In der Ewigkeit werden wir zu Tisch sitzen. Ich würde es nicht zu sagen wagen, hätte der Herr es nicht versprochen. Er verspricht seinen Dienern einen großen Lohn, denn er sagt zu ihnen: „Er wird sie am Tisch Platz nehmen lassen und sie der Reihe nach bedienen“ (Lk 12,37). […] Groß ist also die Verheißung und beseligend ihre Erfüllung. Lasst uns so handeln, dass wir sie verdienen. Möge uns Hilfe zuteil werden, damit wir an den Ort gelangen, an dem der Herr uns bei Tisch bedienen wird.
Was wird das für ein Mahl sein, wenn nicht eine Erquickung? Und was bedeutet: „Er wird uns bedienen“, wenn nicht, dass er uns sättigen wird? Aber mit welcher Speise und mit welchem Getränk? Sicherlich mit der Wahrheit selbst. […] Du glaubst nicht, dass Gott dich so ernähren kann, wo doch schon dein Auge sich auf diese Weise am Licht sättigt? Ob nun viele das Licht sehen oder nicht – es strahlt in Fülle; ob nur wenige es sehen – es scheint doch mit derselben Intensität. Es spendet Trost, kann aber nicht versiegen. Man gebraucht es, ohne es zu verbrauchen. […] Warum versteht ihr immer noch nicht? Weil ihr euch mit vielen Dingen beschäftigt. Die Arbeit der Marta nimmt euch in Anspruch. Mehr noch: Sie nimmt uns alle in Anspruch. Denn wer ist von dieser Pflicht dienender Fürsorge befreit? […]
Deshalb, meine Lieben, bitte und ermahne ich euch […]: Lasst uns gemeinsam nach jenem Leben verlangen. Laufen wir gemeinsam darauf zu, damit wir dort bleiben können, wenn wir ankommen. Die Stunde kommt und diese Stunde wird kein Ende haben, da der Herr uns zu Tisch bitten wird, um uns zu bedienen. Was wird er uns servieren, wenn nicht sich selbst? Warum trachtet ihr nach Essbarem? – Der Herr selbst wird es sein. […] „Nur eines erbitte ich vom Herrn, danach verlangt mich: Im Haus des Herrn zu wohnen alle Tage meines Lebens, die Freundlichkeit des Herrn zu schauen und nachzusinnen in seinem Tempel“ (Ps 26(27),4). […] Lasst uns also nicht Geschmack an den Speisen dieser Welt finden […] – sie werden vergehen. Wenn du den Dienst der Marta versehen willst und dich um diese irdischen Speisen kümmerst, dann tu es mit Maß und mit Barmherzigkeit. […] Die Arbeit geht vorüber, die Erquickung wird kommen, doch zur Erquickung gelangt man nur durch die Arbeit. Das Schiff segelt vorüber, die Heimat naht, doch in die Heimat gelangt man nur durch das Schiff. Ich bin aber sicher, dass wir keinen Schiffbruch erleiden, denn wir werden durch das Holz des Kreuzes getragen.
Quelle: Evangelizo