[Die heilige Katharina hörte, wie Gott zu ihr sagte:] O liebste Tochter, öffne weit das Auge deines Geistes, um das Übermaß Meiner Liebe zu betrachten. Es gibt kein vernunftbegabtes Geschöpf, dessen Herz nicht aus liebender Hingabe zerfließen müsste beim Anblick der Wohltaten, die ihr neben vielen anderen in diesem Sakrament von Mir empfangen habt. […]
Wer kostet, sieht und berührt dieses Sakrament? Die Seele. Mit welchem Auge sieht sie es? Mit dem Auge des Geistes, sofern dieses Auge die Pupille des heiligsten Glaubens hat. Dieses Auge sieht im Weiß des Brotes den ganzen Gott und den ganzen Menschen: die göttliche Natur mit der menschlichen Natur vereint, den Leib, die Seele und das Blut Christi; die Seele vereint mit dem Leib, und den Leib und die Seele vereint mit meiner göttlichen Natur und niemals getrennt von Mir. […] Wer darf dieses Sakrament berühren? Die Hand der Liebe. Mit dieser Hand berührt man, was das Auge des Geistes in diesem Sakrament gesehen und erkannt hat. Im Glauben berührt man es mit der Hand der Liebe, gleichsam um sich dessen zu vergewissern, was die Seele gesehen und geistigerweise durch den Glauben erkannt hat. Wie wird dieses Sakrament gekostet? Mit einem heiligen Verlangen. Die leiblichen Sinne kosten nur den Geschmack des Brotes, die Seele aber kostet Mich, Gott und Mensch. Du siehst also, dass die leiblichen Sinne getäuscht werden, nicht aber der Sinn der Seele, dank des Lichtes und der Gewissheit, die sie in sich trägt.
Denn was ihr geistiges Auge durch die Pupille des heiligen Glaubens gesehen und erkannt hat, das berührt sie mit der Hand der Liebe. Was sie gesehen hat, berührt sie in Liebe und Glauben. Und sie verkostet es geistig mit einem glühenden Verlangen: Das heißt, sie kostet von Meiner glühenden Liebe und Meiner unendlichen Barmherzigkeit, durch welche Ich sie würdig gemacht habe, das große Geheimnis dieses Sakraments und seiner Gnade zu empfangen.
Quelle: Evangelizo