Tagesevangelium

Hl. Bruno von Segni

Der Herr sagte zu den Elf: „Und durch die, die zum Glauben gekommen sind, werden folgende Zeichen geschehen: In meinem Namen werden sie Dämonen austreiben; sie werden in neuen Sprachen reden; wenn sie Schlangen anfassen oder tödliches Gift trinken, wird es ihnen nicht schaden; und die Kranken, denen sie die Hände auflegen, werden gesund werden.“ In der Urkirche wurden all diese Zeichen, die der Herr hier aufzählt, nicht nur von den Aposteln, sondern auch von vielen anderen Heiligen wortwörtlich vollbracht. Die Heiden hätten die Verehrung der Götzen nicht aufgegeben, wenn die Predigt der Frohbotschaft nicht durch so viele Zeichen und Wunder bestätigt worden wäre. Denn die Jünger Christi verkündeten ja, nach den Worten des heiligen Paulus, „Christus als den Gekreuzigten: für Juden ein empörendes Ärgernis, für Heiden eine Torheit“ (1 Kor 1,23). […] Was uns betrifft, so sind Zeichen und Wunder für uns nicht mehr notwendig. Über sie zu lesen oder von ihnen zu hören, soll uns genügen. Wir glauben ja an das Evangelium und die Heiligen Schriften, die darüber berichten. Und doch geschehen auch heute noch Tag für Tag Zeichen. Und wenn man gut darauf achtet, wird man erkennen, dass sie viel wertvoller sind als die materiellen Wunder von damals. Jeden Tag spenden Priester die Taufe und rufen zur Umkehr auf: Bedeutet das nicht, Dämonen auszutreiben? Jeden Tag sprechen sie eine neue Sprache, wenn sie die Heilige Schrift auslegen, indem sie den veralteten Buchstaben durch die Neuheit seiner geistlichen Bedeutung ersetzen. Wenn sie durch liebevolle Ermahnung die Herzen der Sünder von ihrer Bindung an die Laster befreien […], schlagen sie Schlangen in die Flucht; sie heilen Kranke, wenn sie durch ihre Gebete die schwachen Seelen mit Gott versöhnen. Das sind die Zeichen, die der Herr seinen Heiligen verheißen hatte, und so verwirklichen sie diese auch heute noch.

Quelle: Evangelizo

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