„Alles zu verlassen“ ist wirklich etwas Großes; noch größer aber ist es, „Christus nachzufolgen“. Denn wie wir aus den Büchern erfahren, hat es viele gegeben, die zwar alles verlassen haben, aber Christus nicht nachgefolgt sind. Die Nachfolge Christi ist unsere Aufgabe, unser Auftrag, darin besteht im wesentlichen das Heil des Menschen. Wir können aber Christus nicht nachfolgen, wenn wir nicht alles loslassen, was uns daran hindert. Denn „er frohlockt wie ein Held und läuft seine Bahn“ (vgl. Ps 18(19),6), und keiner, der mit einer Bürde beladen ist, kann ihm folgen.
„Siehe“, sagt Petrus, „wir haben alles verlassen“, nicht nur die Güter dieser Welt, sondern auch das Begehren unserer Seele. Denn niemand hat alles verlassen, wenn er noch an sich selbst gefesselt ist. Mehr noch: Es macht keinen Sinn, alles verlassen zu haben, außer sich selbst; denn es gibt für den Menschen keine schwerere Last als sein eigenes Ich. Welcher Tyrann ist grausamer, welcher Herr unbarmherziger für den Menschen als sein eigener Wille? […] Deshalb müssen wir also unseren Besitz und unseren eigenen Willen aufgeben, wenn wir dem folgen wollen, der „keinen Ort hatte, wo er sein Haupt hinlegen konnte“ (vgl. Lk 9,58) und der „nicht vom Himmel herabgekommen ist, um seinen Willen zu tun, sondern den Willen dessen, der ihn gesandt hat“ (vgl. Joh 6,38).
Quelle: Evangelizo