Tagesevangelium

Sonntag, 20. November : Aus dem Heiligen Evangelium nach Lukas - Lk 23,35-43.

In jener Zeit verlachten die führenden Männer des Volkes Jesus und sagten: Anderen hat er geholfen, nun soll er sich selbst helfen, wenn er der erwählte Messias Gottes ist. Auch die Soldaten verspotteten ihn; sie traten vor ihn hin, reichten ihm Essig und sagten: Wenn du der König der Juden bist, dann hilf dir selbst! Über ihm war eine Tafel angebracht; auf ihr stand: Das ist der König der Juden. Einer der Verbrecher, die neben ihm hingen, verhöhnte ihn: Bist du denn nicht der Messias? Dann hilf dir selbst und auch uns! Der andere aber wies ihn zurecht und sagte: Nicht einmal du fürchtest Gott? Dich hat doch das gleiche Urteil getroffen. Uns geschieht recht, wir erhalten den Lohn für unsere Taten; dieser aber hat nichts Unrechtes getan. Dann sagte er: Jesus, denk an mich, wenn du in dein Reich kommst. Jesus antwortete ihm: Amen, ich sage dir: Heute noch wirst du mit mir im Paradies sein.

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Sonntag, 20. November : Brief des Apostels Paulus an die Kolosser 1,12-20.

Brüder! Dankt dem Vater mit Freude! Er hat euch fähig gemacht, Anteil zu haben am Los der Heiligen, die im Licht sind. Er hat uns der Macht der Finsternis entrissen und aufgenommen in das Reich seines geliebten Sohnes. Durch ihn haben wir die Erlösung, die Vergebung der Sünden. Er ist das Ebenbild des unsichtbaren Gottes, der Erstgeborene der ganzen Schöpfung. Denn in ihm wurde alles erschaffen im Himmel und auf Erden, das Sichtbare und das Unsichtbare, Throne und Herrschaften, Mächte und Gewalten; alles ist durch ihn und auf ihn hin geschaffen. Er ist vor aller Schöpfung, in ihm hat alles Bestand. Er ist das Haupt des Leibes, der Leib aber ist die Kirche. Er ist der Ursprung, der Erstgeborene der Toten; so hat er in allem den Vorrang. Denn Gott wollte mit seiner ganzen Fülle in ihm wohnen, um durch ihn alles zu versöhnen. Alles im Himmel und auf Erden wollte er zu Christus führen, der Friede gestiftet hat am Kreuz durch sein Blut.

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Sonntag, 20. November : ps 122(121),1-3.4-5.

Ich freute mich, als man mir sagte: „Zum Haus des Herrn wollen wir pilgern. Schon stehen wir in deinen Toren, Jerusalem: Jerusalem, du starke Stadt, dicht gebaut und fest gefügt. Dorthin ziehen die Stämme hinauf, die Stämme des Herrn, wie es Israel geboten ist, den Namen des Herrn zu preisen. Denn dort stehen Throne bereit für das Gericht, die Throne des Hauses David.

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Samstag, 19. November : Hl. Irenäus von Lyon

In seiner Antwort an die Sadduzäer, die die Auferstehung leugneten und auf diese Weise Gott verachteten und das Gesetz verhöhnten, verkündete unser Herr und Meister die Auferstehung und offenbarte ihnen Gott. Er sagte zu ihnen: „Dass aber die Toten auferstehen, hat schon Mose in der Geschichte vom Dornbusch angedeutet, in der er den Herrn den Gott Abrahams, den Gott Isaaks und den Gott Jakobs nennt.“ Und er fügte hinzu: „Er ist doch kein Gott von Toten, sondern von Lebenden; denn für ihn sind alle lebendig.“ Damit machte er deutlich, dass jener, der aus dem Dornbusch zu Mose gesprochen und sich diesem als der Gott der Väter offenbarte, der Gott der Lebenden ist. Denn wer sonst sollte der Gott der Lebenden sein, wenn nicht der wahre Gott, über dem es keinen anderen gibt? Er ist es, den der Prophet Daniel angekündigt hatte, als er Cyrus, dem König der Perser, antwortete […]: „Ich verehre keine Standbilder, die von Menschen gemacht worden sind, sondern nur den lebendigen Gott, der den Himmel und die Erde erschaffen hat und die Herrschaft besitzt über alles, was lebt.“ Und weiter: „Nur den Herrn, meinen Gott, bete ich an; denn er ist wirklich ein lebendiger Gott“ (Dan 14,5.25). Der Gott, der von den Propheten anbetet wurde, der lebendige Gott, er ist der Gott der Lebenden, zusammen mit dem Logos, seinem Wort, das aus dem Dornbusch zu Mose gesprochen hatte, das die Sadduzäer widerlegte und die Auferstehung verhieß. Er ist es, der den [geistlich] Blinden, ausgehend vom Gesetz, diese beiden Dinge darlegte: die Auferstehung und den wahren Gott. Denn wenn er nicht der Gott der Toten, sondern der Lebenden ist, und wenn er der Gott der Väter genannt wird, jener also, die entschlafen sind, dann sind sie zweifellos für Gott lebendig und nicht vergangen: Sie sind „durch die Auferstehung zu Söhnen Gottes geworden“ (Lk 20,36). Die Auferstehung aber ist unser Herr in Person, wie er selbst sagt: „Ich bin die Auferstehung und das Leben“ (Joh 11,25). Und die Väter sind seine Söhne, nach dem Wort des Propheten: „Anstelle deiner Väter sind dir Söhne geboren worden“ (vgl. Ps 44,17 Vulg.).

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Samstag, 19. November : Aus dem Heiligen Evangelium nach Lukas - Lk 20,27-40.

In jener Zeit kamen einige von den Sadduzäern, die die Auferstehung leugnen, zu Jesus und fragten ihn: Meister, Mose hat uns vorgeschrieben: Wenn ein Mann, der einen Bruder hat, stirbt und eine Frau hinterlässt, ohne Kinder zu haben, dann soll sein Bruder die Frau heiraten und seinem Bruder Nachkommen verschaffen. Nun lebten einmal sieben Brüder. Der erste nahm sich eine Frau, starb aber kinderlos. Da nahm sie der zweite, danach der dritte, und ebenso die anderen bis zum siebten; sie alle hinterließen keine Kinder, als sie starben. Schließlich starb auch die Frau. Wessen Frau wird sie nun bei der Auferstehung sein? Alle sieben haben sie doch zur Frau gehabt. Da sagte Jesus zu ihnen: Nur in dieser Welt heiraten die Menschen. Die aber, die Gott für würdig hält, an jener Welt und an der Auferstehung von den Toten teilzuhaben, werden dann nicht mehr heiraten. Sie können auch nicht mehr sterben, weil sie den Engeln gleich und durch die Auferstehung zu Söhnen Gottes geworden sind. Dass aber die Toten auferstehen, hat schon Mose in der Geschichte vom Dornbusch angedeutet, in der er den Herrn den Gott Abrahams, den Gott Isaaks und den Gott Jakobs nennt. Er ist doch kein Gott von Toten, sondern von Lebenden; denn für ihn sind alle lebendig. Da sagten einige Schriftgelehrte: Meister, du hast gut geantwortet. Und man wagte nicht mehr, ihn etwas zu fragen.

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Samstag, 19. November : ps 144(143),1-2abc.9-10.

Gelobt sei der Herr, der mein Fels ist, der meine Hände den Kampf gelehrt hat, meine Finger den Krieg. Du bist meine Huld und Burg, meine Festung, mein Retter, mein Schild, dem ich vertraue. Ein neues Lied will ich, o Gott, dir singen, auf der zehnsaitigen Harfe will ich dir spielen, der du den Königen den Sieg verleihst und David, deinen Knecht, errettest.

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Freitag, 18. November : Syrische Liturgie

Wenn drei in deinem Namen versammelt sind (vgl. Mt 18,20), bilden sie bereits eine Kirche. Bewahre die Tausenden, die sich hier versammelt haben: Ihre Herzen hatten dir schon ein Heiligtum bereitet, noch ehe unsere Hände dieses hier zur Ehre deines Namens errichtet haben. Möge der innere Tempel ebenso schön sein wie der Tempel aus Steinen. Mögest du in dem einen wie in dem anderen wohnen; in unsere Herzen wie in diese Steine ist dein Name eingeprägt. Gottes Allmacht hätte sich ebenso leicht eine Wohnstätte errichten können, wie sie mit einer Geste das Universum ins Dasein gerufen hat. Aber Gott hat den Menschen „gebaut“, damit der Mensch für ihn Wohnungen baue. Gepriesen sei seine Gnade, die uns so sehr geliebt hat! Er ist unendlich; wir sind begrenzt. Er baute für uns die Welt; wir bauen ihm ein Haus. Es ist wunderbar, dass der Mensch der Allmacht, die überall gegenwärtig ist und der nichts entgeht, eine Wohnung bauen kann. Er wohnt mit zärtlicher Fürsorge in unserer Mitte; er zieht uns an sich mit Ketten der Liebe (vgl. Hos 11,4); er bleibt bei uns und ruft uns, damit wir den Weg zum Himmel einschlagen, um bei ihm zu wohnen. Er hat seine Wohnung verlassen und sich die Kirche erkoren, damit wir unsere Wohnung verlassen und das Paradies erwählen. Gott hat unter den Menschen gewohnt, damit die Menschen Gott begegnen können.

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Freitag, 18. November : Aus dem Heiligen Evangelium nach Lukas - Lk 19,45-48.

In jener Zeit ging Jesus in den Tempel und begann, die Händler hinauszutreiben. Er sagte zu ihnen: In der Schrift steht: Mein Haus soll ein Haus des Gebetes sein. Ihr aber habt daraus eine Räuberhöhle gemacht. Er lehrte täglich im Tempel. Die Hohenpriester, die Schriftgelehrten und die übrigen Führer des Volkes aber suchten ihn umzubringen. Sie wussten jedoch nicht, wie sie es machen sollten, denn das ganze Volk hing an ihm und hörte ihn gern.

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Freitag, 18. November : ps 119(118),14.24.72.103.111.131.

Nach deinen Vorschriften zu leben freut mich mehr als großer Besitz. Deine Vorschriften machen mich froh; sie sind meine Berater. Die Weisung deines Mundes ist mir lieb, mehr als große Mengen von Gold und Silber. Wie köstlich ist für meinen Gaumen deine Verheißung, süßer als Honig für meinen Mund. Deine Vorschriften sind auf ewig mein Erbteil; denn sie sind die Freude meines Herzens. Weit öffne ich meinen Mund und lechze nach deinen Geboten; denn nach ihnen hab’ ich Verlangen.

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Donnerstag, 17. November : Hl. Paul VI.

Es ist aber nur allzu deutlich, dass Rom nicht das Ziel unserer Pilgerfahrt in der Zeit darstellt. Keine irdische Heilige Stadt kann ein solches Ziel sein. Dieses liegt jenseits dieser Welt, in der Tiefe des Geheimnisses Gottes verborgen, das für uns noch nicht sichtbar ist. Denn wir wandeln noch im Glauben, nicht im klaren Schauen, und was wir sein werden, ist noch nicht offenbar. Das neue Jerusalem, von dem wir schon jetzt Bürger und Kinder sind (vgl. Gal 4,26), ist jenes in der Höhe, das von Gott herniedersteigt. Von dieser einzigen endgültigen Stadt haben wir noch nicht den Glanz geschaut, es sei denn nur wie in einem Spiegel auf undeutliche Weise, indem wir am prophetischen Wort festhalten. Wir sind aber schon jetzt deren Bürger oder sind dazu eingeladen, es zu werden. Jede geistliche Pilgerfahrt erhält von dieser letzten Bestimmung her ihren inneren Sinn. In solcher Weise ist das Jerusalem von den Psalmisten gepriesen worden. Jesus selbst und Maria, seine Mutter, haben auf Erden, als sie nach Jerusalem hinaufgingen, die Gesänge von Sion gesungen als der „Krone der Schönheit, Wonne der ganzen Erde“ (vgl. Ps 50,2; 48,3). Es ist aber nunmehr Christus, von dem das himmlische Jerusalem seine Anziehungskraft erhält. Er ist es, zu dem wir auf unserem inneren Weg unterwegs sind.

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