Die Jungfrau Maria hat Jesus Christus geboren, ihn in ihren Armen gewärmt, in Windeln gewickelt und mit mütterlicher Sorge umhegt. Es ist derselbe Jesus, dessen Leib wir jetzt empfangen und dessen erlösendes Blut wir im Altarsakrament trinken. Das ist es, was der katholische Glaube als wahr erkennt, das ist die zuverlässige Überlieferung der Kirche.<!--more-->
Keine menschliche Zunge vermag jene Frau genügend zu preisen, aus der, wie wir wissen, „der Mittler zwischen Gott und den Menschen“(1 Tim 2,5) Fleisch angenommen hat. Kein menschliches Lob kann ihr gerecht werden, deren reinster Schoß die Frucht hervorgebracht hat, die unsere Seelenspeise ist: ihn, der von sich selbst Zeugnis ablegt mit den Worten: „Ich bin das Brot des Lebens, das vom Himmel herabgekommen ist. Wer von diesem Brot isst, wird in Ewigkeit leben“. Und es ist ja wirklich so: Wir, die wir wegen einer Speise aus dem Paradies der Wonnen vertrieben wurden, finden auch durch eine Speise wieder zu den Freuden des Paradieses. Eva nahm sich eine Speise – und wir wurden zu ewigem Fasten verdammt; Maria gab uns eine Speise – und der Eingang zum himmlischen Festmahl wurde uns geöffnet.