„Ich bin das Licht der Welt“ (Joh 8,12). Und von diesem Licht, das alle Geschöpfe wieder in ihren Ursprung zurückführt, empfängt jedes Licht des Erdkreises seinen Glanz: die materiellen Lichter wie Sonne, Mond und Sterne sowie die physischen Sinne des Menschen, aber auch das geistige Licht, nämlich der Verstand des Menschen. Ohne diese Rückführung sind die geschaffenen Lichter aus sich selbst heraus nur wahre Finsternis, verglichen mit jenem wesenhaft wahren Licht, das ein Licht für die ganze Welt ist.
Unser lieber Herr sagt uns: „Verzichte auf dein Licht, das im Vergleich zu meinem Licht wahrhaft Finsternis ist und mir entgegensteht, denn ich bin das wahre Licht und möchte dir im Austausch für deine Finsternis mein ewiges Licht geben, damit es ebenso mein wie dein sei – mein Sein und Leben, meine Seligkeit und Freude.“ […]
Welcher ist also der kürzeste Weg, der zum wahren Licht führt? Dieser ist es: sich selbst wahrhaft zu verleugnen, Gott allein zu lieben und nur ihn im Sinn zu haben. Man darf in nichts das Seine suchen, sondern nur die Ehre und Verherrlichung Gottes anstreben und alles unmittelbar von Gott erwarten und erbitten. Alle Dinge soll man ihm ohne Umwege und ohne Vermittler wieder darbringen, woher sie auch kommen, damit zwischen Gott und uns ein ganz unmittelbarer Hin- und Rückfluss bestehe: Das ist der wahre, rechte Weg.
Quelle: Evangelizo