Es ist gerecht und heilig, Brüder, eher Gott zu gehorchen als hochmütigen Unruhestiftern zu folgen. […] Halten wir uns an diejenigen, die mit Frömmigkeit den Frieden in die Tat umsetzen, und nicht an jene, die nur vorgeben, den Frieden zu wollen. Denn an einer Stelle heißt es: „Dieses Volk ehrt mich mit den Lippen, sein Herz aber ist weit weg von mir“ (Jes 29,13; Mk 7,6). Und weiter: „Mit dem Mund segnen sie, in ihrem Inneren aber verfluchen sie“ (Ps 61,5). Und weiter: „Doch sie täuschten ihn mit ihrem Mund und belogen ihn mit ihrer Zunge. Ihr Herz hielt nicht fest zu ihm, sie hielten seinem Bund nicht die Treue“ (Ps 77,36). […]
Christus gehört in der Tat zu denen, die im Herzen demütig sind, nicht zu denen, die sich über seine Herde erheben. Das Zepter der Herrschaft Gottes (vgl. Hebr 1,8), der Herr Jesus Christus, ist nicht mit Stolz und Hochmut gekommen – obwohl er es hätte tun können –, sondern mit der Demut des Herzens, wie der Heilige Geist von ihm gesagt hatte: „Wer hat geglaubt, was wir gehört haben? Der Arm des Herrn, wem wurde er offenbar? Vor seinen Augen wuchs er auf wie ein junger Spross, wie ein Wurzeltrieb aus trockenem Boden. Er hatte keine schöne und edle Gestalt, sodass wir ihn anschauen mochten. … Er wurde verachtet“ (Jes 53,1–3). […] Seht ihr, meine Lieben, welches Vorbild euch gegeben wurde? Wenn sich der Herr so erniedrigt hat, was müssen dann wir tun, wir, denen er gewährt, unter dem Joch seiner Gnade zu wandeln?
Quelle: Evangelizo