„Sagt den Eingeladenen: Alles ist bereit.“ Sie aber wollten nicht kommen. „Der eine ging auf seinen Acker, der andere in seinen Laden.“ […] Diese wunderliche Geschäftigkeit und ständige Ruhelosigkeit, die die Welt umtreibt, trifft man leider erstaunlich oft in der ganzen Welt an. Was man da an Kleidern, an Speisen, an Zimmern und vielen anderen Dingen anhäuft, ist so üppig, dass einem schwindelig wird: Die Hälfte würde völlig ausreichen. Dieses Leben sollte doch nur ein Durchgang zur Ewigkeit sein. […] Wir sollten uns mit aller Kraft von dieser hektischen Betriebsamkeit und dem Überangebot abwenden, von allem, was nicht absolut notwendig ist, und uns sammeln, unserer Berufung folgen und bedenken, wohin, wie und zu welcher Lebensweise uns der Herr gerufen hat: den einen zum innerlichen Schauen, den anderen zum aktiven Leben und einen Dritten […] zur inneren Ruhe, in das tiefe Schweigen des göttlichen Dunkels, in die Einheit des Geistes.
Und auch diese Letzteren ruft Gott manchmal zu äußerem Tun, manchmal zum inneren, so wie es ihm beliebt; aber der Mensch gibt nicht acht auf den göttlichen Ruf. […] Wenn aber nun der Mensch, der innerlich zu edlem, stillen Schweigen berufen ist, sich deshalb ständig jeglicher Werke der Nächstenliebe enthalten wollte, so wäre das nicht recht; und leider gibt es heute nur sehr wenige, die besondere Werke der Nächstenliebe vollbringen wollen. […] Im Evangelium wird berichtet, dass der Herr einen seiner Gäste beim Festmahl ohne Hochzeitsgewand antraf. […] Das Gewand, das diesem Geladenen fehlte, ist wahre, lautere, göttliche Liebe, diese aufrichtige Absicht, Gott zu suchen, die jede Eigenliebe und alles, was nicht Gott gemäß ist, ausschließt und nichts anderes im Sinn hat als Gott. […] Zu denen, die sich selbst suchen, sagt unser Herr: „Freund, wie bist du hier hereingekommn ohne das Gewand der wahren Liebe?“ Sie trachteten mehr nach den Gaben Gottes als nach Gott selbst.
Quelle: Evangelizo