Tagesevangelium

Mittwoch, 30. November : ps 19(18),2-3.4-5ab.

Die Himmel rühmen die Herrlichkeit Gottes, vom Werk seiner Hände kündet das Firmament. Ein Tag sagt es dem andern, eine Nacht tut es der andern kund, ohne Worte und ohne Reden, unhörbar bleibt ihre Stimme. Doch ihre Botschaft geht in die ganze Welt hinaus, ihre Kunde bis zu den Enden der Erde.

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Dienstag, 29. November : Hl. Alphons-Maria von Liguori

Gott hat gewollt, dass wir erst nach dem Kommen des Messias geboren wurden; wie viel Dank schulden wir ihm dafür! Nachdem die Erlösung durch Jesus Christus bereits gewirkt war –, um wie viel größer waren die Wohltaten, die wir empfangen haben! Abraham, die Patriarchen und die Propheten sehnten sich danach, den Erlöser zu sehen; ihnen war dieses Glück nicht beschieden. Mit ihrem flehentlichen Seufzen und Bitten haben sie den Himmel sozusagen in den Ohren gelegen: „Taut, ihr Himmel, von oben“, riefen sie, „ihr Wolken, lasst Gerechtigkeit regnen!“ […] „Sende das Lamm, den Beherrscher der Erde“ (Jes 45,8; 16,1 Vulg.). […] So möge er in unseren Herzen herrschen und uns aus der Sklaverei befreien, in der wir elendiglich leben. „Erweise uns, Herr, deine Huld, und gewähre uns dein Heil“ (Ps 85(84),8). Das heißt: „Beeile dich, barmherzigster Gott, lass über uns deine liebreiche Huld aufleuchten, und lass die größte und wichtigste all deiner Verheißungen in Erfüllung gehen: Sende den, der uns retten soll“. So seufzten und flehten die Heiligen vor der Ankunft des Messias, und doch war es ihnen über viertausend Jahre hindurch nicht vergönnt, seine Geburt zu erleben. Dieses Glück war uns vorbehalten: Was aber tun wir? Welchen Nutzen ziehen wir daraus? Lasst uns doch diesen liebenswerten Erlöser lieben, jetzt, da er gekommen ist, da er uns aus den Händen unserer Feinde befreit hat, da er uns um den Preis seines Lebens vom ewigen Tod erlöst hat […], da er uns das Paradies geöffnet hat, da er uns mit so vielen Sakramenten und starken Hilfen ausgestattet hat! Er hat es getan, damit wir ihn in diesem Leben lieben und ihm in Frieden dienen, um uns im anderen Leben seiner auf ewig zu erfreuen. […] Du wärest wirklich voller Undankbarkeit, meine Seele, wenn du deinen Gott nicht lieben würdest, diesen Gott, der in Windeln gewickelt werden wollte, um dich von den Ketten der Hölle zu befreien; der arm sein wollte, um dir seinen Reichtum zu schenken; der schwach sein wollte, um dich gegen deine Feinde stark zu machen; der von Leiden und Traurigkeit überhäuft sein wollte, um durch seine Tränen deine Sünden abzuwaschen.

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Dienstag, 29. November : Aus dem Heiligen Evangelium nach Lukas - Lk 10,21-24.

In dieser Stunde rief Jesus, vom Heiligen Geist erfüllt, voll Freude aus: Ich preise dich, Vater, Herr des Himmels und der Erde, weil du all das den Weisen und Klugen verborgen, den Unmündigen aber offenbart hast. Ja, Vater, so hat es dir gefallen. Mir ist von meinem Vater alles übergeben worden; niemand weiß, wer der Sohn ist, nur der Vater, und niemand weiß, wer der Vater ist, nur der Sohn und der, dem es der Sohn offenbaren will. Jesus wandte sich an die Jünger und sagte zu ihnen allein: Selig sind die, deren Augen sehen, was ihr seht. Ich sage euch: Viele Propheten und Könige wollten sehen, was ihr seht, und haben es nicht gesehen, und wollten hören, was ihr hört, und haben es nicht gehört.

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Dienstag, 29. November : ps 72(71),1-2.7-8.12-13.17.

Verleih dein Richteramt, o Gott, dem König, dem Königssohn gib dein gerechtes Walten! Er regiere dein Volk in Gerechtigkeit und deine Armen durch rechtes Urteil. Die Gerechtigkeit blühe auf in seinen Tagen und großer Friede, bis der Mond nicht mehr da ist. Er herrsche von Meer zu Meer, vom Strom bis an die Enden der Erde. Denn er rettet den Gebeugten, der um Hilfe schreit, den Armen und den, der keinen Helfer hat. Er erbarmt sich des Gebeugten und Schwachen, er rettet das Leben der Armen. Sein Name soll ewig bestehen; solange die Sonne bleibt, sprosse sein Name. Glücklich preisen sollen ihn alle Völker und in ihm sich segnen.

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Montag, 28. November : II. Vatikanisches Konzil

Die pilgernde Kirche ist ihrem Wesen nach „missionarisch“ (d. h. als Gesandte unterwegs), da sie selbst ihren Ursprung aus der Sendung des Sohnes und der Sendung des Heiligen Geistes herleitet gemäß dem Plan Gottes des Vaters. Dieser Plan entspringt der „quellhaften Liebe“, dem Liebeswollen Gottes des Vaters. Er, der ursprungslose Ursprung, aus dem der Sohn gezeugt wird und der Heilige Geist durch den Sohn hervorgeht, hat uns in seiner übergroßen Barmherzigkeit und Güte aus freien Stücken geschaffen und überdies gnadenweise gerufen, Gemeinschaft zu haben mit ihm in Leben und Herrlichkeit. Er hat die göttliche Güte freigebig ausgegossen und gießt sie immerfort aus, so dass er, der Schöpfer von allem, endlich „alles in allem“ (1 Kor 15,28) sein wird, indem er zugleich seine Herrlichkeit und unsere Seligkeit bewirkt. Es hat aber Gott gefallen, die Menschen nicht bloß als einzelne, ohne jede gegenseitige Verbindung, zur Teilhabe an seinem Leben zu rufen, sondern sie zu einem Volk zu bilden, in dem seine Kinder, die verstreut waren, in eins versammelt werden sollen. […] Dieser umfassende Plan Gottes für das Heil des Menschengeschlechtes wird nicht allein auf eine gleichsam in der Innerlichkeit des Menschen verborgene Weise verwirklicht. […] so wollte er Frieden und Gemeinschaft mit sich herstellen und brüderliche Verbundenheit unter den Menschen, die doch Sünder sind, stiften. Darum sandte er seinen Sohn in unserem Fleisch […] dass er alles in ihm erneuerte. Denn Christus Jesus ist in die Welt gesandt worden als wahrer Mittler Gottes und der Menschen. Da er Gott ist, „wohnt in ihm leibhaftig die ganze Fülle der Gottheit“ (Kol 2,9); der menschlichen Natur nach aber ist er, „voll Gnade und Wahrheit“ (Joh 1,14), als neuer Adam zum Haupt der erneuerten Menschheit bestellt. […] unseretwegen ist er arm geworden, da er doch reich war, damit wir durch seine Armut reich würden. […] Er hat aber, ausgenommen die Sünde, die volle Menschennatur angenommen, wie sie sich bei uns findet, die wir elend und arm sind. […] „Der Menschensohn ist gekommen, zu suchen und heil zu machen, was verloren war“ (Lk 19,10). Was aber vom Herrn ein für allemal verkündet oder in ihm für das Heil des Menschengeschlechts getan worden ist, muss ausgerufen und ausgesät werden bis ans Ende der Erde […]. So soll, was einmal für alle zum Heil vollzogen worden ist, in allen im Ablauf der Zeiten seine Wirkung erlangen.

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Montag, 28. November : Aus dem Heiligen Evangelium nach Matthäus - Mt 8,5-11.

In jener Zeit als Jesus nach Kafarnaum kam, trat ein Hauptmann an ihn heran und bat ihn: Herr, mein Diener liegt gelähmt zu Hause und hat große Schmerzen. Jesus sagte zu ihm: Ich will kommen und ihn gesund machen. Da antwortete der Hauptmann: Herr, ich bin es nicht wert, dass du mein Haus betrittst; sprich nur ein Wort, dann wird mein Diener gesund. Auch ich muss Befehlen gehorchen, und ich habe selber Soldaten unter mir; sage ich nun zu einem: Geh!, so geht er, und zu einem andern: Komm!, so kommt er, und zu meinem Diener: Tu das!, so tut er es. Jesus war erstaunt, als er das hörte, und sagte zu denen, die ihm nachfolgten: Amen, das sage ich euch: Einen solchen Glauben habe ich in Israel noch bei niemand gefunden. Ich sage euch: Viele werden von Osten und Westen kommen und mit Abraham, Isaak und Jakob im Himmelreich zu Tisch sitzen.

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Montag, 28. November : ps 122(121),1-3.4-5.6-7.8-9.

Ich freute mich, als man mir sagte: „Zum Haus des Herrn wollen wir pilgern. Schon stehen wir in deinen Toren, Jerusalem: Jerusalem, du starke Stadt, dicht gebaut und fest gefügt. Dorthin ziehen die Stämme hinauf, die Stämme des Herrn, wie es Israel geboten ist, den Namen des Herrn zu preisen. Denn dort stehen Throne bereit für das Gericht, die Throne des Hauses David. Erbittet für Jerusalem Frieden! Wer dich liebt, sei in dir geborgen. Friede wohne in deinen Mauern, in deinen Häusern Geborgenheit. Wegen meiner Brüder und Freunde will ich sagen: In dir sei Friede. Wegen des Hauses des Herrn, unseres Gottes, will ich dir Glück erflehen.

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Sonntag, 27. November : Sel. Guerricus von Igny

Wahrlich, meine Brüder, im Jubel des Geistes müssen wir der Begegnung mit dem kommenden Christus entgegengehen. […] Unser Geist soll sich also in freudiger Bewegung erheben und seinem Erlöser entgegeneilen […]. Ich glaube nämlich, dass uns viele Stellen der Heiligen Schrift einladen, ihm entgegenzugehen, nicht nur in Bezug auf die zweite Ankunft, sondern sogar in Bezug auf die erste. […] Noch vor seiner Wiederkunft soll der Herr doch zu euch kommen. Bevor er der ganzen Welt erscheint, möge er euch ganz vertraut besuchen, er, der gesagt hat: „Ich werde euch nicht als Waisen zurücklassen, sondern ich komme wieder zu euch“ (Joh 14,18). Denn in dieser Zeitspanne zwischen seinem ersten und seinem letzten Kommen gibt es – je nach Verdienst und Eifer eines jeden – ein häufiges und vertrautes Kommen des Herrn, das uns nach dem ersten formt und auf das letzte vorbereitet. […] Durch sein Kommen während der gegenwärtigen Zeit arbeitet er daran, unseren Hochmut zu korrigieren, uns jener Demut ähnlich zu machen, die er bei seinem ersten Kommen erwiesen hat, und „unseren armseligen Leib zu verwandeln in die Gestalt seines verherrlichten Leibes“ (vgl. Phil 3,21), den er uns bei seiner Wiederkunft zeigen wird. Deshalb müssen wir dieses vertraute Kommen, das uns die Gnade des ersten Kommens schenkt und uns die Herrlichkeit des letzten verheißt, ersehnen und inständig erbitten. […] Das erste Kommen war demütig und verborgen, das letzte wird offenkundig und herrlich sein. Das Kommen, von dem ich spreche, ist verborgen und herrlich zugleich. Ich sage verborgen, nicht weil es von dem, dem es widerfährt, nicht wahrgenommen würde, sondern weil es ihm im Geheimen widerfährt. […] Er kommt, ohne gesehen zu werden und entfernt sich, ohne dass jemand es bemerkt. Seine bloße Anwesenheit ist für die Seele und den Geist ein Licht, das Unsichtbares sehen und Unerkennbares erkennen lässt. […] Dieses Kommen des Herrn versetzt die Seele dessen, der ihn schaut, in süße und glückliche Bewunderung. Dann sprudelt aus seinem Innersten der Ruf hervor: „Herr, wer ist wie du?“ (Ps 35(34),10). Wer es erfahren hat, weiß es. Möge es Gott gefallen, dass diejenigen, die es nicht erfahren haben, den Wunsch danach verspüren!

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Sonntag, 27. November : Aus dem Heiligen Evangelium nach Matthäus - Mt 24,37-44.

In jener Zeit sprach Jesus zu seinen Jüngern: Wie es in den Tagen des Noach war, so wird es bei der Ankunft des Menschensohnes sein. Wie die Menschen in den Tagen vor der Flut aßen und tranken und heirateten, bis zu dem Tag, an dem Noach in die Arche ging, und nichts ahnten, bis die Flut hereinbrach und alle wegraffte, so wird es auch bei der Ankunft des Menschensohnes sein. Dann wird von zwei Männern, die auf dem Feld arbeiten, einer mitgenommen und einer zurückgelassen. Und von zwei Frauen, die mit derselben Mühle mahlen, wird eine mitgenommen und eine zurückgelassen. Seid also wachsam! Denn ihr wisst nicht, an welchem Tag euer Herr kommt. Bedenkt: Wenn der Herr des Hauses wüsste, zu welcher Stunde in der Nacht der Dieb kommt, würde er wach bleiben und nicht zulassen, dass man in sein Haus einbricht. Darum haltet auch ihr euch bereit! Denn der Menschensohn kommt zu einer Stunde, in der ihr es nicht erwartet.

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Sonntag, 27. November : Brief des Apostels Paulus an die Römer 13,11-14a.

Brüder! Bedenkt die gegenwärtige Zeit: Die Stunde ist gekommen, aufzustehen vom Schlaf. Denn jetzt ist das Heil uns näher als zu der Zeit, da wir gläubig wurden. Die Nacht ist vorgerückt, der Tag ist nahe. Darum lasst uns ablegen die Werke der Finsternis und anlegen die Waffen des Lichts. Lasst uns ehrenhaft leben wie am Tag, ohne maßloses Essen und Trinken, ohne Unzucht und Ausschweifung, ohne Streit und Eifersucht. Legt als neues Gewand den Herrn Jesus Christus an.

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