Meine Brüder, wer von uns hätte jemals die grenzenlose Liebe Jesu Christi zu seinen Geschöpfen verstanden, die so weit ging, dass er ihnen seinen anbetungswürdigen Leib und sein kostbares Blut als Seelenspeise gab – hätte er es nicht selbst gesagt? Wie? Eine Seele soll sich von ihrem Retter ernähren! … Und noch dazu sooft sie es wünscht! O Abgrund der Güte und Liebe Gottes zu seinen Geschöpfen! …
Der heilige Paulus sagt uns, meine Brüder, dass der Retter, als er unser Fleisch annahm, seine Gottheit verbarg und die Erniedrigung bis zur völligen Entäußerung auf sich nahm. Doch durch die Einsetzung des anbetungswürdigen Altarsakraments hat er sogar seine Menschheit verhüllt und lässt nur noch das Innerste seiner Barmherzigkeit zum Vorschein kommen. Oh! Seht, meine Brüder, wozu die Liebe eines Gottes zu seinen Geschöpfen in der Lage ist! … Nein, meine Brüder, unter allen Sakramenten gibt es keines, das der Eucharistie vergleichbar wäre. […]
Der heilige Johannes sagt uns, dass Jesus Christus, der die Menschen „bis zur Vollendung“ liebte (Joh 13,1), einen Weg fand, um in den Himmel aufzufahren, ohne die Erde zu verlassen: Er nahm das Brot in seine heiligen und ehrwürdigen Hände, segnete es und verwandelte es in seinen Leib. Er nahm den Wein, verwandelte ihn in sein kostbares Blut und gab – in der Person der Apostel – allen Priestern die Vollmacht, dasselbe Wunder zu vollbringen, wann auch immer sie dieselben Worte aussprechen. Durch dieses Wunder der Liebe konnte er also bei uns bleiben, uns Nahrung sein, uns trösten, uns Gesellschaft leisten. […]
Oh! Meine Brüder! Welch großes Glück und welche Ehre für einen Christen, sich vom Brot der Engel ernähren zu dürfen! … Oh! Meine Brüder! Wenn wir doch nur die Größe dieses Glücks, Jesus Christus empfangen zu dürfen, verstehen könnten – würden wir uns nicht unablässig dafür mühen, dessen würdig zu werden?
Quelle: Evangelizo