Das Gleichnis, das wir hören, regt uns zum Nachdenken über den Umgang mit materiellen Gütern an und ganz allgemein darüber, wie wir mit dem kostbarsten Gut von allen umgehen, nämlich unserem Leben.
In der Erzählung wird ein Verwalter vom Herrn aufgefordert, „Rechenschaft abzulegen”. Dieses Bild vermittelt uns etwas Wichtiges: Wir sind weder die Herren unseres Lebens noch der Güter, über die wir verfügen; alles ist uns vom Herrn geschenkt worden, und er hat dieses Erbe unserer Fürsorge, unserer Freiheit und Verantwortung anvertraut. Eines Tages werden wir dazu aufgefordert werden, Rechenschaft darüber abzulegen, wie wir mit uns selbst, unseren Gütern und den Ressourcen der Erde umgegangen sind, sowohl vor Gott als auch vor den Menschen, der Gesellschaft und vor allem vor denen, die nach uns kommen werden. […]
Liebe Brüder und Schwestern, das Gleichnis lädt uns ein, uns zu fragen: Wie verwalten wir die materiellen Güter, die Ressourcen der Erde und unser eigenes Leben, das Gott uns anvertraut hat? Wir können dem Kriterium des Egoismus folgen, indem wir den Reichtum an die erste Stelle setzen und nur an uns selbst denken; aber das isoliert uns von anderen und verbreitet das Gift eines Wettbewerbs, der oft zu Konflikten führt. Oder wir können alles, was wir haben, als ein Geschenk Gottes anerkennen, das wir verwalten sollen, und es als Mittel des Miteinanders nutzen, um Netze der Freundschaft und Solidarität zu schaffen, um Gutes zu tun, um eine gerechtere, fairere und geschwisterlichere Welt aufzubauen.
Bitten wir die Heilige Jungfrau, für uns Fürsprache einzulegen und uns zu helfen, das, was der Herr uns anvertraut, gerecht und verantwortungsbewusst zu verwalten.
Quelle: Evangelizo