Unser so liebenswürdiger Erlöser versichert uns an verschiedenen Stellen seiner Heiligen Schrift, dass er sich unentwegt um uns kümmert und über uns wacht; dass er uns trägt und immer tragen wird: in seinem Schoß, in seinem Herzen, in seinem Innersten. […]
Hüten wir uns davor, uns auf das Vermögen oder die Gunst unserer Freunde zu verlassen, auf unsern Besitz oder unsern Verstand, auf unser Wissen, unsere Kräfte, unsere Wunschvorstellungen und Entschlüsse, unsere Gebete, ja selbst auf unser vermeintliches Vertrauen auf Gott oder auf menschliche Möglichkeiten oder auf irgendetwas Geschaffenes – verlassen wir uns allein auf die Barmherzigkeit Gottes! Das heißt nicht, dass wir die oben genannten Dinge nicht einsetzen und unsererseits nicht alles tun sollten, um das Böse zu besiegen, um tugendhaft zu handeln, um die Aufgaben, die uns Gott übertragen hat, anzugehen und zu einem guten Ende zu bringen; um den Verpflichtungen nachzukommen, die wir aufgrund unsere Stellung haben. Wir müssen jedoch aufhören, uns auf all diese Dinge zu verlassen und aus ihnen unsere Zuversicht zu ziehen; wir müssen uns ausschließlich auf die Güte unseres Herrn verlassen, und zwar so, dass wir unsererseits so viel Sorgfalt und Arbeit aufwenden, als erwarteten wir nichts von Gott. Gleichwohl dürfen wir uns auch nicht auf unsere Mühe und Arbeit in einer Weise verlassen, als hinge alles von ihr ab. Vielmehr müssen wir alles allein von der Barmherzigkeit Gottes erwarten.
Quelle: Evangelizo