Home | Tagesevangelium
[Die heilige Hildegard schildert eine Vision, in der Laster und Tugend einander gegenüberstehen:]
Die Worte des Ungehorsams: „Warum beachten wir die Befehle anderer? Wenn wir so handeln, dann sehen wir nicht, noch erkennen wir, was wir sind. Wir gelten als glaubwürdige Philosophen und sind weiser als alle anderen.
In jener Zeit sprach Jesus zu den Hohepriestern und den Ältesten des Volkes:
Was meint ihr? Ein Mann hatte zwei Söhne. Er ging zum ersten und sagte: Mein Kind, geh und arbeite heute im Weinberg!
Er antwortete: Ich will nicht. Später aber reute es ihn und er ging hinaus.
Da wandte er sich an den zweiten und sagte zu ihm dasselbe.
Schwestern und Brüder! Wenn es eine Ermahnung in Christus gibt, einen Zuspruch aus Liebe, eine Gemeinschaft des Geistes, ein Erbarmen und Mitgefühl,
dann macht meine Freude vollkommen, dass ihr eines Sinnes seid, einander in Liebe verbunden, einmütig, einträchtig,
dass ihr nichts aus Streitsucht und nichts aus Prahlerei tut.
Zeige mir, Herr, deine Wege,
lehre mich deine Pfade!
Führe mich in deiner Treue und lehre mich; denn du bist der Gott meines Heiles. Auf dich hoffe ich den ganzen Tag.
Gedenke deines Erbarmens, HERR, und der Taten deiner Gnade; denn sie bestehen seit Ewigkeit!
Gedenke nicht meiner Jugendsünden und meiner Frevel!
Nach deiner Huld gedenke meiner, HERR, denn du bist gütig!
Der HERR ist gut und redlich, darum weist er Sünder auf den rechten Weg.
Ihr sagt: Der Weg des Herrn ist nicht richtig. Hört doch, ihr vom Haus Israel: Mein Weg soll nicht richtig sein? Sind es nicht eure Wege, die nicht richtig sind?
Wenn ein Gerechter sich abkehrt von seiner Gerechtigkeit und Unrecht tut, muss er dafür sterben. Wegen des Unrechts, das er getan hat, wird er sterben.
„Er, der keine Sünde begangen und in dessen Mund keine Falschheit war“ (vgl. 1 Petr 2,22), hat wahrlich ohne die geringste Schuld gelitten; und doch hat er das Leiden am Kreuz zu unserer Erlösung auf sich genommen. Er allein konnte – als Einziger auf der Welt –reine Gebete zu Gott emporsteigen lassen, denn selbst in den Qualen seines Leidens betete er für seine Verfolger und sprach: „Vater, vergib ihnen, denn sie wissen nicht, was sie tun“ (Lk 23,34).