Tagesevangelium

Hl. Paschasius Radbertus

Als „das Wort Fleisch wurde“ im Schoß der Jungfrau und so „unter uns wohnte“ (vgl. Joh 1,14), fand eine seltsame und außergewöhnliche Vereinigung statt. So wie bei der Auferstehung Christi alle Auserwählten in ihm auferstanden sind, so wurde in Christus auch eine Hochzeit gefeiert: Die Kirche wurde durch die Bande der Ehe mit dem einem Bräutigam vereint, als der Gottmensch die ganze Fülle der Geistesgaben empfing und die ganze Gottheit in einem Leib Wohnung nahm, der dem unseren gleich ist. […] Christus wurde durch den Heiligen Geist Mensch und „wie ein Bräutigam aus seinem Gemach“ (Ps 18(19),6) trat er hervor aus dem Schoß der Jungfrau, die in Wahrheit sein Brautgemach war. Die Kirche aber, aus dem Wasser in demselben Geist wiedergeboren, wird ein Leib in Christus, so dass „die zwei ein Fleisch sein werden“, was, „bezogen auf Christus und die Kirche, ein tiefes Geheimnis ist“ (vgl. Eph 5,31-32).

Diese Ehe währt vom Beginn der Menschwerdung Christi bis zu dem Augenblick, da Christus wiederkommt und alle Riten der ehelichen Vereinigung vollzogen sein werden. Dann werden diejenigen, die bereit sind und die Voraussetzungen für eine so große Vereinigung gebührend erfüllt haben, voller Ehrfurcht mit ihm in den Saal der ewigen Hochzeit eintreten (vgl. Mt 25,10). Bis dahin schreitet die Braut, die Christus anverlobt ist, ihrem Bräutigam entgegen und bewahrt Tag für Tag in Glaube und Liebe den Bund mit ihm, bis er wiederkommt.

Quelle: Evangelizo

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