Tagesevangelium

Hl. Augustinus

Wie groß ist doch die Güte Christi! Petrus war ein Fischer – und heute verdient ein Redner hohes Lob, wenn er in der Lage ist, diesen Fischer zu verstehen. Deshalb sagt der Apostel Paulus den ersten Christen: „Seht doch auf eure Berufung, Brüder! Da sind nicht viele Weise im irdischen Sinn, nicht viele Mächtige, nicht viele Vornehme, sondern das Törichte in der Welt hat Gott erwählt, um die Weisen zuschanden zu machen, und das Schwache in der Welt hat Gott erwählt, um das Starke zuschanden zu machen. Und das Niedrige in der Welt und das Verachtete hat Gott erwählt: das, was nichts ist, um das, was etwas ist, zu vernichten“ (1 Kor 1, 26-28).

Denn hätte Christus als Ersten [der Apostel] einen Redner erwählt, könnte der Redner sagen: „Ich wurde wegen meiner Beredsamkeit erwählt.“ Hätte er einen Senator erwählt, könnte der Senator sagen: „Ich wurde wegen meines Ranges erwählt.“ Hätte er schließlich einen Kaiser erwählt, so hätte dieser sagen können: „Er hat mich wegen meiner Macht erwählt.“ Diese Leute sollen schweigen, sollen ein wenig warten und still sein. Sie werden weder vergessen noch abgewiesen. Sie sollen nur ein wenig warten, denn sie würden sich dessen rühmen, was sie aus eigenem Vermögen sind.

„Gib mir“, so sagt Christus, „diesen Fischer, gib mir diesen einfachen und ungebildeten Mann, gib mir den, mit dem der Senator nicht einmal reden will, selbst wenn er ihm einen Fisch abkauft. Ja, gib mir diesen Menschen. Wenn ich ihn erfüllt habe, wird man klar erkennen, dass ich allein es bin, der in ihm wirkt. Gewiss, ich wirke auch im Senator, im Redner und im Kaiser […], doch mein Wirken wird im Fischer deutlicher zu erkennen sein. Der Senator, der Redner und der Kaiser können sich dessen rühmen, was sie sind; der Ruhm des Fischers hingegen ist einzig Christus. Der Fischer also soll kommen und sie die Demut lehren, die das Heil erwirkt. Der Fischer soll an erster Stelle stehen.“

Quelle: Evangelizo

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