Tagesevangelium

Hl. Johannes Chrysostomus

„Ich war fremd“, sagt Christus, „und ihr habt mich aufgenommen“ (vgl. Mt 25,35). Und weiter: „Was ihr für einen meiner geringsten Brüder getan habt, das habt ihr mir getan“ (Mt 25,40). Da es sich um einen Glaubenden und noch dazu um einen Bruder handelt, mag er auch noch so gering sein, ist es Christus, der mit ihm eintritt. Öffne dein Haus und nimm ihn auf. „Wer einen Propheten aufnimmt, weil es ein Prophet ist, wird den Lohn eines Propheten erhalten“ (Mt 10,41). […] Das ist die Haltung, die man einnehmen muss, wenn man Fremde aufnimmt: Bereitwilligkeit, Freude, Großherzigkeit. Der Fremde ist immer schüchtern und verschämt. Wenn sein Gastgeber ihn nicht mit Freude aufnimmt, fühlt er sich geringgeschätzt und zieht sich zurück. Es ist nämlich schlimmer, so empfangen zu werden als gar nicht. Hab also ein Haus, in dem Christus eine Bleibe findet. Sag: „Das ist das Zimmer Christi. Das ist die Wohnung, die für ihn bestimmt ist.“ Er wird sie nicht verschmähen, auch wenn sie sehr einfach ist. Christus ist nackt und fremd; er braucht nur ein Dach über dem Kopf. Sei nicht grausam und unmenschlich; gib ihm wenigstens das. Du, der du so viel Eifer für materielle Güter an den Tag legst, bleibe nicht kalt, wenn es um geistige Güter geht. […] Du hast einen Platz für dein Fuhrwerk –, und für den wandernden Christus solltest du keinen Platz haben? Abraham empfing die Fremden dort, wo er wohnte (vgl. Gen 18). Seine Frau behandelte sie so, als wäre sie selbst die Magd, jene aber die Herren. Keiner von beiden ahnte, dass sie Christus empfingen, dass sie Engel beherbergten. Hätten sie es gewusst, dann hätten sie ihr Letztes hergegeben. Wir aber, die wir Christus erkennen können: Lasst uns noch größeren Eifer zeigen als diese, die glaubten, nur Menschen aufzunehmen.

Quelle: Evangelizo

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