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Bleibt mutig und standhaft, um die himmlische Herrlichkeit zu bekennen […]; schreitet mit begeistertem Mut voran, um die Krone zu empfangen. Der Herr ist euer Führer und Beschützer, er, der gesagt hat: „Seid gewiss: Ich bin bei euch alle Tage bis zum Ende der Welt“ (Mt 28,20). […] Seliger Kerker, der die Kinder Gottes in den Himmel schickt! […] Nun soll nichts mehr in euren Herzen und Seelen sein als die göttlichen Lehren und die Gebote des Herrn, derer sich der Heilige Geist bedient hat, um euch Mut zu machen, das Leiden zu ertragen. Niemand soll an den Tod denken, sondern an die Unsterblichkeit; auch nicht an das zeitweilige Leiden, sondern an die ewige Herrlichkeit. Es steht ja geschrieben: „Kostbar ist in den Augen des Herrn das Sterben seiner Frommen“ (Ps 116(115),15). […] Und weiter (an der Stelle, wo die Heilige Schrift von den Qualen spricht, durch die die Märtyrer Gottes geheiligt werden): „In den Augen der Menschen wurden sie gestraft; doch ihre Hoffnung ist voll Unsterblichkeit. […] Sie werden Völker richten und über Nationen herrschen, und der Herr wird ihr König sein in Ewigkeit“ (Weish 3,4.8). Wenn ihr also daran denkt, dass ihr einst mit Christus richten und herrschen werdet, dann könnt ihr gar nicht anders, als in der Vorfreude auf das kommende Glück zu frohlocken und die gegenwärtigen Qualen mit Füßen zu treten. […] Außerdem hat der Herr sich selbst zum Beispiel gegeben; denn er verkündet, dass man nur in sein Reich kommen kann, wenn man ihm auf demselben Weg folgt, den er selbst eingeschlagen hat: „Wer an seinem Leben hängt, verliert es; wer aber sein Leben in dieser Welt geringachtet, wird es bewahren bis ins ewige Leben“ (Joh 12,25). […] Der heilige Paulus ermahnt uns in gleicher Weise; da wir das erlangen wollen, was der Herr uns versprochen hat, müssen wir dem Herrn in allem folgen: „Wir sind Kinder Gottes. Sind wir aber Kinder, dann auch Erben; Miterben Christi, wenn wir mit ihm leiden, um mit ihm auch verherrlicht zu werden“ (vgl. Röm 8,16 f.).
In jener Zeit sprach Jesus zu seinen Jüngern: Man wird euch festnehmen und euch verfolgen. Man wird euch um meines Namens willen den Gerichten der Synagogen übergeben, ins Gefängnis werfen und vor Könige und Statthalter bringen. Dann werdet ihr Zeugnis ablegen können. Nehmt euch fest vor, nicht im voraus für eure Verteidigung zu sorgen; denn ich werde euch die Worte und die Weisheit eingeben, so dass alle eure Gegner nicht dagegen ankommen und nichts dagegen sagen können. Sogar eure Eltern und Geschwister, eure Verwandten und Freunde werden euch ausliefern, und manche von euch wird man töten. Und ihr werdet um meines Namens willen von allen gehasst werden. Und doch wird euch kein Haar gekrümmt werden. Wenn ihr standhaft bleibt, werdet ihr das Leben gewinnen.
Singet dem Herrn ein neues Lied; denn er hat wunderbare Taten vollbracht! Geholfen hat ihm seine Rechte und sein heiliger Arm. Der Herr hat sein Heil bekannt gemacht und sein gerechtes Wirken enthüllt vor den Augen der Völker. Er gedachte seiner Huld und seiner Treue zum Hause Israel. Alle Enden der Erde sahen das Heil unsres Gottes. Jauchzet dem Herrn, alle Lande, freut euch, jubelt und singt! Es brause das Meer und alles, was es erfüllt, der Erdkreis und seine Bewohner. In die Hände klatschen sollen die Ströme, die Berge sollen jubeln im Chor. Jubeln sollen alle vor dem Herrn, wenn er kommt, um die Erde zu richten. Er richtet den Erdkreis gerecht, die Nationen so, wie es recht ist.
Wie der Herr auf Wolken in die Himmel auffuhr, wird er auf Wolken vom Himmel herabkommen. „Und sie werden den Menschensohn auf den Wolken des Himmels kommen sehen mit großer Macht und Herrlichkeit“ (Mt 24,30). Woran wird jedoch die Ankunft Christi zu erkennen sein? Es könnte ja etwa eine feindliche Macht sich erkühnen, dieselbe nachzuahmen. Antwort: „Alsdann wird das Zeichen des Menschensohnes am Himmel erscheinen“ (Mt 24,30). Das für Christus wahrhaft charakteristische Zeichen ist das Kreuz. Das Zeichen des glänzenden Kreuzes wird dem König vorangehen, um ihn zu offenbaren, der ehedem gekreuzigt worden war. Die Juden, welche ihn seinerzeit durchbohrt und verfolgt haben, sollen, wenn sie das Kreuzzeichen sehen, „klagen, Stamm für Stamm“ (Zach 12,12) und sagen: es ist der, der die Backenstreiche erhalten hatte; es ist der, dem man seinerzeit ins Angesicht gespien hatte; es ist der, den man in Fesseln geschlagen hatte; es ist der, den man dereinst am Kreuze verspottet hatte. Wohin – so werden sie fragen – sollen wir fliehen vor deinem Zorne? Vor der Schar der Engel, welche sie umgeben, werden sie aber nirgends fliehen können. Während das Zeichen des Kreuzes seinen Feinden ein Schrecken sein wird, wird es Freude seinen Freunden sein, welche an Christus geglaubt, ihn verkündet oder für ihn gelitten haben. Wer wird alsdann so glücklich sein, als Freund Christi erfunden zu werden? Jener herrliche König, der von Engeln umgeben ist und wie der Vater auf dem Throne sitzt, wird seine Diener nicht verachten. Damit die Auserwählten nicht mit den Feinden vermengt werden, „wird er seine Engel unter dem lauten Schalle der Posaune aussenden, und sie werden seine Auserwählten von den vier Winden her sammeln“ (Mt 24,31). Wenn Gott den einen Lot nicht verachtete (vgl. Gen 19,15; Lk 17,28), wie sollte er dann die Menge der Gerechten verachten? „Kommet, ihr Gesegneten meines Vaters!“ (Mt 25,34) wird er denen zurufen, welche dann, von Engeln gesammelt, auf den Wolken daherfahren werden.
In jener Zeit, als einige darüber sprachen, dass der Tempel mit schönen Steinen und Weihegeschenken geschmückt sei, sagte Jesus: Es wird eine Zeit kommen, da wird von allem, was ihr hier seht, kein Stein auf dem andern bleiben; alles wird niedergerissen werden. Sie fragten ihn: Meister, wann wird das geschehen, und an welchem Zeichen wird man erkennen, dass es beginnt? Er antwortete: Gebt acht, dass man euch nicht irreführt! Denn viele werden unter meinem Namen auftreten und sagen: Ich bin es!, und: Die Zeit ist da. - Lauft ihnen nicht nach! Und wenn ihr von Kriegen und Unruhen hört, lasst euch dadurch nicht erschrecken! Denn das muss als erstes geschehen; aber das Ende kommt noch nicht sofort. Dann sagte er zu ihnen: Ein Volk wird sich gegen das andere erheben und ein Reich gegen das andere. Es wird gewaltige Erdbeben und an vielen Orten Seuchen und Hungersnöte geben; schreckliche Dinge werden geschehen, und am Himmel wird man gewaltige Zeichen sehen.
Verkündet bei den Nationen: Der HERR ist König! Fest ist der Erdkreis gegründet, er wird nicht wanken. Er richtet die Völker so, wie es recht ist. Der Himmel freue sich, die Erde frohlocke, es brause das Meer und alles, was es erfüllt. Es jauchze die Flur und was auf ihr wächst. Jubeln sollen alle Bäume des Waldes. Jubeln sollen alle vor dem Herrn, wenn er kommt, wenn er kommt, um die Erde zu richten. Er richtet den Erdkreis gerecht. und die Nationen nach seiner Treue.
Erinnern wir uns an die Witwe, die aus Sorge um die Armen sich selbst so sehr vergaß, dass sie alles, was sie noch zum Leben hatte, hergab, wie der Herr selbst es bezeugt, und nur an das künftige Leben dachte. Die anderen hatten von ihrem Überfluss gegeben; sie aber, die vielleicht ärmer war als viele andere Arme – da ihr ganzes Vermögen ja aus zwei Münzen bestand –, war in ihrem Herzen reicher als alle Reichen. Sie hatte nur den Reichtum der ewigen Belohnung im Blick. Da sie nach den Schätzen des Himmels strebte, verzichtete auf alles, was sie besaß; denn für sie war Besitz nur Staub, der wieder zum Staub zurückkehren würde (vgl. Gen 3,19). Sie gab das, was sie hatte her, um das zu erhalten, was sie nicht sehen konnte. Sie gab vergänglichen Besitz weg, um unvergänglichen zu erwerben. Diese kleine Arme vergaß nicht, welche Mittel der Herr vorgesehen und uns zur Verfügung gestellt hatte, damit wir den zukünftigen Lohn erlangen. Deshalb hat auch der Herr sie nicht vergessen; der Weltenrichter hat sein Urteil schon vorweggenommen: Er lobt die, die er am Tag des Gerichts krönen wird.
In jener Zeit sah Jesus, wie die Reichen ihre Gaben in den Opferkasten legten. Dabei sah er auch eine arme Witwe, die zwei kleine Münzen hineinwarf. Da sagte er: Wahrhaftig, ich sage euch: Diese arme Witwe hat mehr hineingeworfen als alle anderen. Denn sie alle haben nur etwas von ihrem Überfluss geopfert; diese Frau aber, die kaum das Nötigste zum Leben hat, sie hat ihren ganzen Lebensunterhalt hergegeben.
Dem Herrn gehört die Erde und was sie erfüllt, der Erdkreis und seine Bewohner. Denn er hat ihn auf Meere gegründet, ihn über Strömen befestigt. Wer darf hinaufziehn zum Berg des Herrn, wer darf stehn an seiner heiligen Stätte? Der reine Hände hat und ein lauteres Herz, der nicht betrügt und keinen Meineid schwört. Er wird Segen empfangen vom Herrn und Heil von Gott, seinem Helfer. Das sind die Menschen, die nach ihm fragen, die dein Antlitz suchen, Gott Jakobs.
„Jesus, denk an mich, wenn du in dein Reich kommst.“ Der Schächer wagte diese Bitte erst auszusprechen, nachdem er durch sein Geständnis die Last seiner Sünden abgelegt hatte. Du siehst, o Christ, welche Macht die Beichte hat. Er bekannte seine Sünden und das Paradies tat sich auf. Er bekannte seine Sünden und hatte genug Zuversicht, um nach seinen Raubzügen die Aufnahme in das Reich Gottes zu erbitten. […] Du willst das Reich Gottes kennenlernen? Was siehst du denn hier, was danach ausschaut? Du siehst die Nägel und ein Kreuz; aber eben dieses Kreuz, sagte Jesus, ist das Zeichen des Reiches. Und ich, ich rufe ihn, den ich am Kreuz hängen sehe, zum König aus. Ist es nicht die Aufgabe eines Königs, für seine Untertanen zu sterben? Er selbst hat es gesagt: „Der gute Hirt gibt sein Leben hin für die Schafe“ (Joh 10,11). Das gilt auch für einen guten König: Auch er gibt sein Leben hin für seine Untertanen. Ich werde ihn also zum König ausrufen, weil er sein Leben dahingab: „Jesus, denk an mich, wenn du in dein Reich kommst.“ Verstehst du jetzt, auf welche Weise das Kreuz Zeichen des Königreichs ist? Hier ist noch ein weiterer Beweis: Christus hat sein Kreuz nicht auf der Erde zurückgelassen, sondern es erhoben und mit sich in den Himmel genommen. Wir wissen das, weil er es bei sich haben wird, wenn er in Herrlichkeit wiederkommt. Um dich zu lehren, wie sehr dieses Kreuz der Verehrung würdig ist, hat er es zu einem Ruhmeszeichen gemacht. […] Wenn der Menschensohn kommt, „wird sich die Sonne verfinstern, und der Mond wird nicht mehr scheinen“. Es wird dann eine so intensive Klarheit herrschen, dass selbst die strahlendsten Gestirne sich verfinstern. „Die Sterne werden vom Himmel fallen. Dann wird das Zeichen des Menschensohnes am Himmel erscheinen“ (vgl. Mt 24,29–30). Siehst du, welche Macht das Zeichen des Kreuzes hat? […] Wenn ein König in eine Stadt einzieht, greifen die Soldaten zu den Fahnen, nehmen sie auf die Schultern und marschieren vor ihm her, um sein Kommen anzukündigen. So werden auch die Legionen von Engeln und Erzengeln Christus voranschreiten, wenn er vom Himmel herabkommt. Sie werden auf ihren Schultern dieses Zeichen tragen als Vorboten für die Ankunft unseres Königs.