Tagesevangelium

Hl. Augustinus

Denkt an die Einheit, meine Brüder, und überlegt, ob euch inmitten der Vielfalt irgendetwas so sehr gefällt wie sie. Durch Gottes Gnade sehe ich euch hier in großer Zahl versammelt: Wer könnte euch aber ertragen, wenn ihr nicht eines Herzens wärt? Woher kommt dieser Friede in einer solchen Vielzahl? In Einheit ist diese Vielzahl ein Volk, und ohne sie ist es eine Menschenmasse. Was ist denn eine Menschenmasse, wenn nicht eine Vielzahl in Unordnung?

Aber hört auf den Apostel: „Ich ermahne euch“ – so sprach er zu einer Vielzahl, aber zu einer Vielzahl, in der er die Einheit wiederherstellen wollte – „Ich ermahne euch aber, Brüder und Schwestern, im Namen unseres Herrn Jesus Christus: Seid alle einmütig und duldet keine Spaltungen unter euch; seid vielmehr eines Sinnes und einer Meinung!“ (1 Kor 1,10). Auch an anderer Stelle fordert er auf, in der Einheit der Herzen und Gedanken zu leben, nichts aus Streitsucht und nichts aus Prahlerei zu tun (vgl. Phil 2,2-3). Hat nicht der Herr, als er zu seinem Vater von den Gläubigen sprach, gesagt: „Alle sollen eins sein, wie wir eins sind“ (vgl. Joh 17,21)? Und steht nicht in der Apostelgeschichte geschrieben: „Die Menge derer, die gläubig geworden waren, war ein Herz und eine Seele (Apg 4,32)?

So preist also mit mir den Herrn und lasst uns seinen Namen verherrlichen, damit wir zur Einheit gelangen; zu dieser notwendigen Einheit, zu dieser erhabenen Einheit, in der der Vater, der Sohn und der Heilige Geist so innig vereint sind. Ihr seht, wie alles uns zur Einheit mahnt. Ja, unser Gott ist Dreifaltigkeit; der Vater ist nicht der Sohn, der Sohn ist nicht der Vater, und der Heilige Geist ist weder Vater noch Sohn, sondern der Geist des einen und des anderen; nichtsdestotrotz sind diese drei weder drei Götter noch drei Allmächtige, sondern ein einziger allmächtiger Gott, und die Dreifaltigkeit ist nur ein Gott. Das ist die notwendige Einheit; aber um sie zu erreichen, müssen alle unsere Herzen vereint sein.

Quelle: Evangelizo

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