Rüstet euch mit jener Geduld, die im Leben der Heiligen so viele Wunder bewirkt. […] Wenn wir darüber nachdenken, werden wir erkennen, dass unsere Leiden in diesem Leben in keinem Verhältnis stehen zur Größe der Leiden Christi, zur Schwere unserer Sünden, zum Schrecken der Qualen der Hölle und zum himmlischen Lohn. So freuten sich auch unsere Väter über die Tage der Demütigung und die Jahre der Prüfungen, die der Herr ihnen auferlegte. […] Die Geduld ist ein Diamant: Durch sie widersteht die Seele jeder Widrigkeit; ein Heilmittel: Sie heilt jede Wunde; ein Schild: Sie schützt vor jedem Angriff. Niemand wird uns jemals etwas anhaben können, wenn wir begonnen haben, innerlich den Kampf gegen uns selbst zu führen. […]
Bei der Errichtung eines Gebäudes wird der Stein, der für einen Ehrenplatz bestimmt ist, geschlagen, behauen und gemeißelt. So verhält es sich auch mit uns: Wir werden in dieser Welt bearbeitet, um in den himmlischen Tempel eintreten zu können, wo kein Hammerschlag mehr zu hören ist. Der Freude muss die Betrübnis vorangehen, die notwendig ist, um für unsere vergangenen Fehler zu büßen, also zu unserer geistlichen Vollkommenheit und zur Vermehrung unserer ewigen Herrlichkeit. O fruchtbare Mühsal, o kostbarer Schmerz, o selige Tränen, die der Allmächtige selbst von den Augen seiner geprüften Auserwählten abwischen wird! Jesus hat gesagt, dass das Himmelreich besonders denen vorbehalten ist, die um der Gerechtigkeit willen Verfolgung erleiden (vgl. Mt 5,10).
Quelle: Evangelizo