkeit mit Maria. Die Jungfrau empfing Christus in ihrem leiblichen Schoß, und wir tragen ihn im Schoß unseres Herzens. Maria hat Christus genährt, indem sie ihm die Milch ihrer Brüste gab, und wir können ihm das vielfältige Mahl guter Taten anbieten, das ihm so köstlich mundet.

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Samstag, 8. Oktober : Aus dem Heiligen Evangelium nach Lukas - Lk 11,27-28.

In jener Zeit, als Jesus zum Volk redete, rief eine Frau aus der Menge ihm zu: Selig die Frau, deren Leib dich getragen und deren Brust dich genährt hat. Er aber erwiderte: Selig sind vielmehr die, die das Wort Gottes hören und es befolgen.

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Samstag, 8. Oktober : ps 105(104),2-3.4-5.6-7.

Singt dem Herrn und spielt ihm, sinnt nach über all seine Wunder! Rühmt euch seines heiligen Namens! Alle, die den Herrn suchen, sollen sich von Herzen freuen. Fragt nach dem Herrn und seiner Macht; sucht sein Antlitz allezeit! Denkt an die Wunder, die er getan hat, an seine Zeichen und die Beschlüsse aus seinem Mund. Bedenkt es, ihr Nachkommen seines Knechtes Abraham, ihr Kinder Jakobs, die er erwählt hat. Er, der Herr, ist unser Gott. Seine Herrschaft umgreift die Erde.

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Freitag, 7. Oktober : Diadochos von Photike

Es liegt am Licht der wahren Erkenntnis, wenn man ohne Irrtum das Gute vom Bösen unterscheiden kann. […] Wer im [geistlichen] Kampf steht, muss sein Denken in beständiger Ruhe bewahren. So nämlich kann der Geist die Anregungen, die ihn durchziehen, unterscheiden, und er wird die guten, von Gott stammenden in den Schatz des Gedächtnisses legen, während er die bösen, teuflischen verwirft. Wenn das Meer ruhig ist, nehmen die Fischer Bewegungen in der Tiefe so genau wahr, dass beinahe keines der Lebewesen, die unter ihnen ihre Bahnen ziehen, ihren Augen entgeht. Ist das Meer aber von Winden aufgewühlt, so verbirgt es in seiner dunklen Unruhe das, was es bereitwillig sehen lässt, wenn es in Ruhe ist. […] Nur der Heilige Geist kann den Geist reinigen; denn wenn nicht ein Stärkerer eintritt, der dem Dieb die Beute abnimmt, ist sie überhaupt nicht mehr zurückzuholen. Wir müssen also auf jede erdenkliche Weise, vor allem durch den Frieden der Seele, dem Heiligen Geist eine Bleibe in uns anbieten, damit das Licht der Erkenntnis immer in uns leuchtet. Denn wenn es unaufhörlich in die verborgenen Winkel der Seele strahlt, dann werden alle bedrückenden und düsteren Einflüsterungen der Dämonen nicht nur offenbar, sondern sie werden auch erheblich schwächer, da sie von diesem heiligen und herrlichen Licht durchbrochen werden. Deshalb sagt der Apostel Paulus: „Löscht den Geist nicht aus“ (1 Thess 5,19).

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Freitag, 7. Oktober : Aus dem Heiligen Evangelium nach Lukas - Lk 11,14-26.

In jener Zeit trieb Jesus einen Dämon aus, der stumm war. Als der Dämon den Stummen verlassen hatte, konnte der Mann reden. Alle Leute staunten. Einige von ihnen aber sagten: Mit Hilfe von Beelzebul, dem Anführer der Dämonen, treibt er die Dämonen aus. Andere wollten ihn auf die Probe stellen und forderten von ihm ein Zeichen vom Himmel. Doch er wusste, was sie dachten, und sagte zu ihnen: Jedes Reich, das in sich gespalten ist, wird veröden, und ein Haus ums andere stürzt ein. Wenn also der Satan mit sich selbst im Streit liegt, wie kann sein Reich dann Bestand haben? Ihr sagt doch, dass ich die Dämonen mit Hilfe von Beelzebul austreibe. Wenn ich die Dämonen durch Beelzebul austreibe, durch wen treiben dann eure Anhänger sie aus? Sie selbst also sprechen euch das Urteil. Wenn ich aber die Dämonen durch den Finger Gottes austreibe, dann ist doch das Reich Gottes schon zu euch gekommen. Solange ein bewaffneter starker Mann seinen Hof bewacht, ist sein Besitz sicher; wenn ihn aber ein Stärkerer angreift und besiegt, dann nimmt ihm der Stärkere all seine Waffen weg, auf die er sich verlassen hat, und verteilt die Beute. Wer nicht für mich ist, der ist gegen mich; wer nicht mit mir sammelt, der zerstreut. Ein unreiner Geist, der einen Menschen verlassen hat, wandert durch die Wüste und sucht einen Ort, wo er bleiben kann. Wenn er keinen findet, sagt er: Ich will in mein Haus zurückkehren, das ich verlassen habe. Und wenn er es bei seiner Rückkehr sauber und geschmückt antrifft, dann geht er und holt sieben andere Geister, die noch schlimmer sind als er selbst. Sie ziehen dort ein und lassen sich nieder. So wird es mit diesem Menschen am Ende schlimmer werden als vorher.

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Freitag, 7. Oktober : ps 111(110),1-2.3-4.5-6.

Den Herrn will ich preisen von ganzem Herzen im Kreis der Frommen, inmitten der Gemeinde. Groß sind die Werke des Herrn, kostbar allen, die sich an ihnen freuen. Er waltet in Hoheit und Pracht, seine Gerechtigkeit hat Bestand für immer. Er hat ein Gedächtnis an seine Wunder gestiftet, der Herr ist gnädig und barmherzig. Er gibt denen Speise, die ihn fürchten, an seinen Bund denkt er auf ewig. Er hat seinem Volk seine machtvollen Taten kundgetan, um ihm das Erbe der Völker zu geben.

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Donnerstag, 6. Oktober : Symeon der Neue Theologe

Christus sagte zu den Gesetzeslehrern: „Weh euch Gesetzeslehrern! Ihr habt den Schlüssel (der Tür) zur Erkenntnis weggenommen“ (Lk 11,52). Was ist der Schlüssel zur Erkenntnis anderes als die Gnade des Heiligen Geistes, die durch den Glauben gegeben wird, die durch die Erleuchtung die volle Erkenntnis hervorbringt und unseren verschlossenen und verhüllten Geist öffnet? […] Und ich sage weiter: Die Tür ist der Sohn: „Ich bin die Tür“, sagt er (Joh 10,7.9). Der Schlüssel zur Tür ist der Heilige Geist: „Empfangt den Heiligen Geist! Wem ihr die Sünden vergebt, dem sind sie vergeben; wem ihr die Vergebung verweigert, dem ist sie verweigert“ (Joh 20,22–23). Das Haus ist der Vater: „Im Haus meines Vaters gibt es viele Wohnungen“ (Joh 14,2). Achte also sorgfältig auf den geistlichen Sinn dieser Worte. […] Wenn sich die Tür nicht öffnet, kommt niemand in das Haus des Vaters, wie Christus selber sagt: „Niemand kommt zum Vater außer durch mich“ (Joh 14,6). Dass aber der Heilige Geist es ist, der als erster unseren Geist öffnet und uns alles über den Vater und den Sohn lehrt, hat Jesus selbst gesagt: „Wenn aber der Beistand kommt, den ich euch vom Vater aus senden werde, der Geist der Wahrheit, der vom Vater ausgeht, dann wird er Zeugnis für mich ablegen“ (Joh 15,26). Du siehst also, wie durch den Heiligen Geist oder vielmehr im Heiligen Geist der Vater und der Sohn sich unzertrennlich zu erkennen geben. Wenn wir also den Heiligen Geist als Schlüssel bezeichnen, dann deshalb, weil durch ihn und in ihm zuerst unser Geist erleuchtet wird und wir gereinigt, mit dem Licht der Erkenntnis erleuchtet, von oben getauft, wiedergeboren und zu Kindern Gottes gemacht werden, wie Paulus sagt: „Der Geist selber tritt […] für uns ein mit Seufzen, das wir nicht in Worte fassen können“ (Röm 8,26) und ebenso: „Gott [sandte] den Geist seines Sohnes in unser Herz, den Geist, der ruft: Abba, Vater“ (Gal 4,6). Der Heilige Geist also ist es, der uns die Tür zeigt; jene Tür, die Licht ist und uns lehrt, dass der, welcher im Haus wohnt, ebenfalls unzugängliches Licht ist.

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