Heilig, heilig, wahrhaft heilig bist Du, Herr unser Gott, ohne Maß ist die Größe Deiner Heiligkeit: Alles hast du mit Recht und Gerechtigkeit geordnet. Du hast den Menschen aus Erde vom Ackerboden geformt, Du hast ihm die Würde der Gottebenbildlichkeit verliehen, Du hast ihm ein Paradies der Wonnen zur Wohnung gegeben und ihm, wenn er die Gebote hielte, dort Unsterblichkeit und die Freude an ewigen Gütern verheißen. Aber er hat Dein Gebot, o wahrer Gott, übertreten; verführt von der List der Schlange fiel er seiner eigenen Sünde zum Opfer und gab sich dem Tod preis. Durch Deinen gerechten Urteilsspruch wurde er aus dem Paradies in unsere Welt vertrieben und muss zur Erde zurückkehren, aus der er gemacht worden war.
Du aber hast den Menschen Rettung geschaffen in Deinem Christus, durch eine neue Geburt; denn nicht für immer hast Du das Geschöpf verstoßen, das Du in Deiner Güte geschaffen hast. Du hast in Deiner großen Barmherzigkeit auf vielerlei Weise über das Deine gewacht. Du hast Propheten gesandt, hast durch die Heiligen, die in jeder Generation Dein Gefallen hatten, Wunder gewirkt. Du hast uns Dein Gesetz zur Hilfe gegeben. Du hast Engel bestellt, um über uns zu wachen.
Und als die Fülle der Zeiten gekommen war, hast du in Deinem Sohn zu uns gesprochen, durch den Du die ganze Welt erschaffen hast. Er ist der Abglanz Deiner Herrlichkeit und das Abbild Deines Wesens. Er trägt das All durch sein machtvolles Wort. Er hielt nicht neidisch daran fest, Gott gleich zu sein, vielmehr kam er als ewiger Gott zur Erde, lebte mit den Menschen, nahm Fleisch an aus der Jungfrau Maria, fügte sich in die Sklavengestalt, nahm sich unseren armseligen Leib zu eigen, um uns in die Gestalt seines verherrlichten Leibes zu verwandeln (vgl. Hebr 1,2–3; Phil 2,6–7; 3,21).
Da durch den Menschen die Sünde in die Welt gekommen war und durch die Sünde der Tod, gefiel es Deinem eingeborenen Sohn, der ewig in Deinem Schoß ruht, o Vater, nun aber von einer Frau geboren wurde, in seinem Fleisch die Sünde zu verurteilen, damit die, die in Adam starben, in Christus das Leben hätten (vgl. Röm 5,12; 8,3). Als er auf dieser Welt war, hat er uns heilbringende Gebote geschenkt, hat uns vom Götzenglauben abgebracht und uns befähigt, Dich, den wahren Gott, zu erkennen. Damit hat er uns für sich gewonnen als ein auserwähltes Geschlecht, als eine königliche Priesterschaft, als einen heiligen Stamm (vgl. 1 Petr 2,9).
Quelle: Evangelizo