Tagesevangelium

Pius XII.

Unsere Hoffnung – ebenso wie unser Glaube, der ihr Wesen und ihre Wirklichkeit ist – liegt im Himmel, und dort oben bleibt sie verankert; doch hier unten stützt sie unser Leben. Wenn im Namen Christi und seines Kreuzes die Engelschöre im Himmel […] vor dem Thron Gottes „Herrlichkeit, Ehre, Heil und Lobpreis“ singen (vgl. Offb. 7,12), so setzt die Kirche der noch pilgernden Gläubigen hier auf Erden ihre ganze Hoffnung auf das Kreuz: „Sei gegrüßt, o Kreuz, du einzige Hoffnung!“ (Passionshymnus). Der Ozean der Menschheit ist in Aufruhr, die Völker erheben sich wie Wellen und prallen unter dem Druck der Stürme sozialer und politischer Leidenschaften aufeinander, die Ufer und Strände des Friedens werden von den tosenden Wellen umspült und erschüttert. […] Wer wird den Winden und Stürmen gebieten? Wer wird ihr Heulen und ihre Wut zum Schweigen bringen? […] Fürchtet euch nicht, meine Brüder. Über die Wellen und Stürme schreitet im Schatten der Tabernakel der Herr des Himmels und der Erde dahin; nein, er wird nicht gleichgültig an unserem schwankenden Boot vorbeigehen; er wird zu uns kommen und sagen: „Habt Vertrauen, ich bin es; fürchtet euch nicht“ (Mt 14,27). Hat er nicht versprochen, dass er bis zum Ende der Zeiten bei uns sein wird? […] Oder glauben wir nicht an ihn? Kennen wir ihn etwa nicht? Ach, möge er nach so langer Zeit, die er mit uns verbracht hat, nicht über uns sagen müssen: „Schon so lange bin ich bei euch, und ihr kennt mich nicht?“ (vgl. Joh 14,9). Wir sind verloren inmitten des Sturms, der den Ozean der Gesellschaft und der Völker aufwühlt, doch im Kreuz Christi, das inmitten der Umwälzungen der Welt aufrecht stehen bleibt, liegen unser Vertrauen und unsere Hoffnung. Das Kreuz ist der Anker, der in den tosenden Wellen dem Boot der Kirche und unserer Seele Sicherheit gibt, das auf den Hafen der höchsten und unsichtbaren Güter zusteuert; das Kreuz ist der Anker, der fest in Gott und seinen unfehlbaren Verheißungen festgemacht ist.

Quelle: Evangelizo

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