Trotz andauernder Hinweise, dass alles, was in der Welt geschieht, nur Schatten, nur Abbild, nur Geheimnis des Glaubens ist, verhalten wir uns immer nach menschlichem Maß und nach dem natürlichen Sinn der Dinge, der doch nur ein Rätsel ist. Wie kann das sein? Wie Narren tappen wir immer wieder in die Falle, anstatt unsere Augen zu erheben und zum Anfang, zur Quelle, zum Ursprung aller Dinge zurückzukehren, wo alles übernatürlich, göttlich und heiligend ist, wo alles an der Fülle Jesu Christi teilhat, wo alles ein Stein des himmlischen Jerusalems ist (vgl. Off 21,14), wo alles in das Innere dieses wunderbaren Bauwerks eingeht und hineinführt. […]
Der Glaube ist das Licht der Zeit […]. Er entfernt die Hülle und offenbart die ewige Wahrheit (vgl. 2 Kor 3,16). Hat eine Seele diese Einsicht des Glaubens erhalten, spricht Gott zu ihr durch alle Geschöpfe. Das Universum wird für sie zu einer lebendigen Schrift, die der Finger Gottes unentwegt vor ihren Augen schreibt. Die Geschichte aller vergehenden Augenblicke ist eine heilige Geschichte. Die vom Geist Gottes inspirierten Heiligen Schriften sind für diese Seele nur der Anfang der göttlichen Unterweisung. Alles, was geschieht, auch wenn es nicht geschrieben steht, ist für sie die Fortsetzung der Heiligen Schrift. Das Geschriebene ist der Kommentar zu dem, was nicht geschrieben steht. Der Glaube beurteilt das eine mit Hilfe des anderen.
Quelle: Evangelizo