„Siehe, dein Sohn“, diese Worte richten sich an die Heilige Jungfrau; unser Herr übergibt ihr alle Menschen als Kinder und gibt ihr den Auftrag, für alle ein Mutterherz zu haben … Sie hat diesen Auftrag Gottes, wie alle anderen auch, mit unvergleichlicher Vollkommenheit erfüllt und wird ihn in alle Ewigkeit weiterhin erfüllen. Seien wir daher absolut gewiss, dass sie für jeden Menschen ein mütterliches Herz hat, und wenden wir uns in all unseren Nöten an diese geliebte und allmächtige Mutter – mit ebenso viel Vertrauen, wie ein Kind an seine Mutter –, an eine Mutter, die es unendlich viel mehr liebt, als es eine irdische Mutter je könnte, an eine Mutter, die ihm von Gott absolut alles erlangen kann, was wirklich gut für die Seele ist …
„Siehe, deine Mutter.“ Dieses Wort richtet sich an jede Seele. Wir alle sollen die Heilige Jungfrau als unsere Mutter betrachten und auch so mit ihr umgehen, ihr also all das engegenbringen, was ein guter Sohn einer sehr guten Mutter schuldet: Zuneigung, Ehre, Dienstbereitschaft, Vertrauen – mit einem Wort: alles, was unser Herr selbst der Heiligsten Jungfrau erwies! Lieben wir sie, ehren wir sie, suchen wir ihre Nähe, indem wir uns im Gebet mit ihr unterhalten; dienen wir ihr, indem wir nach besten Kräften bei allen Werken mithelfen, die sie wünscht, und bei allen, die zu ihrer Ehre unternommen werden; haben wir absolutes Vertrauen in sie und rufen wir sie ohne Zögern mit diesem Vertrauen an – in all unseren Nöten, all unseren Wünschen, all unseren Vorhaben, all unseren Werken, all unseren Taten […]. Erweisen wir uns ihr gegenüber als die zärtlichsten Kinder und denken wir daran, dass dies ein wesentlicher Punkt des Gehorsams Jesus gegenüber und seiner Nachahmung ist: des Gehorsams, da er es uns so ausdrücklich und feierlich vom Kreuz herab gebietet; der Nachahmung Jesu, denn er war für seine Mutter immer das Musterbeispiel eines Sohnes …
Quelle: Evangelizo