Tagesevangelium

Hl. Cyrill von Alexandria

Christus, der Erstling der neuen Schöpfung […], ist, nachdem er den Tod besiegt hat, auferstanden und zum Vater aufgestiegen als herrliche und strahlende Opfergabe, gewissermaßen als Erstling des erneuerten, unvergänglichen Menschengeschlechts. […] Man könnte ihn unter dem Symbol der Erstlingsgarbe des Weizens betrachten, die zu opfern der Herr den Israeliten aufgetragen hatte (vgl. Lev 23,9). Was aber bedeutet dieses Zeichen? Man kann die Menschheit mit den Ähren eines Feldes vergleichen: Sie werden aus der Erde geboren, warten, bis sie ihr volles Wachstum erreicht haben, und werden, wenn der richtige Zeitpunkt gekommen ist, vom Tod gemäht. So sagte Christus zu seinen Jüngern: „Sagt ihr nicht: Noch vier Monate dauert es bis zur Ernte? Sieh, ich sage euch: Erhebt eure Augen und seht, dass die Felder schon weiß sind zur Ernte! Schon empfängt der Schnitter seinen Lohn und sammelt Frucht für das ewige Leben“ (Joh 4,35-36). Nun wurde Christus unter uns geboren, er ging aus der heiligen Jungfrau hervor, wie Ähren aus der Erde sprießen. Manchmal nennt er sich übrigens selbst Weizenkorn: „Amen, amen, ich sage euch: Wenn das Weizenkorn nicht in die Erde fällt und stirbt, bleibt es allein; wenn es aber stirbt, bringt es reiche Frucht.“ So hat er sich für uns seinem Vater geopfert, in der Art einer Garbe und als Erstlingsfrucht der Erde. Denn die Weizenähre kann – übrigens genauso wenig wir selbst – isoliert betrachtet werden. Wir sehen sie in einer Garbe, die aus vielen Ähren eines einzigen Bündels besteht. Christus Jesus ist einzig, aber er erscheint uns als eine Art Bündel und stellt es tatsächlich dar, in dem Sinn, dass er alle Gläubigen in sich aufnimmt, natürlich in einer geistlichen Vereinigung. Wie hätte der heilige Paulus sonst schreiben können: „Er hat uns mit Christus Jesus auferweckt und uns zusammen mit ihm einen Platz in den himmlischen Bereichen gegeben“? (Eph 2,6-7). Denn da er einer von uns geworden ist, gehören wir „zu demselben Leib“ (Eph 3,6). […] Er selbst richtet darüber hinaus folgende Worte an seinen Vater: „Alle sollen eins sein: Wie du, Vater, in mir bist und ich in dir bin, sollen auch sie in uns sein“ (Joh 17,21). Der Herr ist also die Erstlingsfrucht der Menschheit, die dazu bestimmt ist, in die himmlischen Scheunen eingebracht zu werden.

Quelle: Evangelizo

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