Tagesevangelium

Tertullian

Gott hätte überhaupt in gar keine Beziehungen zu den Menschen treten können, wenn er nicht menschliche Empfindungen und Affekte angenommen hätte. Durch sie verhüllte er die Größe seiner Majestät, die der menschlichen Schwäche sonst unerträglich gewesen wäre. Diese Erniedrigung war seiner allerdings unwürdig, für den Menschen aber notwendig. Dadurch wurde sogar diese Erniedrigung Gottes würdig, weil nichts Gottes würdiger ist, als die Errettung des Menschen. […]

Alles, was der Sohn in seiner Menschheit seiner Gottheit entzieht, kommt dem Menschen zugute. Deshalb werden alle Erniedrigungen, die mein Gott erlitten hat, um uns nahe zu sein, zum Geheimnis der Erlösung des Menschen. Gott wandelte auf Erden mit den Menschen, damit der Mensch lerne, nach Gottes Plan zu handeln. Gott handelte in gleicher Weise wie der Mensch, damit der Mensch in gleicher Weise mit Gott handeln könne. Gott hat sich klein gemacht, damit der Mensch groß werde.

Quelle: Evangelizo

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