[Die heilige Katharina hörte, wie Gott zu ihr sagte:] Wie können die Menschen, die ich nach meinem Bild und Gleichnis geschaffen habe, nur glauben, ich würde nicht für sie sorgen? Sie sehen doch, wie ich den Wurm im trockenen Holz ernähre, wie ich den wilden Tieren des Feldes Weide gebe, wie ich die Fische im Meer ernähre, alles Getier auf der Erde und die Vögel in der Luft. Ich gebiete der Sonne, auf die Pflanzen zu scheinen, und dem Tau, die Erde zu befruchten – all das hat meine Güte nur gemacht, um den Menschen zu dienen.
Wohin sie sich auch wenden, sie finden in allen Dingen, den geistlichen wie den weltlichen, nichts als das Feuer meiner abgrundtiefen Liebe und meine höchste, süße, wahre und vollkommene Vorsehung.Doch sie sehen es nicht, weil ihnen das Licht fehlt und sie sich auch nicht bemühen zu sehen. Daher empören sie sich über jede Prüfung und schmälern engherzig die Liebe zu ihrem Nächsten. Geizig denken sie an den morgigen Tag, obwohl meine Wahrheit [die Wahrheit in Person] dies untersagte, als sie sprach: „Sorgt euch nicht um den morgigen Tag. Jeder Tag hat genug an seiner eigenen Plage“ (vgl. Mt 6,34). Er hat euer mangelndes Vertrauen getadelt und euch meine Vorsehung und die Kürze der Zeit vor Augen geführt mit den Worten: „Sorgt euch nicht um morgen.“ So als wollte meine Wahrheit sagen: „Sorgt euch nicht um Dinge, die euch gar nicht sicher sind; der heutige Tag ist genug.“
Und er hat euch gelehrt, zuerst das Reich Gottes zu suchen, das heißt, nach einem heiligen und guten Leben zu trachten. Denn ich, euer himmlischer Vater, weiß sehr wohl, dass ihr diese kleinen Dinge braucht; daher habe ich sie für euch geschaffen und der Erde geboten, euch ihre Früchte zu geben.
Quelle: Evangelizo