Tagesevangelium

Donnerstag, 6. Oktober : Symeon der Neue Theologe

Christus sagte zu den Gesetzeslehrern: „Weh euch Gesetzeslehrern! Ihr habt den Schlüssel (der Tür) zur Erkenntnis weggenommen“ (Lk 11,52). Was ist der Schlüssel zur Erkenntnis anderes als die Gnade des Heiligen Geistes, die durch den Glauben gegeben wird, die durch die Erleuchtung die volle Erkenntnis hervorbringt und unseren verschlossenen und verhüllten Geist öffnet? […] Und ich sage weiter: Die Tür ist der Sohn: „Ich bin die Tür“, sagt er (Joh 10,7.9). Der Schlüssel zur Tür ist der Heilige Geist: „Empfangt den Heiligen Geist! Wem ihr die Sünden vergebt, dem sind sie vergeben; wem ihr die Vergebung verweigert, dem ist sie verweigert“ (Joh 20,22–23). Das Haus ist der Vater: „Im Haus meines Vaters gibt es viele Wohnungen“ (Joh 14,2). Achte also sorgfältig auf den geistlichen Sinn dieser Worte. […] Wenn sich die Tür nicht öffnet, kommt niemand in das Haus des Vaters, wie Christus selber sagt: „Niemand kommt zum Vater außer durch mich“ (Joh 14,6). Dass aber der Heilige Geist es ist, der als erster unseren Geist öffnet und uns alles über den Vater und den Sohn lehrt, hat Jesus selbst gesagt: „Wenn aber der Beistand kommt, den ich euch vom Vater aus senden werde, der Geist der Wahrheit, der vom Vater ausgeht, dann wird er Zeugnis für mich ablegen“ (Joh 15,26). Du siehst also, wie durch den Heiligen Geist oder vielmehr im Heiligen Geist der Vater und der Sohn sich unzertrennlich zu erkennen geben. Wenn wir also den Heiligen Geist als Schlüssel bezeichnen, dann deshalb, weil durch ihn und in ihm zuerst unser Geist erleuchtet wird und wir gereinigt, mit dem Licht der Erkenntnis erleuchtet, von oben getauft, wiedergeboren und zu Kindern Gottes gemacht werden, wie Paulus sagt: „Der Geist selber tritt […] für uns ein mit Seufzen, das wir nicht in Worte fassen können“ (Röm 8,26) und ebenso: „Gott [sandte] den Geist seines Sohnes in unser Herz, den Geist, der ruft: Abba, Vater“ (Gal 4,6). Der Heilige Geist also ist es, der uns die Tür zeigt; jene Tür, die Licht ist und uns lehrt, dass der, welcher im Haus wohnt, ebenfalls unzugängliches Licht ist.

weiterlesen

Donnerstag, 6. Oktober : Aus dem Heiligen Evangelium nach Lukas - Lk 11,5-13.

In jener Zeit sprach Jesus zu seinen Jüngern: Wenn einer von euch einen Freund hat und um Mitternacht zu ihm geht und sagt: Freund, leih mir drei Brote; denn einer meiner Freunde, der auf Reisen ist, ist zu mir gekommen, und ich habe ihm nichts anzubieten!, wird dann etwa der Mann drinnen antworten: Lass mich in Ruhe, die Tür ist schon verschlossen, und meine Kinder schlafen bei mir; ich kann nicht aufstehen und dir etwas geben? Ich sage euch: Wenn er schon nicht deswegen aufsteht und ihm seine Bitte erfüllt, weil er sein Freund ist, so wird er doch wegen seiner Zudringlichkeit aufstehen und ihm geben, was er braucht. Darum sage ich euch: Bittet, dann wird euch gegeben; sucht, dann werdet ihr finden; klopft an, dann wird euch geöffnet. Denn wer bittet, der empfängt; wer sucht, der findet; und wer anklopft, dem wird geöffnet. Oder ist unter euch ein Vater, der seinem Sohn eine Schlange gibt, wenn er um einen Fisch bittet, oder einen Skorpion, wenn er um ein Ei bittet? Wenn nun schon ihr, die ihr böse seid, euren Kindern gebt, was gut ist, wieviel mehr wird der Vater im Himmel den Heiligen Geist denen geben, die ihn bitten.

weiterlesen

Donnerstag, 6. Oktober : Aus dem Heiligen Evangelium nach Lukas - Lk 1,68-69.70-71.72-73.74-75.

Gepriesen sei der Herr, der Gott Israels! Denn er hat sein Volk besucht und ihm Erlösung geschaffen; er hat uns einen starken Retter erweckt im Hause seines Knechtes David. So hat er verheißen von alters her durch den Mund seiner heiligen Propheten. Er hat uns errettet vor unseren Feinden und aus der Hand aller, die uns hassen; Er hat das Erbarmen mit den Vätern an uns vollendet und an seinen heiligen Bund gedacht. Er hat an den Eid gedacht, den er unserm Vater Abraham geschworen hat. Er hat uns geschenkt, dass wir, aus Feindeshand befreit, ihm furchtlos dienen in Heiligkeit und Gerechtigkeit vor seinem Angesicht all unsre Tage.

weiterlesen

Mittwoch, 5. Oktober : Hl. Johannes von Damaskus

„Jesus betete einmal in der Einsamkeit“ (Lk 9,18). Das Gebet hat seine Quelle in der Stille und im inneren Frieden; dort offenbart sich die Herrlichkeit Gottes (vgl. Lk 9,29). Denn wenn wir unsere Augen und Ohren schließen, wenn wir uns innerlich in der Gegenwart Gottes befinden, wenn wir, befreit von der Unruhe der äußeren Welt, in uns selbst sind, dann werden wir in unseren Seelen das Reich Gottes deutlich sehen. Denn das Himmelreich oder, wenn man so will, das Reich Gottes ist in uns selbst: Jesus, unser Herr, hat es uns gesagt (vgl. Lk 17,21). Die Glaubenden und der Herr beten jedoch auf verschiedene Weise. Die Diener nähern sich in ihrem Gebet dem Herrn ja mit einer Mischung aus Furcht und Sehnsucht; das Gebet wird für sie zu einer Wanderschaft hin zu Gott und zur Vereinigung mit ihm, indem es sie mit seiner eigenen Substanz nährt und stärkt. Christus jedoch, dessen heilige Seele eins ist mit dem Wort Gottes, wie betet er? Wie kann der Herr denn eine bittende Haltung einnehmen? Und wenn er es tut, will er uns, nachdem er unsere Natur angenommen hat, nicht unterweisen und uns den Weg zeigen, der uns eben durch das Gebet zu Gott hinaufführt? Will er uns nicht lehren, dass das Gebet zutiefst die Herrlichkeit Gottes in sich birgt?

weiterlesen

Mittwoch, 5. Oktober : Aus dem Heiligen Evangelium nach Lukas - Lk 11,1-4.

Jesus betete einmal an einem Ort; und als er das Gebet beendet hatte, sagte einer seiner Jünger zu ihm: Herr, lehre uns beten, wie schon Johannes seine Jünger beten gelehrt hat. Da sagte er zu ihnen: Wenn ihr betet, so sprecht: Vater, dein Name werde geheiligt. Dein Reich komme. Gib uns täglich das Brot, das wir brauchen. Und erlass uns unsere Sünden; denn auch wir erlassen jedem, was er uns schuldig ist. Und führe uns nicht in Versuchung.

weiterlesen

Mittwoch, 5. Oktober : ps 117(116),1.2.

Lobet den Herrn, alle Völker, preist ihn, alle Nationen! Denn mächtig waltet über uns seine Huld, die Treue des Herrn währt in Ewigkeit.

weiterlesen

Mittwoch, 5. Oktober : Brief des Paulus an die Galater 2,1-2.7-14.

Brüder! Vierzehn Jahre später ging ich wieder nach Jerusalem hinauf, zusammen mit Barnabas; ich nahm auch Titus mit. Ich ging hinauf aufgrund einer Offenbarung, legte der Gemeinde und im besonderen den “Angesehenen” das Evangelium vor, das ich unter den Heiden verkündige; ich wollte sicher sein, dass ich nicht vergeblich laufe oder gelaufen bin. Im Gegenteil, sie sahen, dass mir das Evangelium für die Unbeschnittenen anvertraut ist wie dem Petrus für die Beschnittenen - denn Gott, der Petrus die Kraft zum Aposteldienst unter den Beschnittenen gegeben hat, gab sie mir zum Dienst unter den Heiden -, und sie erkannten die Gnade, die mir verliehen ist. Deshalb gaben Jakobus, Kephas und Johannes, die als die “Säulen” Ansehen genießen, mir und Barnabas die Hand zum Zeichen der Gemeinschaft: Wir sollten zu den Heiden gehen, sie zu den Beschnittenen. Nur sollten wir an ihre Armen denken; und das zu tun, habe ich mich eifrig bemüht. Als Kephas aber nach Antiochia gekommen war, bin ich ihm offen entgegengetreten, weil er sich ins Unrecht gesetzt hatte. Bevor nämlich Leute aus dem Kreis um Jakobus eintrafen, pflegte er zusammen mit den Heiden zu essen. Nach ihrer Ankunft aber zog er sich von den Heiden zurück und trennte sich von ihnen, weil er die Beschnittenen fürchtete. Ebenso unaufrichtig wie er verhielten sich die anderen Juden, so dass auch Barnabas durch ihre Heuchelei verführt wurde. Als ich aber sah, dass sie von der Wahrheit des Evangeliums abwichen, sagte ich zu Kephas in Gegenwart aller: Wenn du als Jude nach Art der Heiden und nicht nach Art der Juden lebst, wie kannst du dann die Heiden zwingen, wie Juden zu leben?

weiterlesen

Dienstag, 4. Oktober : Hl. Theresia vom Kinde Jesu

Eine von Liebe entflammte Seele kann nicht untätig bleiben; gewiss sitzt sie wie die Hl. Magdalena zu Füßen Jesu, sie lauscht seinem süßen, feurigen Wort. Sie scheint nichts zu geben und gibt doch viel mehr als Martha, die sich um viele Dinge plagt und möchte, dass ihre Schwester es ihr gleichtäte. Nicht die Arbeiten Marthas sind es, die Jesus tadelt, diesen Arbeiten hat sich seine göttliche Mutter ihr ganzes Leben lang demütig unterzogen, da sie die Mahlzeiten der Hl. Familie zubereiten musste. Einzig die Unrast seiner eifrigen Gastgeberin wollte Jesus zurechtweisen. Alle Heiligen haben das begriffen und eindringlicher noch vielleicht jene, die das Weltall mit der Erleuchtung der evangelischen Lehre erfüllten. Ein Paulus, Augustinus, Johannes vom Kreuz, Thomas von Aquin, Franziskus, Dominikus und so viele andere erlauchte Freunde Gottes, schöpften sie nicht alle ihre Göttliche Erkenntnis, welche die größten Geister entzückt, aus dem Gebet? Ein Gelehrter hat gesagt: „Gebt mir einen Hebel, einen Stützpunkt, und ich werde die Welt aus den Angeln heben.“ Was Archimedes nicht erreichen konnte, weil seine Forderung sich nicht an Gott richtete und nur das Stoffliche betraf, das erlangten die Heiligen in seiner ganzen Fülle. Der Allmächtige gab ihnen als Stützpunkt: GOTT SELBST und GOTT ALLEIN; als Hebel: Das Gebet, das mit einem Liebesfeuer entflammt, und auf diese Art haben sie die Welt aus den Angeln gehoben; und auf diese Art heben die heute streitenden Heiligen sie aus den Angeln, und bis zum Ende der Welt werden es die künftigen Heiligen ebenfalls tun.

weiterlesen

Dienstag, 4. Oktober : Aus dem Heiligen Evangelium nach Lukas - Lk 10,38-42.

In jener Zeit kam Jesus in ein Dorf. Eine Frau namens Marta nahm ihn freundlich auf. Sie hatte eine Schwester, die Maria hieß. Maria setzte sich dem Herrn zu Füßen und hörte seinen Worten zu. Marta aber war ganz davon in Anspruch genommen, für ihn zu sorgen. Sie kam zu ihm und sagte: Herr, kümmert es dich nicht, dass meine Schwester die ganze Arbeit mir allein überlässt? Sag ihr doch, sie soll mir helfen! Der Herr antwortete: Marta, Marta, du machst dir viele Sorgen und Mühen. Aber nur eines ist notwendig. Maria hat den guten Teil gewählt, der wird ihr nicht genommen werden.

weiterlesen

Dienstag, 4. Oktober : ps 139(138),1-3.13-14.15-16b.

Herr, du hast mich erforscht und du kennst mich. Ob ich sitze oder stehe, du weißt von mir. Von fern erkennst du meine Gedanken. Ob ich gehe oder ruhe, es ist dir bekannt; du bist vertraut mit all meinen Wegen. Denn du hast mein Inneres geschaffen, mich gewoben im Schoß meiner Mutter. Ich danke dir, dass du mich so wunderbar gestaltet hast. Ich weiß: Staunenswert sind deine Werke. Als ich geformt wurde im Dunkeln, kunstvoll gewirkt in den Tiefen der Erde, waren meine Glieder dir nicht verborgen. Deine Augen sahen, wie ich entstand, in deinem Buch war schon alles verzeichnet.

weiterlesen