Tagesevangelium

Mittwoch, 12. Oktober : Aus dem Heiligen Evangelium nach Lukas - Lk 11,42-46.

In jener Zeit sprach Jesus: Weh euch Pharisäern! Ihr gebt den Zehnten von Minze, Gewürzkraut und allem Gemüse, die Gerechtigkeit aber und die Liebe zu Gott vergesst ihr. Man muss das eine tun, ohne das andere zu unterlassen. Weh euch Pharisäern! Ihr wollt in den Synagogen den vordersten Sitz haben und auf den Straßen und Plätzen von allen gegrüßt werden. Weh euch: Ihr seid wie Gräber, die man nicht mehr sieht; die Leute gehen darüber, ohne es zu merken. Darauf erwiderte ihm ein Gesetzeslehrer: Meister, damit beleidigst du auch uns. Er antwortete: Weh auch euch Gesetzeslehrern! Ihr ladet den Menschen Lasten auf, die sie kaum tragen können, selbst aber rührt ihr keinen Finger dafür.

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Mittwoch, 12. Oktober : ps 1,1-2.3.4.6.

Wohl dem Mann, der nicht dem Rat der Frevler folgt, nicht auf dem Weg der Sünder geht, nicht im Kreis der Spötter sitzt, sondern Freude hat an der Weisung des Herrn, über seine Weisung nachsinnt bei Tag und bei Nacht. Er ist wie ein Baum, der an Wasserbächen gepflanzt ist, der zur rechten Zeit seine Frucht bringt und dessen Blätter nicht welken. Alles, was er tut, wird ihm gut gelingen. Nicht so die Frevler: Sie sind wie Spreu, die der Wind verweht. Denn der Herr kennt den Weg der Gerechten, der Weg der Frevler aber führt in den Abgrund.

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Mittwoch, 12. Oktober : Brief des Paulus an die Galater 5,18-25.

Brüder! Wenn ihr euch aber vom Geist führen lasst, dann steht ihr nicht unter dem Gesetz. Die Werke des Fleisches sind deutlich erkennbar: Unzucht, Unsittlichkeit, ausschweifendes Leben, Götzendienst, Zauberei, Feindschaften, Streit, Eifersucht, Jähzorn, Eigennutz, Spaltungen, Parteiungen, Neid und Missgunst, Trink- und Essgelage und ähnliches mehr. Ich wiederhole, was ich euch schon früher gesagt habe: Wer so etwas tut, wird das Reich Gottes nicht erben. Die Frucht des Geistes aber ist Liebe, Freude, Friede, Langmut, Freundlichkeit, Güte, Treue, Sanftmut und Selbstbeherrschung; dem allem widerspricht das Gesetz nicht. Alle, die zu Christus Jesus gehören, haben das Fleisch und damit ihre Leidenschaften und Begierden gekreuzigt. Wenn wir aus dem Geist leben, dann wollen wir dem Geist auch folgen.

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Dienstag, 11. Oktober : Hl. Ambrosius

„O ihr Pharisäer! Ihr haltet […] Becher und Teller außen sauber“ (Lk 11,39). Wie du siehst, werden unsere Leiber ausdrücklich mit solchen irdischen und zerbrechlichen Dingen bezeichnet, die, wenn sie nur von geringer Höhe jäh herabfallen, in Scherben gehen. Und wie der Inhalt eines Bechers, so schimmert auch das leicht nach außen durch, was der Geist im Inneren durch die leiblichen Sinne und Handlungen an den Tag gelegt wissen will. […] Nicht also das Äußere an diesem Becher oder dieser Schüssel, wie du siehst, sondern das Innere verunreinigt. Darum zeigte der Herr als guter Lehrer, wie wir unsere leibliche Makel reinwaschen sollen, indem er mahnt: „Gebt lieber, was in den Schüsseln ist, den Armen, dann ist für euch alles rein“ (Lk 11,41). Wie viele Heilmittel, wie du siehst! Es reinigt uns die Barmherzigkeit, es reinigt uns Gottes Wort, wie geschrieben steht: „Ihr seid schon rein durch das Wort, das ich zu euch gesagt habe“ (Joh 15,3). Die ganze prächtige Stelle zielt nun von jetzt an (vgl. Lk 11,42ff.) – insofern sie uns zum eifrigen Streben nach schlichter Wahrheit anspornt – auf die Verurteilung der unnützen, irdischen Bräuche der Juden ab, die ihrer fleischlichen Auffassung des Gesetzesinhaltes zufolge nicht umsonst mit einem Glasgefäß und einer Schüssel ob deren Zerbrechlichkeit verglichen werden, eine Observanz beobachten, die bei uns keineswegs in Brauch ist, jene aber, in der die Frucht unserer Hoffnung beruht, ablehnen und daher mit der Verachtung des Besseren schwere Schuld auf sich laden. Und doch wird auch ihrer Verschuldung Vergebung in Aussicht gestellt, wenn Mildherzigkeit ihr folgt.

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Dienstag, 11. Oktober : Aus dem Heiligen Evangelium nach Lukas - Lk 11,37-41.

In jener Zeit lud ein Pharisäer Jesus zum Essen ein. Jesus ging zu ihm und setzte sich zu Tisch. Als der Pharisäer sah, dass er sich vor dem Essen nicht die Hände wusch, war er verwundert. Da sagte der Herr zu ihm: O ihr Pharisäer! Ihr haltet zwar Becher und Teller außen sauber, innen aber seid ihr voll Raubgier und Bosheit. Ihr Unverständigen! Hat nicht der, der das Äußere schuf, auch das Innere geschaffen? Gebt lieber, was in den Schüsseln ist, den Armen, dann ist für euch alles rein.

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Dienstag, 11. Oktober : ps 119(118),41.43.44-45.47-48.

Herr, deine Huld komme auf mich herab und deine Hilfe, wie du es verheißen hast. Entziehe meinem Mund nicht das Wort der Wahrheit! Ich hoffe so sehr auf deine Entscheide. Ich will deiner Weisung beständig folgen, auf immer und ewig. Dann schreite ich aus auf freier Bahn; denn ich frage nach deinen Befehlen. An deinen Geboten habe ich meine Freude, ich liebe sie von Herzen. Ich erhebe meine Hände zu deinen Geboten; nachsinnen will ich über deine Gesetze.

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Montag, 10. Oktober : Hl. Petrus Chrysologus

Jona selbst beschließt, sich aus dem Schiff werfen zu lassen. Er sagt: „Nehmt mich und werft mich ins Meer“ (Jona 1,12), was auf die freiwillige Passion des Herrn hinweist. […] Aber da taucht ein Ungeheuer aus der Tiefe auf, ein großer Fisch nähert sich, der die Auferstehung des Herrn ganz erfüllen und offenbaren, oder vielmehr dieses Geheimnis hervorbringen soll. Ein Ungeheuer taucht auf als schreckenerregendes Bild der Hölle: Während es sich mit seinem hungrigen Schlund auf den Propheten stürzt, verkostet es die Macht seines Schöpfers und nimmt sie in sich auf; und indem es den Propheten verschlingt, verpflichtet es sich in Wirklichkeit, niemanden mehr zu verschlingen. Der grauenhafte Ort im Innern des Tieres bereitet dem Besucher von oben eine Wohnstatt: So wird das, was eine Ursache des Unglücks gewesen war, das geradezu unvorstellbare Transportmittel für eine notwendige Überfahrt, das seinen Passagier wohl behütet nach drei Tagen wieder ans Ufer wirft. Auf diese Weise wurde den Heiden das gegeben, was den Feinden Christi entrissen worden war. Und als diese ein Zeichen verlangten, verfügte der Herr, dass ihnen nur dieses eine Zeichen gegeben werden solle, damit sie dadurch verstünden, dass die Herrlichkeit, die sie von Christus zu empfangen gehofft hatten, auch für die Heiden bestimmt sei. […] Durch die Bosheit seiner Feinde war Christus tief in das Chaos der Totenwelt versenkt worden, wo er drei Tage lang jeden Winkel durchwanderte (vgl. 1 Petr 3,19). Und als er von dort wieder auferstand, ließ er sowohl die Bosheit seiner Feinde als auch seine eigene Größe und seinen Triumph über den Tod zum Vorschein kommen. Es ist also nur recht und billig, wenn die Einwohner Ninives sich am Tage des Gerichts erheben, um diese Generation zu verurteilen; denn sie haben sich auf die Verkündigung eines einzigen schiffbrüchigen, fremden, unbekannten Propheten hin bekehrt, während die Menschen dieser Generation nach so vielen erstaunlichen Taten und Wundern und trotz der Herrlichkeit der Auferstehung nicht gläubig geworden sind und sich nicht bekehrt haben.

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Montag, 10. Oktober : Aus dem Heiligen Evangelium nach Lukas - Lk 11,29-32.

In jener Zeit, als immer mehr Menschen zu Jesus kamen, sagte er: Diese Generation ist böse. Sie fordert ein Zeichen; aber es wird ihr kein anderes gegeben werden als das Zeichen des Jona. Denn wie Jona für die Einwohner von Ninive ein Zeichen war, so wird es auch der Menschensohn für diese Generation sein. Die Königin des Südens wird beim Gericht gegen die Männer dieser Generation auftreten und sie verurteilen; denn sie kam vom Ende der Erde, um die Weisheit Salomos zu hören. Hier aber ist einer, der mehr ist als Salomo. Die Männer von Ninive werden beim Gericht gegen diese Generation auftreten und sie verurteilen; denn sie haben sich nach der Predigt des Jona bekehrt. Hier aber ist einer, der mehr ist als Jona.

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Montag, 10. Oktober : ps 113(112),1-2.3-4.5a.6-7.

Lobet, ihr Knechte des Herrn, lobt den Namen des Herrn! Der Name des Herrn sei gepriesen von nun an bis in Ewigkeit. Vom Aufgang der Sonne bis zum Untergang sei der Name des Herrn gelobt. Der Herr ist erhaben über alle Völker, seine Herrlichkeit überragt die Himmel. Wer gleicht dem Herrn, unserm Gott, Wer gleicht ihm, der in der Höhe thront, der hinabschaut in die Tiefe, der den Schwachen aus dem Staub emporhebt und den Armen erhöht, der im Schmutz liegt?

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Sonntag, 9. Oktober : Hl. Bruno von Segni

Wofür stehen die zehn Aussätzigen, wenn nicht für die Gesamtheit der Sünder? […] Als Christus, unser Herr, kam, litten alle Menschen am Aussatz der Seele, auch wenn nicht alle vom Aussatz des Leibes befallen waren. […] Der Aussatz der Seele ist jedoch weitaus schlimmer als der des Leibes. Aber sehen wir, wie es weiterging. „Sie blieben in der Ferne stehen und riefen: Jesus, Meister, hab Erbarmen mit uns!“ (Lk 17,12–13). Die Männer blieben in der Ferne stehen, weil sie es wegen ihres Zustandes nicht wagten, näher an ihn heranzutreten. So ist es auch mit uns: Solange wir in unseren Sünden verharren, halten wir uns fern. Um wieder gesund zu werden und vom Aussatz unserer Sünden geheilt zu werden, sollten wir also mit lauter Stimme inständig bitten: „Jesus, Meister, hab Erbarmen mit uns!“ Freilich sollte dieses Flehen nicht aus unserem Mund, sondern aus unserem Herzen kommen, denn das Herz spricht mit lauterer Stimme. Das Gebet des Herzens dringt bis in den Himmel und steigt hoch empor bis zum Thron Gottes.

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