Im Evangelium lesen wir: „Wenn das Weizenkorn nicht in die Erde fällt und stirbt, bleibt es allein; wenn es aber stirbt, bringt es reiche Frucht“ (Joh 12,24). Jesus, der Herr, ist das Weizenkorn, aber auch der Sauerteig. […] Durch sein Kommen in die Welt, allein und als Mensch, gab Jesus, der Herr, allen Menschen die Möglichkeit, das zu werden, was er selbst ist. Jeder Mensch, der sich mit dem Sauerteig Christi vereint, wird selbst zum Sauerteig, sich und allen anderen zum Nutzen; er selbst wird gerettet und er wird andere retten.
Bevor der Sauerteig in Mehl eingearbeitet wird, wird er zerdrückt, zerkleinert und zerkrümelt; er zersetzt sich vollständig – dann aber vereint er die zahllosen zu Mehl gemahlenen Körner in einem gemeinsamen Gärungsprozess. Er macht aus einer Substanz, die für sich allein formlos wie Staub ist, eine solide Masse, und aus dem, was nichts anderes zu sein schien als etwas sinnlos Herumgestreutes, macht er schließlich einen nützlichen Teig.
So wurde der Herr Jesus Christus, der Sauerteig der ganzen Welt, durch viele Leiden zerschlagen, zermalmt und zunichte gemacht, und sein Saft, das heißt sein kostbares Blut, wurde für uns vergossen, um die gesamte zerstreute Menschheit, indem er sich mit ihr gleichsam vermischte, zu festigen. Wir, die wir wie Mehl aus verschiedenen Völkern waren, sind jetzt wie Sauerteig eins geworden. Wir, die wir elendiglich über die ganze Erde verstreut und zermalmt dalagen, sind nun, dank der Kraft seines Leidens, im Leib Christi vereint.
Quelle: Evangelizo