Wer von Gott das „Eine erbittet und danach verlangt“ (vgl. Ps 27,4), was zählt, der kann dies mit Gewissheit und Vertrauen tun. […] Dieses eine Gut ist der Friede, der alles Verstehen übersteigt. Wir wissen nicht, wie wir in rechter Weise in unseren Gebeten darum bitten sollen. Denn was unser Verstehen übersteigt, so dass wir es uns in seiner Wirklichkeit nicht vorstellen können, das kennen wir auch nicht wirklich. Und andererseits: Alles, was wir, wenn es uns in den Sinn kommt, ablehnen, zurückweisen und missbilligen, ist ist nicht das, was wir suchen – das wissen wir –, selbst, wenn wir noch nicht wissen, was wirklich der Gegenstand unserer Suche ist.
Da gibt es also etwas in uns, das ich eine belehrte Unwissenheit nennen würde, belehrt vom Geist Gottes, der unserer Schwachheit zu Hilfe kommt. Denn nachdem der Apostel gesagt hat: „Hoffen wir aber auf das, was wir nicht sehen, dann harren wir aus in Geduld“, fügt er hinzu: „Denn wir wissen nicht, worum wir in rechter Weise beten sollen; der Geist selber tritt jedoch für uns ein mit unaussprechlichen Seufzern. Und er, der die Herzen erforscht, weiß, was die Absicht des Geistes ist: Er weiß, dass er für die Heiligen eintritt“ (vgl. Röm 8,25-27).
Das darf nicht so verstanden werden, als würden wir glauben, der Heilige Geist Gottes – der in der Dreifaltigkeit unwandelbarer Gott ist, ein Gott mit dem Vater und dem Sohn – trete für die Heiligen ein wie jemand, der nicht Gott wäre. Es heißt, er bete für die Heiligen, weil er die Heiligen zum Beten bewegt. Er bewirkt also, dass sie mit unaussprechlichen Seufzern beten, indem er ihnen die Sehnsucht nach jenem hohen, noch unbekannten Gut einflößt, das wir in Geduld erwarten.
Quelle: Evangelizo