Lieber Bruder in Christus, dem geliebten Jesus, ich Katharina, Magd und Dienerin der Diener Jesu Christi, schreibe Euch in seinem kostbaren Blut mit dem Wunsch, Euch als einen gerechten Herrn in der Ausübung der Euch anvertrauten Macht zu sehen. […]
Man muss gerecht sein und die Stadt unserer Seele in Gerechtigkeit bewahren, indem man in wahrer und heiliger Gottesfurcht lebt; man muss die Tugend lieben und das Laster verabscheuen. Auf diese Weise werden wir das Blut Jesu, des Gekreuzigten, verkosten; die wahre und heilige Gerechtigkeit wird dann in Euch leuchten, Ihr werdet ein gerechter und guter Meister für Eure Seele und Euren Nächsten sein, sonst aber nicht. Deshalb sagte ich, dass ich Euch als gerechten Meister sehen möchte, damit ihr – indem ihr ein gerechtes Leben führt – Recht und Gerechtigkeit walten lasst in dem Amt, das ihr innehabt.
Mein lieber Bruder, schlaft nicht länger, sondern schüttelt energisch Euren Schlaf ab. Besinnen wir uns wieder auf uns selbst, und lasst uns nicht länger zuwarten, denn die Zeit wartet nicht; die Zeit vergeht schneller, als wir uns vorstellen können. Ich möchte, dass wir aus unserer Haltung herauskommen und die Fesseln sprengen, die uns binden; denn wer gefesselt ist, kann nicht vorankommen, und wir müssen doch auf dem Weg der Tugend voranschreiten, indem wir die Lehre Jesu, des Gekreuzigten, befolgen. Er ist der Weg, die Wahrheit und das Leben, und wer ihm nachfolgt, wandelt nicht in der Finsternis, sondern im Licht (vgl. Joh 8,12). Wir müssen also auf diesem sanften und geraden Weg gehen.
Quelle: Evangelizo