Tagesevangelium

Origenes

Sonne und Mond beleuchten unsere Körper. Gleicherweise beleuchten Christus und die Kirche unseren Geist. Sie tun es zumindest dann, wenn wir nicht geistig Blinde sind. Denn wie Sonne und Mond nicht vernachlässigen, ihren hellen Glanz selbst über Blinde zu verströmen – obwohl diese ihr Licht gar nicht aufnehmen können –, so sendet Christus sein Licht in unseren Geist. Zur Erleuchtung kann es aber nur kommen, wenn unsere Blindheit sie nicht verhindert. Die Blinden sollen also Christus zuerst folgen und schreien: „Hab Erbarmen mit uns, Sohn Davids!“ (Mt 9,27), und wenn sie durch ihn das Augenlicht wieder erhalten haben, dann können sie von der Herrlichkeit des Lichtes erstrahlen.

Aber nicht jeder, der sieht, wird von Christus auf die gleiche Weise erleuchtet: ein jeder nur in dem Maß, mit dem er das Licht aufnehmen kann (vgl. Lk 23,8f.). Wir gehen nicht alle in gleicher Weise auf ihn zu, sondern jeder „nach seinen Fähigkeiten“ (Mt 25,15).

Quelle: Evangelizo

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