Tagesevangelium

Hl. Jean-Baptiste Marie Vianney

Heute, liebe Brüder, erfahren wir im Evangelium, dass der Besitzer des Ackers seinen Weizen auf guten Boden gesät hatte. Aber während er schlief, kam der Feind und säte Unkraut darunter. Das will heißen, dass Gott den Menschen gut und vollkommen geschaffen hatte, dass aber der Feind kam und die Sünde hineinsäte. Da haben wir den Sündenfall Adams, einen schrecklichen Fall, der der Sünde Einlass in das Herz des Menschen verschaffte. Ihr sagt, dass das Unkraut ausgerissen werden muss? „Nein“, sagt der Herr dazu, „damit ihr nicht zusammen mit dem Unkraut den Weizen ausreißt. Wartet bis zur Ernte.“ Das Herz des Menschen muss bis zum Ende so bleiben: eine Mischung aus Gutem und Bösem, aus Laster und Tugend, aus Licht und Finsternis, aus Weizen und Unkraut. Gott wollte diese Vermengung nicht aufheben und uns eine neue Natur schaffen, in der es nur gutes Korn gäbe. Er will, dass wir kämpfen, uns abmühen, das Unkraut daran hindern, alles zu überwuchern. Der Teufel kommt, um auf unserem Weg Versuchungen auszustreuen; mit Gottes Gnade aber können wir ihn besiegen, können wir das Unkraut ersticken.

Drei Dinge sind gegen die Versuchung unbedingt nötig: das Gebet, das uns erleuchtet, die Sakramente, die uns stärken, und die Wachsamkeit, die uns bewahrt. Glücklich die Seelen, die versucht werden! Wenn der Teufel ahnt, dass ein Mensch nach der Vereinigung mit Gott strebt, verdoppelt sich seine Wut.

Quelle: Evangelizo

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