Tagesevangelium

Dionysius der Kartäuser

„Meint ihr, ich sei gekommen, um Frieden auf die Erde zu bringen?“ Das ist, als wolle Christus sagen: „Denkt nicht, ich sei gekommen, um den Menschen einen Frieden zu bringen, wie das Fleisch und die Welt ihn will, Frieden ohne jede Regel, der ihnen ein einträchtiges Zusammenleben im Bösen ermöglichen und ihnen Wohlstand auf dieser Erde sichern würde. Nein, sage ich euch: Ich bin nicht gekommen, um einen solchen Frieden zu bringen, sondern Spaltung, eine gute und äußerst heilsame Scheidung der Geister und sogar der Körper. Und so werden die, die an mich glauben, in ganz natürlichem Gegensatz zu den Bösen stehen, weil sie Gott lieben und den inneren Frieden suchen. Sie werden sich von denen absondern, die versuchen, sie vom geistlichen Fortschritt und von der Reinheit der göttlichen Liebe abzubringen oder ihnen nach Kräften Schwierigkeiten bereiten wollen.“

Geistlicher Friede, innerer Friede, guter Friede bedeutet also Ruhen der Seele in Gott und gutes gegenseitiges Einvernehmen entsprechend der rechten Ordnung. Christus ist gekommen, um vor allem diesen Frieden zu bringen. […] Innerer Friede hat seine Quelle in der Liebe. Er besteht in einer unerschütterlichen Freude der Seele, die in Gott ruht. Man nennt ihn den Frieden des Herzens. Er ist der Beginn und ein gewisser Vorgeschmack jenes Friedens, den die Heiligen in der ewigen Heimat genießen: des ewigen Friedens.

Quelle: Evangelizo

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