Tagesevangelium

Hl. Katharina von Siena

Mein hochgeschätzter und geliebter Vater in Jesus Christus, ich, Katharina, Dienerin und Magd der Diener Jesu Christi, schreibe Euch in seinem kostbaren Blut, mit dem Wunsch, Euch als einen festen Felsen zu sehen, der auf dem unerschütterlichen Felsen, dem geliebten Jesus, gegründet ist. […] O mein liebster Vater, gibt es denn eine bessere und schönere Aufgabe als den Bau unserer Seele zu errichten? Ja, es ist etwas sehr Erfreuliches, wenn man das Fundament, den Baumeister und den Arbeiter, die für dieses Gebäude notwendig sind, gefunden hat. Oh, welch guter Baumeister ist doch unser ewiger Vater, in dem die unendliche Weisheit, Erkenntnis und Güte wohnen! Unser Gott ist der einzig Seiende; alle existierenden Dinge werden von ihm im Sein erhalten; er ist ein Meister, der alles tut, was uns nützlich ist und der nur unsere Heiligung wünscht. Alles, was er gibt oder zulässt, ist zu unserem Heil, um uns von unseren Sünden zu reinigen oder um in uns die Gnade und die Vollkommenheit zu mehren. Er ist also ein gütiger Meister, da er es versteht, gut aufzubauen und uns alles Notwendige zu geben. […] Wir hatten durch die begangene Sünde die Gnade verloren, und er kam, um sich mit unserer Natur zu verbinden und sich ihr einzuverleiben; er hat sich uns ganz hingegeben, denn er wirkt in seinem Sohn; auch ihn hat er zu einem Baumeister gemacht, indem er ihm seine Macht gab; er hat ihn zum Felsen gemacht, wie der heilige Paulus sagt: „Unser Fels ist Christus“ (vgl. 1 Kor 10,4). Er hat ihn zum Diener und Arbeiter am Bau gemacht, weil die Liebe, die unaussprechliche Liebe, mit der er sein Leben und sein Blut hingab, den Kalk bereitet hat und uns von nun an nichts mehr fehlen wird. Freuen wir uns also und jubeln vor Freude, weil wir einen guten Baumeister haben, einen hervorragenden Felsen und einen Arbeiter, der uns mit seinem Blut zusammengefügt hat; und sein Werk ist so stark, dass weder der Teufel noch die Geschöpfe, weder Hagel, Sturm noch Wind dieses Bauwerk jemals zum Einsturz bringen können, wenn wir nicht selbst unsere Einwilligung dazu geben.

Quelle: Evangelizo

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