Tagesevangelium

Donnerstag, 19. Januar : Brief an die Hebräer 7,25-28.8,1-6.

Brüder! Jesus kann die, die durch ihn vor Gott hintreten, für immer retten; denn er lebt allezeit, um für sie einzutreten. Ein solcher Hoherpriester war für uns in der Tat notwendig: einer, der heilig ist, unschuldig, makellos, abgesondert von den Sündern und erhöht über die Himmel; einer, der es nicht Tag für Tag nötig hat, wie die Hohenpriester zuerst für die eigenen Sünden Opfer darzubringen und dann für die des Volkes; denn das hat er ein für allemal getan, als er sich selbst dargebracht hat. Das Gesetz nämlich macht Menschen zu Hohenpriestern, die der Schwachheit unterworfen sind; das Wort des Eides aber, der später als das Gesetz kam, setzt den Sohn ein, der auf ewig vollendet ist. Die Hauptsache dessen aber, was wir sagen wollen, ist: Wir haben einen Hohenpriester, der sich zur Rechten des Thrones der Majestät im Himmel gesetzt hat, als Diener des Heiligtums und des wahren Zeltes, das der Herr selbst aufgeschlagen hat, nicht etwa ein Mensch. Denn jeder Hohepriester wird eingesetzt, um Gaben und Opfer darzubringen; deshalb muss auch unser Hoherpriester etwas haben, was er darbringen kann. Wäre er nun auf Erden, so wäre er nicht einmal Priester, da es hier schon Priester gibt, die nach dem Gesetz die Gaben darbringen. Sie dienen einem Abbild und Schatten der himmlischen Dinge, nach der Anweisung, die Mose erhielt, als er daranging, das Zelt zu errichten: Sieh zu, heißt es, dass du alles nach dem Urbild ausführst, das dir auf dem Berg gezeigt wurde. Jetzt aber ist ihm ein um so erhabenerer Priesterdienst übertragen worden, weil er auch Mittler eines besseren Bundes ist, der auf bessere Verheißungen gegründet ist.

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Mittwoch, 18. Januar : Hl. Petrus Chrysologus

Die Menschwerdung Christi geschah nicht auf normale Weise, sondern durch ein Wunder; dies widerspricht zwar der Vernunft, nicht aber der göttlichen Kraft; es geht vom Schöpfer aus, nicht von der Natur; es ist nicht gewöhnlich, sondern einzigartig, göttlich, nicht menschlich. Die Menschwerdung Christi ereignete sich nicht aus Notwendigkeit, sondern durch Macht. […] Sie ist ein Geheimnis des Glaubens, der Wiederherstellung und des Heiles für den Menschen. Derjenige, der – ohne selbst geboren zu sein – den Menschen aus unberührtem Lehm formte (vgl. Gen 2,7), hat in seiner Geburt einen Menschen aus einem unberührten Leib geschaffen. Die Hand, die sich in Güte des Lehmes bediente, um uns zu erschaffen, bediente sich auch in Güte unseres Fleisches, um uns neu zu schaffen. […] Mensch, warum verachtest du dich dermaßen, da du doch für Gott so wertvoll bist? Warum entehrst du dich selbst so sehr, wenn Gott dich so ehrt? Warum erforschest du, wie du erschaffen wurdest, und nicht, wozu du erschaffen wurdest? Ist nicht die ganze Welt, die du siehst, als Bleibe für dich gemacht worden? […] Christus nimmt Fleisch an, um der verdorbenen Natur ihre ganze Unversehrtheit zurückzugeben. Er nimmt den Zustand eines Kindes an, lässt sich füttern, durchläuft die aufeinanderfolgenden Lebensalter, um das eine, vollkommene und unvergängliche Lebensalter wiederherzustellen, das er selbst geschaffen hatte. Er trägt den Menschen, damit der Mensch nicht mehr fallen kann. Ihn, den er irdisch geschaffen hatte, macht er himmlisch; ihn, der von einem menschlichen Geist beseelt war, gibt er das Leben eines göttlichen Geistes. Und so erhebt er ihn ganz zu Gott, damit nichts mehr in ihm zurückbleibt von dem, was zur Sünde, zum Tod, zur Arbeit, zum Schmerz und zur Erde gehört. Das erwirkt uns unser Herr Jesus Christus, der als Gott mit dem Vater in der Einheit des Heiligen Geistes lebt und herrscht, jetzt und immerdar und von Ewigkeit zu Ewigkeit.

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Mittwoch, 18. Januar : Aus dem Heiligen Evangelium nach Markus 3,1-6.

In jener Zeit als Jesus in eine Synagoge ging, saß dort ein Mann, dessen Hand verdorrt war. Und sie gaben acht, ob Jesus ihn am Sabbat heilen werde; sie suchten nämlich einen Grund zur Anklage gegen ihn. Da sagte er zu dem Mann mit der verdorrten Hand: Steh auf und stell dich in die Mitte! Und zu den anderen sagte er: Was ist am Sabbat erlaubt: Gutes zu tun oder Böses, ein Leben zu retten oder es zu vernichten? Sie aber schwiegen. Und er sah sie der Reihe nach an, voll Zorn und Trauer über ihr verstocktes Herz, und sagte zu dem Mann: Streck deine Hand aus! Er streckte sie aus, und seine Hand war wieder gesund. Da gingen die Pharisäer hinaus und fassten zusammen mit den Anhängern des Herodes den Beschluss, Jesus umzubringen.

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Mittwoch, 18. Januar : ps 110(109),1-2.3.4-5.

So spricht der Herr zu meinem Herrn: Setze dich mir zur Rechten, und ich lege dir deine Feinde als Schemel unter die Füße. Das Zepter deiner Macht streckt der HERR aus vom Zion her: Herrsche inmitten deiner Feinde! Dich umgibt Herrschaft am Tag deiner Macht, im Glanz des Heiligtums. Ich habe dich aus dem Schoß gezeugt vor dem Morgenstern. Der HERR hat geschworen und nie wird es ihn reuen: Du bist Priester auf ewig nach der Ordnung Melchisedeks. Der HERR steht dir zur Rechten; er zerschmettert Könige am Tag seines Zornes.

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Mittwoch, 18. Januar : Brief an die Hebräer 7,1-3.15-17.

Brüder! Melchisedek, König von Salem und Priester des höchsten Gottes; er, der dem Abraham, als dieser nach dem Sieg über die Könige zurückkam, entgegenging und ihn segnete und welchem Abraham den Zehnten von allem gab; er, dessen Name “König der Gerechtigkeit” bedeutet und der auch König von Salem ist, das heißt „König des Friedens“; er, der ohne Vater, ohne Mutter und ohne Stammbaum ist, ohne Anfang seiner Tage und ohne Ende seines Lebens, ein Abbild des Sohnes Gottes: dieser Melchisedek bleibt Priester für immer. Das ist noch viel offenkundiger, wenn nach dem Vorbild Melchisedeks ein anderer Priester eingesetzt wird, der nicht, wie das Gesetz es fordert, aufgrund leiblicher Abstammung Priester geworden ist, sondern durch die Kraft unzerstörbaren Lebens. Denn es wird bezeugt: Du bist Priester auf ewig nach der Ordnung Melchisedeks.

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Dienstag, 17. Januar : Benedikt XVI.

Schließlich ist es in unserer Zeit besonders dringend, daran zu erinnern, dass der Tag des Herrn auch der Tag der Ruhe von der Arbeit ist. Wir wünschen uns von Herzen, dass er als solcher auch von der zivilen Gesellschaft anerkannt wird, so dass es möglich ist, von der beruflichen Tätigkeit frei zu sein, ohne dafür bestraft zu werden. Tatsächlich haben die Christen – nicht ohne Beziehung zur Bedeutung des Sabbats in der jüdischen Tradition – im Tag des Herrn auch den Tag der Ruhe von den alltäglichen Mühen gesehen. Das hat seinen ganz bestimmten Sinn, denn es stellt eine Relativierung der Arbeit dar, die auf den Menschen ausgerichtet wird: Die Arbeit ist für den Menschen da und nicht der Mensch für die Arbeit. Der Schutz, der dadurch dem Menschen selbst geboten wird, ist leicht zu erahnen: Auf diese Weise ist er von einer möglichen Form der Sklaverei befreit. Wie ich bereits betont habe, „besitzt die Arbeit eine primäre Bedeutung für die Verwirklichung des Menschen und für die Entwicklung der Gesellschaft, und muss darum immer in voller Achtung der menschlichen Würde und im Dienst am Gemeinwohl organisiert und entfaltet werden. Zugleich ist es unverzichtbar, dass der Mensch sich nicht von der Arbeit verknechten lässt, dass er sie nicht zum Götzen macht, indem er sich einbildet, in ihr den letzten und endgültigen Sinn des Lebens zu finden.“ Der gottgeweihte Tag ist es, der dem Menschen das Verständnis für den Sinn seines Lebens und auch seiner beruflichen Tätigkeit erschließt.

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Dienstag, 17. Januar : Aus dem Heiligen Evangelium nach Markus 2,23-28.

An einem Sabbat ging Jesus durch die Kornfelder, und unterwegs rissen seine Jünger Ähren ab. Da sagten die Pharisäer zu ihm: Sieh dir an, was sie tun! Das ist doch am Sabbat verboten. Er antwortete: Habt ihr nie gelesen, was David getan hat, als er und seine Begleiter hungrig waren und nichts zu essen hatten - wie er zur Zeit des Hohenpriesters Abjatar in das Haus Gottes ging und die heiligen Brote aß, die außer den Priestern niemand essen darf, und auch seinen Begleitern davon gab? Und Jesus fügte hinzu: Der Sabbat ist für den Menschen da, nicht der Mensch für den Sabbat. Deshalb ist der Menschensohn Herr auch über den Sabbat.

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Dienstag, 17. Januar : ps 111(110),1-2.4-5.9.10c.

Den Herrn will ich preisen von ganzem Herzen im Kreis der Frommen, inmitten der Gemeinde. Groß sind die Werke des Herrn, kostbar allen, die sich an ihnen freuen. Er hat ein Gedächtnis an seine Wunder gestiftet, der Herr ist gnädig und barmherzig. Er gibt denen Speise, die ihn fürchten, an seinen Bund denkt er auf ewig. Er gewährte seinem Volk Erlösung und bestimmte seinen Bund für ewige Zeiten. Furchtgebietend ist sein Name und heilig, sein Ruhm hat Bestand für immer.

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Dienstag, 17. Januar : Brief an die Hebräer 6,10-20.

Brüder! Gott ist nicht so ungerecht, euer Tun zu vergessen und die Liebe, die ihr seinem Namen bewiesen habt, indem ihr den Heiligen gedient habt und noch dient. Wir wünschen aber, dass jeder von euch im Blick auf den Reichtum unserer Hoffnung bis zum Ende den gleichen Eifer zeigt, damit ihr nicht müde werdet, sondern Nachahmer derer seid, die aufgrund ihres Glaubens und ihrer Ausdauer Erben der Verheißungen sind. Als Gott dem Abraham die Verheißung gab, schwor er bei sich selbst, da er bei keinem Höheren schwören konnte, und sprach: Fürwahr, ich will dir Segen schenken in Fülle und deine Nachkommen überaus zahlreich machen. So erlangte Abraham durch seine Ausdauer das Verheißene. Menschen nämlich schwören bei dem Höheren; der Eid dient ihnen zur Bekräftigung und schließt jeden weiteren Einwand aus; deshalb hat Gott, weil er den Erben der Verheißung ausdrücklich zeigen wollte, wie unabänderlich sein Entschluss ist, sich mit einem Eid verbürgt. So sollten wir durch zwei unwiderrufliche Taten, bei denen Gott unmöglich täuschen konnte, einen kräftigen Ansporn haben, wir, die wir unsere Zuflucht dazu genommen haben, die dargebotene Hoffnung zu ergreifen. In ihr haben wir einen sicheren und festen Anker der Seele, der hineinreicht in das Innere hinter dem Vorhang; dorthin ist Jesus für uns als unser Vorläufer hineingegangen, er, der nach der Ordnung Melchisedeks Hoherpriester ist auf ewig.

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Montag, 16. Januar : Hl. Petrus Chrysologus

„Warum fasten wir, und deine Jünger nicht?“ (vgl. Mk 2,18). Warum wohl? Weil für euch das Fasten eine Sache des Gesetzes ist. Es ist kein spontanes Geschenk. Für sich genommen hat das Fasten keinen Wert; was zählt, ist das Verlangen dessen, der fastet. Welchen Nutzen glaubt ihr, aus eurem Fasten ziehen zu können, wenn ihr – durch ein Gesetz dazu genötigt – gezwungenermaßen fastet? Fasten ist ein ausgezeichneter Pflug, um das Feld der Heiligkeit zu bestellen. Die Jünger Christi jedoch werden sogleich mitten ins erntereife Feld der Heiligkeit hineingestellt. Sie essen das Brot der neuen Ernte. Wie sollten sie zu einem Fasten verpflichtet sein, das nunmehr überholt ist? „Können denn die Hochzeitsgäste fasten, solange der Bräutigam bei ihnen ist?“ Wer Hochzeit hält, gibt sich ganz der Freude hin und nimmt teil am Festmahl; er zeigt sich den Gästen gegenüber leutselig und ganz fröhlich. Er tut alles, wozu ihn seine Liebe zur Braut inspiriert. Christus feiert seine Hochzeit mit der Kirche während seines Lebens auf Erden. Deshalb nimmt er die Einladungen zu Gastmählern an und lehnt nicht ab. Voller Wohlwollen und Liebe zeigt er sich menschlich, zugänglich und liebenswürdig. Kommt er doch, um den Menschen mit Gott zu vereinen und seine Gefährten zu Mitglieder der Familie Gottes zu machen. In ähnlicher Weise sagt Jesus: „Niemand näht ein Stück neuen Stoff auf ein altes Kleid“. Dieses neue Kleid ist der Stoff des Evangeliums, den er gerade mit der Wolle des Gotteslammes webt: ein königliches Gewand, das bald vom Blut der Passion purpurn gefärbt sein wird. Wie könnte Christus akzeptieren, dass dieses neue Kleid mit dem veralteten Gesetzesdenken Israels vereint wird? […] Ebenso gilt: „Auch füllt niemand neuen Wein in alte Schläuche. […] Neuer Wein gehört in neue Schläuche“. Diese neuen Schläuche sind die Christen. Das Fasten Christi reinigt diese Schläuche von allem Schmutz, damit sie den Wohlgeschmack des neuen Weines unversehrt bewahren. Der Christ wird so zu einem neuen Schlauch, der bereit ist, den neuen Wein aufzunehmen: den Hochzeitswein des Sohnes, gepresst in der Kelter des Kreuzes.

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