Wie Maria muss jede Dienerin Gottes ziemlich oft Schweigen und Stille in sich selbst schaffen, sich in ihr Inneres zurückziehen, sich im Geist verbergen, um sich den Sinnen zu entziehen und ihnen zu entkommen, und sich selbst zu einem Ort der Stille und der inneren Ruhe zu machen. Aus dieser inneren Ruhe heraus singt man…: „Als tiefes Schweigen das All umfing / und die Nacht in ihrem Lauf bis zur Mitte gelangt war, da sprang dein allmächtiges Wort vom Himmel, vom königlichen Thron herab“ (Weish 18,14-15), das ewige Wort, das aus dem Herzen seines Vaters hervorgeht. Mitten in der Stille, genau in dem Moment, in dem alle Dinge in größter Stille versunken sind, in dem wahre Stille herrscht, gerade dann hört man in Wahrheit dieses Wort. Denn wenn du willst, dass Gott spricht, musst du schweigen; damit er eintreten kann, müssen alle Dinge hinausgehen.
Als unser Herr Jesus Christus Ägypten betrat, brachen alle Götzen des Landes zusammen. Deine eigenen Götzen sind all das, was diese ewige Geburt daran hindert, sich in dir wirklich und unmittelbar zu vollziehen, so gut und heilig es auch erscheinen mag. Unser Herr sagte: „Ich bin gekommen, um das Schwert zu bringen“ (vgl. Mt 10,34), um alles abzutrennen, was am Menschen haftet… Denn was dir am nächsten ist, das ist dein Feind: die Vielzahl von Bildern, die in dir das [göttliche] Wort verdecken.
Quelle: Evangelizo