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Sucht den Herrn, ihr Gedemütigten im Land, die ihr nach dem Recht des Herrn lebt. Sucht Gerechtigkeit, sucht Demut! Vielleicht bleibt ihr geborgen am Tag des Zornes des Herrn. Und ich lasse in deiner Mitte übrig ein demütiges und armes Volk, das seine Zuflucht sucht beim Namen des Herrn. Der Rest von Israel wird kein Unrecht mehr tun und wird nicht mehr lügen, in ihrem Mund findet man kein unwahres Wort mehr. Ja, sie gehen friedlich auf die Weide, und niemand schreckt sie auf, wenn sie ruhen.
Wir müssen uns selbst entäußern, uns mit dem gekreuzigten Jesus bekleiden, in das Boot des heiligen Glaubens steigen und furchtlos auf dem stürmischen Meer der Welt segeln. Denn wer in diesem Boot sitzt, darf keine sklavische Furcht haben; sein Boot ist ja mit allem ausgestattet, was die Seele nur begehren kann. Wenn die Gegenwinde uns angreifen und uns daran hindern, unsere Wünsche auf der Stelle zu erfüllen, sollten wir uns deswegen nicht beunruhigen, sondern lebendigen Glauben haben. Denn wir haben genug, wovon wir uns ernähren können, und das Boot ist so stark, dass die auch die schrecklichsten Stürme, wenn sie es auf die Klippen treiben, es niemals zerschmettern können. Es ist wahr, dass das Boot häufig von den Wellen des Meeres bedeckt sein wird, aber nicht, damit wir den Mut verlieren, sondern damit wir uns selbst besser kennenlernen und deutlicher die Ruhe vom Sturm unterscheiden können. In Zeiten der Ruhe dürfen wir uns nicht in allzu großer Sicherheit wiegen, sondern müssen mit heiliger Furcht zu demütigen und beständigen Gebeten Zuflucht nehmen und mit brennendem Verlangen die Ehre Gottes und das Heil der Seelen in diesem Boot des Kreuzes suchen. Damit wir darin nicht nachlässig werden, erlaubt Gott den Dämonen, dem Fleisch und der Welt, uns zu verfolgen und uns mit ihren tosenden Fluten zu bedecken. Wenn die Seele, die sich in diesem Boot befindet, nicht irgendwo am Rand stehenbleibt, sondern sich in die Mitte des Bootes begibt, das heißt in den Abgrund der glühenden Liebe des gekreuzigten Jesus, wird sie keinen Schaden erleiden, sondern im Gegenteil: Sie wird stärker werden, immer tapferer die Schmerzen, Anstrengungen und ungerechten Vorwürfe der Welt ertragen, weil sie die Hilfe der göttlichen Vorsehung erfahren und gespürt hat. Legt also die Eigenliebe ab und bekleidet euch mit der Lehre des gekreuzigten Jesus! Ich beschwöre euch: Ich will, dass ihr in das Boot des heiligsten Kreuzes einsteigt und im Licht eines lebendigen Glaubens dieses stürmische Meer überquert.
An jenem Tag, als es Abend geworden war, sagte Jesus zu seinen Jüngern: Wir wollen ans andere Ufer hinüberfahren. Sie schickten die Leute fort und fuhren mit ihm in dem Boot, in dem er saß, weg; einige andere Boote begleiteten ihn. Plötzlich erhob sich ein heftiger Wirbelsturm, und die Wellen schlugen in das Boot, so dass es sich mit Wasser zu füllen begann. Er aber lag hinten im Boot auf einem Kissen und schlief. Sie weckten ihn und riefen: Meister, kümmert es dich nicht, dass wir zugrunde gehen? Da stand er auf, drohte dem Wind und sagte zu dem See: Schweig, sei still! Und der Wind legte sich, und es trat völlige Stille ein. Er sagte zu ihnen: Warum habt ihr solche Angst? Habt ihr noch keinen Glauben? Da ergriff sie große Furcht, und sie sagten zueinander: Was ist das für ein Mensch, dass ihm sogar der Wind und der See gehorchen?
Gepriesen sei der Herr, der Gott Israels! Denn er hat sein Volk besucht und ihm Erlösung geschaffen; er hat uns einen starken Retter erweckt im Hause seines Knechtes David. So hat er verheißen von alters her durch den Mund seiner heiligen Propheten. Er hat uns errettet vor unseren Feinden und aus der Hand aller, die uns hassen; Er hat das Erbarmen mit den Vätern an uns vollendet und an seinen heiligen Bund gedacht. Er hat an den Eid gedacht, den er unserm Vater Abraham geschworen hat. Er hat uns geschenkt, dass wir, aus Feindeshand befreit, ihm furchtlos dienen in Heiligkeit und Gerechtigkeit vor seinem Angesicht all unsre Tage.
Schwestern und Brüder! Glaube aber ist: Grundlage dessen, was man erhofft, ein Zutagetreten von Tatsachen, die man nicht sieht. Aufgrund dieses Glaubens haben die Alten ein gutes Zeugnis erhalten. Aufgrund des Glaubens gehorchte Abraham dem Ruf, wegzuziehen in ein Land, das er zum Erbe erhalten sollte; und er zog weg, ohne zu wissen, wohin er kommen würde. Aufgrund des Glaubens siedelte er im verheißenen Land wie in der Fremde und wohnte mit Isaak und Jakob, den Miterben derselben Verheißung, in Zelten; denn er erwartete die Stadt mit den festen Grundmauern, die Gott selbst geplant und gebaut hat. Aufgrund des Glaubens empfing selbst Sara, die unfruchtbar war, die Kraft, trotz ihres Alters noch Mutter zu werden;denn sie hielt den für treu, der die Verheißung gegeben hatte. So stammen denn auch von einem einzigen Menschen, dessen Kraft bereits erstorben war, viele ab: zahlreich wie die Sterne am Himmel und der Sand am Meeresstrand, den man nicht zählen kann. Im Glauben sind diese alle gestorben und haben die Verheißungen nicht erlangt, sondern sie nur von fern geschaut und gegrüßt und sie haben bekannt, dass sie Fremde und Gäste auf Erden sind. Und die, die solches sagen, geben zu erkennen, dass sie eine Heimat suchen. Hätten sie dabei an die Heimat gedacht, aus der sie weggezogen waren, so wäre ihnen Zeit geblieben zurückzukehren; nun aber streben sie nach einer besseren Heimat, nämlich der himmlischen. Darum schämt sich Gott ihrer nicht, er schämt sich nicht, ihr Gott genannt zu werden; denn er hat ihnen eine Stadt bereitet. Aufgrund des Glaubens hat Abraham den Isaak hingegeben, als er auf die Probe gestellt wurde; er gab den einzigen Sohn dahin, er, der die Verheißungen empfangen hatte und zu dem gesagt worden war: Durch Isaak wirst du Nachkommen haben. Er war überzeugt, dass Gott sogar die Macht hat, Tote zum Leben zu erwecken; darum erhielt er Isaak auch zurück. Das ist ein Sinnbild.
Ihr wisst, teuerste Mutter, das wir Feldern gleichen, in die Gott in seiner Barmherzigkeit seinen Samen ausgestreut hat, nämlich die Liebe, mit der er uns erschaffen hat, indem er uns aus Liebe und nicht aus Verpflichtung aus seinem Schoß zog. Wir haben ihn nicht gebeten, uns zu erschaffen; er aber, gedrängt vom Feuer seiner Liebe, hat uns erschaffen, damit wir seine alleinige und ewige Schönheit sehen und kosten. Und damit diese Saat Frucht bringe und die Pflanzen wachsen, hat er uns das Wasser der heiligen Taufe geschenkt. Die Frucht ist recht schön und süß, aber es bedarf eines Gärtners, der sie pflegt und aufbewahrt. O Jesus, süßeste Liebe, du hast uns den besten und mächtigsten Gärtner gegeben, den wir nur haben können, indem du uns die Vernunft und den freien Willen gegeben hast. […] Gott hat uns auch die Zeit gegeben, denn ohne Zeit könnte der Gärtner nichts tun. Aber mit der Zeit, das heißt solange wir leben, kann der Gärtner die Erde umgraben und die Frucht einsammeln; dann nimmt die Hand der Liebe, des heiligen und wahren Verlangens, die Frucht und trägt sie in den Speicher, das heißt: Er, der Gärtner tut alles für Gott, er sucht in allen seinen Werken die Ehre und das Lob seines Namens. […] Seht, seht nur die unaussprechliche Liebe, die Gott zu uns hat, und die Süße der köstlichen Frucht des Lammes ohne Makel; dieses gute Weizenkorn, das in den süßen Acker Mariens gesät worden ist. Unser Gärtner soll nicht länger in Nachlässigkeit schlafen, denn jetzt ist die rechte Zeit: Er ist von Natur aus stark und er wurde noch stärker gemacht durch die Vereinigung Gottes mit dem Menschen.
In jener Zeit sprach Jesus: Mit dem Reich Gottes ist es so, wie wenn ein Mann Samen auf seinen Acker sät; dann schläft er und steht wieder auf, es wird Nacht und wird Tag, der Samen keimt und wächst, und der Mann weiß nicht, wie. Die Erde bringt von selbst ihre Frucht, zuerst den Halm, dann die Ähre, dann das volle Korn in der Ähre. Sobald aber die Frucht reif ist, legt er die Sichel an; denn die Zeit der Ernte ist da. Er sagte: Womit sollen wir das Reich Gottes vergleichen, mit welchem Gleichnis sollen wir es beschreiben? Es gleicht einem Senfkorn. Dieses ist das kleinste von allen Samenkörnern, die man in die Erde sät. Ist es aber gesät, dann geht es auf und wird größer als alle anderen Gewächse und treibt große Zweige, so dass in seinem Schatten die Vögel des Himmels nisten können. Durch viele solche Gleichnisse verkündete er ihnen das Wort, so wie sie es aufnehmen konnten. Er redete nur in Gleichnissen zu ihnen; seinen Jüngern aber erklärte er alles, wenn er mit ihnen allein war.
Vertrau auf den Herrn und tu das Gute, bleib wohnen im Land und bewahre Treue! Freu dich innig am Herrn! Dann gibt er dir, was dein Herz begehrt. Befiehl dem Herrn deinen Weg und vertrau ihm; er wird es fügen. Er bringt deine Gerechtigkeit heraus wie das Licht und dein Recht so hell wie den Mittag. Der Herr festigt die Schritte des Mannes, er hat Gefallen an seinem Weg. Auch wenn er strauchelt, stürzt er nicht hin; denn der Herr hält ihn fest an der Hand. Die Rettung der Gerechten kommt vom Herrn, er ist ihre Zuflucht in Zeiten der Not. Der Herr hilft ihnen und rettet sie, er rettet sie vor den Frevlern.
Brüder! Erinnert euch an die früheren Tage, als ihr nach eurer Erleuchtung manchen harten Leidenskampf bestanden habt: Ihr seid vor aller Welt beschimpft und gequält worden, oder ihr seid mitbetroffen gewesen vom Geschick derer, denen es so erging; denn ihr habt mit den Gefangenen gelitten und auch den Raub eures Vermögens freudig hingenommen, da ihr wusstet, dass ihr einen besseren Besitz habt, der euch bleibt. Werft also eure Zuversicht nicht weg, die großen Lohn mit sich bringt. Was ihr braucht, ist Ausdauer, damit ihr den Willen Gottes erfüllen könnt und so das verheißene Gut erlangt. Denn nur noch eine kurze Zeit, dann wird der kommen, der kommen soll, und er bleibt nicht aus. Mein Gerechter aber wird durch den Glauben leben; doch wenn er zurückweicht, habe ich kein Gefallen an ihm. Wir aber gehören nicht zu denen, die zurückweichen und verloren gehen, sondern zu denen, die glauben und das Leben gewinnen.
Die Laien, die ihrer besonderen Berufung gemäß ihren Platz mitten in der Welt haben und die verschiedensten zeitlichen Aufgaben erfüllen, müssen darin eine besondere Form der Evangelisierung vollziehen. Ihre erste und unmittelbare Aufgabe ist nicht der Aufbau und die Entwicklung der kirchlichen Gemeinschaft – hier liegt die besondere Aufgabe der Hirten –, sondern sie sollen alle christlichen, vom Evangelium her gegebenen Möglichkeiten, die zwar verborgen, aber dennoch in den Dingen der Welt schon vorhanden sind und aktiv sich auswirken, verwirklichen. Das eigentliche Feld ihrer evangelisierenden Tätigkeit ist die weite und schwierige Welt der Politik, des Sozialen und der Wirtschaft, aber auch der Kultur, der Wissenschaften und Künste, des internationalen Lebens und der Massenmedien, ebenso gewisse Wirklichkeiten, die der Evangelisierung offenstehen, wie Liebe, Familie, Kinder- und Jugenderziehung, Berufsarbeit, Leiden usw. Je mehr vom Evangelium geprägte Laien da sind, die sich für diese Wirklichkeiten verantwortlich wissen und überzeugend in ihnen sich betätigen, sie mit Fachkenntnis voranbringen und sich bewusst bleiben, dass sie ihre gesamte christliche Substanz, die oft verschüttet und erstickt erscheint, einsetzen müssen, umso mehr werden diese Wirklichkeiten, ohne etwas von ihrer menschlichen Tragweite zu verlieren oder zu opfern, geradezu eine oft verkannte transzendente Dimension offenbaren, in den Dienst der Erbauung des Reiches Gottes treten und damit in den Dienst des Heiles in Jesus Christus.