Der Herr hört nie auf, Arbeiter auszusenden, um seinen Weinberg zu pflegen […]: Mithilfe seiner Arbeiter, der Patriarchen, dann der Gesetzeslehrer und Propheten, zuletzt der Apostel, arbeitete er sozusagen an der Pflege seines Weinbergs. Alle, die mit dem rechten Glauben gute Werke verbanden, waren Arbeiter in diesem Weinberg. […]
Mit den Arbeitern der ersten, dritten, sechsten und neunten Stunde ist nun das alte hebräische Volk gemeint, das sich […] von Anfang an um einen rechtgläubigen Gottesdienst bemüht und nicht aufgehört hat, sozusagen an der Pflege des Weinbergs zu arbeiten. Aber in der elften Stunde werden die Heiden gerufen, und ihnen gelten die Worte: „Was steht ihr hier den ganzen Tag untätig?“ Denn diese ganze lange Zeit der Weltgeschichte hindurch hatten die Heiden es versäumt, für das ewige Leben zu arbeiten; sie standen gewissermaßen nur herum und taten nichts. Nun aber, meine Brüder, gebt gut acht, was sie auf die Frage, die an sie gerichtet wird, antworten: „Niemand hat uns angeworben.“ Tatsächlich, kein Patriarch oder Prophet war zu ihnen gekommen. Und was bedeutet: „Niemand hat uns angeworben“, wenn nicht: „Niemand hat uns die Wege des Lebens gelehrt“.
Was aber werden wir zu unserer Entschuldigung vorbringen, wenn wir keine guten Werke tun? Bedenkt, dass wir den Glauben schon bekommen haben, als wir erst den Mutterschoß verließen, die Worte des Lebens schon in der Wiege gehört und gleichzeitig mit der Muttermilch schon den Trank der himmlischen Lehre an der Brust der heiligen Kirche gesogen haben.
Quelle: Evangelizo