Tagesevangelium

Hl. Gregor der Große

„Der Gerechte hält an seinem Weg fest und die Reinheit seiner Hände wird neue Kraft gewinnen“ (Ijob 17,9 Vulg.). Ja, wenn der Gerechte den Heuchler betrachtet, erkennt er, dass jener den Besitz seiner irdischen Güter der Verdorbenheit seines Willens verdankt, und daher widmet sich dieser umso entschiedener der Liebe zu den himmlischen Gütern, da er weiß, dass die weisen Sehnsüchte unfehlbar den ewigen Lohn nach sich ziehen, während den falschen und doppelzüngigen Herzen kein zeitliches Gut verwehrt wird.

So fügt der Gerechte der Reinheit seiner Hände noch Kraft hinzu, weil er beim Anblick der Verdorbenen, die irdischen Ruhm besitzen, seine guten Werke zur Vollkommenheit erhöht und die zeitlichen Güter umso mehr verachtet, als er sieht, dass sie sogar bei den Bösen in Hülle und Fülle vorhanden sind. Er bedenkt nämlich, wie verachtenswert jene Güter sind, die der allmächtige Gott noch nicht einmal den Verworfenen verwehrt. […]

So erachtet der Gerechte es als seiner unwürdig, die Güter, die er in Hülle und Fülle sogar bei den Bösen vorfindet, zu begehren und richtet seinen Geist auf die Erlangung der himmlischen Güter, an denen die Verworfenen keinen Anteil haben können.

Quelle: Evangelizo

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