Tagesevangelium

Hl. Cäsarius von Arles

Durch die Sünde hatte der Mensch seinen Weg mit Hindernissen übersät; doch er wurde geebnet, als Christus auferstand, seinen Fuß auf den Weg setzte und aus dem schmalen Pfad eine Allee machte, die eines Königs würdig ist. Demut und Nächstenliebe sind die beiden Beine, auf denen wir rasch auf diesem Weg vorankommen können. Alle werden von der Erhabenheit der Nächstenliebe angezogen, doch Demut ist die erste Stufe, die es zu erklimmen gilt. Warum hebst du deinen Fuß höher als dich selbst? Willst du etwa fallen anstatt aufzusteigen? Beginne mit der ersten Stufe, also mit der Demut; sie bringt dich schon voran.

Deshalb hat unser Herr und Erlöser sich nicht damit begnügt zu sagen: „Er verleugne sich selbst“, sondern hinzugefügt: „Er nehme sein Kreuz auf sich und folge mir nach“. Was bedeutet es, sein Kreuz auf sich zu nehmen? Es bedeutet, dass er alles erträgt, was für ihn mühsam ist, und so an meiner Seite geht. Sobald er beginnt, mir nachzufolgen, indem er sein Leben nach meinem Leben und meinen Geboten ausrichtet, wird er auf seinem Weg vielen Menschen begegnen, die ihm widersprechen, die versuchen, ihn von diesem Weg abzubringen, die sich nicht nur über ihn lustig machen, sondern ihn verfolgen. Solche Leute finden sich nicht nur unter den Heiden, die der Kirche fern sind; es gibt sie sogar unter denen, die, von außen betrachtet, innerhalb der Kirche zu sein scheinen. […] Wenn du also Christus nachfolgen willst, dann nimm sein Kreuz unverzüglich auf dich und ertrage die Bösen, ohne dich entmutigen zu lassen. […] „Wenn einer mir nachfolgen will, nehme er sein Kreuz auf sich und folge mir nach.“ Wenn wir dieses Wort in die Tat umsetzen wollen, dann müssen wir uns mit Gottes Hilfe darum bemühen, uns das Wort des Apostels Paulus zu eigen zu machen: „Wenn wir Nahrung und Kleidung haben, so soll uns das genügen“. Wenn wir nämlich mehr an irdischen Gütern haben wollen, als wir brauchen und „reich werden wollen”, dann ist zu befürchten, dass wir „in Versuchung und Verstrickung geraten und in viele sinnlose und schädliche Begierden, welche die Menschen ins Verderben und in den Untergang stürzen“ (vgl. 1 Tim 6,8-9). Der Herr möge uns unter seinen Schutz nehmen und uns von dieser Versuchung befreien.

Quelle: Evangelizo

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