Tagesevangelium

Hl. Cyprian

Der Herr verpflichtet uns, selbst die Schulden unserer Schuldner so zu erlassen, wie wir um die Vergebung unserer eigenen Schuld bitten (vgl. Mt 6,12). Wir müssen wissen, dass wir das, was wir für unserer Sünden erbitten, nicht erhalten, wenn wir nicht an denen, die sich gegen uns verfehlt haben, das Gleiche tun. Deshalb sagt Christus an anderer Stelle: „Nach dem Maß, mit dem ihr messt, werdet ihr gemessen werden“ (Mt 7,2). Und der Diener, der nach Erlassung seiner ganzen Schuld seinerseits nicht diejenige seines Mitknechts erlassen wollte, wurde ins Gefängnis geworfen. Weil er seinem Mitknecht nicht gnädig sein wollte, verlor er, was sein Herr ihm gnädig zugestanden hatte. Dies fügt Christus mit noch mehr Nachdruck zu seinen Geboten, wenn er festsetzt […]: „Und wenn ihr beten wollt und ihr habt einem anderen etwas vorzuwerfen, dann vergebt ihm, damit auch euer Vater im Himmel euch eure Verfehlungen vergibt. Wenn ihr aber nicht vergebt, dann wird euch euer Vater im Himmel eure Verfehlungen auch nicht vergeben“ (Mk 11,25−26; nach einer Textvariante, vgl. Mt 6,15). […]

Als Abel und Kain die ersten Opfer darbrachten, da waren es nicht die Opfergaben, auf die Gott schaute, sondern ihr Herz (vgl. Gen 4,3–5). Der fand mit seinem Opfer bei ihm Gefallen, dessen Herz ihm wohlgefiel. Indem der friedfertige und gerechte Abel Gott voll Unschuld ein Opfer darbrachte, lehrte er die anderen, mit Gottesfurcht ihre Gabe zum Altar zu bringen, mit einfachem Herzen, gerechtem Sinn, in Eintracht und Frieden. Weil er mit solcher Einstellung Gott das Opfer darbrachte, verdiente er es, selbst ein kostbares Opfer zu werden und das erste Blutzeugnis zu geben. Im Voraus stellte er durch sein ruhmreiches Blut die Passion des Herrn dar, weil er die Gerechtigkeit und den Frieden des Herrn besaß. Menschen wie er werden am Tag des Gerichts vom Herrn gekrönt und ihnen wird mit ihm Gerechtigkeit zuteil.

Quelle: Evangelizo

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