Tagesevangelium

Mittwoch, 29 September 2021 : Kommentar Hl. Gregor der Große

Dass die Engel existieren, bezeugen viele Seiten der Heiligen Schrift […] Man muss wissen, dass das Wort „Engel“ eine Bezeichnung für dessen Aufgabe, nicht für dessen Natur ist. Die seligen Geister in der Heimat des Himmels sind immer Geister, aber sie können nicht immer „Engel“ genannt werden. Denn sie sind nur dann „Engel“, wenn durch sie eine Botschaft ergeht. Jene, die nur Geringeres zu verkünden haben, heißen „Engel“, die aber höchste Botschaft bringen: „Erzengel“. Daher kommt es, dass zu Maria nicht irgendein Engel, sondern ein Erzengel geschickt wurde. Denn es ziemte sich, dass für diesen Dienst ein Engel höchsten Ranges kam, weil er die höchste aller Botschaften brachte […] Michael heißt: „Wer ist wie Gott?“ […] Sooft es sich um Wunderkraft handelt, hören wir, dass Michael gesandt wird, und wir erkennen aus dem Vorgang und aus dem Namen, dass niemand kann, was die Kraft Gottes vermag. Denn auch der alte Feind, der in seinem Stolz Gott gleich sein wollte und sagte: „Ich ersteige den Himmel; dort oben […] stelle ich meinen Thron auf; dem Allerhöchsten will ich gleich sein“ (vgl. Jes 14,13–14), er wird am Ende der Welt seiner eigenen Kraft überlassen, um der äußersten Strafe zu verfallen. Er wird nämlich mit dem Erzengel Michael streiten, wie Johannes sagt: „Da entbrannte im Himmel ein Kampf; Michael und seine Engel erhoben sich, um mit dem Drachen zu kämpfen. Der Drache und seine Engel kämpften, aber sie konnten sich nicht halten […] der Drache wurde auf die Erde gestürzt“ (Offb 12,7–9). Zu Maria wird Gabriel gesandt, der „Kraft Gottes“ genannt wird. Er kam, um die Ankunft dessen zu melden, der in Demut erschien, um gegen die Mächte der Luft zu streiten. Er musste durch die Kraft Gottes verkündigt werden, weil er als der Herr der Kräfte kam, der „mächtig im Kampf“ (vgl. Ps 24(23),8) ist. Rafael heißt: „Arznei Gottes“. Er berührte wie ein Arzt die Augen des Tobit und wischte das Dunkel der Blindheit weg. So war es passend, dass er „Arznei Gottes“ genannt wird, weil er zum Heilen gesandt wurde.

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Mittwoch, 29 September 2021 : Aus dem Heiligen Evangelium nach Johannes - Joh 1,47-51.

In jener Zeit sah Jesus Natanaël auf sich zukommen und sagte über ihn: Da kommt ein echter Israelit, ein Mann ohne Falschheit. Natanaël fragte ihn: Woher kennst du mich? Jesus antwortete ihm: Schon bevor dich Philippus rief, habe ich dich unter dem Feigenbaum gesehen. Natanaël antwortete ihm: Rabbi, du bist der Sohn Gottes, du bist der König von Israel! Jesus antwortete ihm: Du glaubst, weil ich dir sagte, dass ich dich unter dem Feigenbaum sah? Du wirst noch Größeres sehen. Und er sprach zu ihm: Amen, amen, ich sage euch: Ihr werdet den Himmel geöffnet und die Engel Gottes auf- und niedersteigen sehen über dem Menschensohn.

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Mittwoch, 29 September 2021 : Psalm 138(137),1-2ab.2cd-3.4-5.

Ich will dir danken aus ganzem Herzen, dir vor den Engeln singen und spielen; ich will mich niederwerfen zu deinem heiligen Tempel hin und deinem Namen danken für deine Huld und Treue. Denn du hast die Worte meines Mundes gehört, deinen Namen und dein Wort über alles verherrlicht. ich will mich niederwerfen zu deinem heiligen Tempel hin und deinem Namen danken für deine Huld und Treue. Denn du hast die Worte meines Mundes gehört, deinen Namen und dein Wort über alles verherrlicht. ich will mich niederwerfen zu deinem heiligen Tempel hin und deinem Namen danken für deine Huld und Treue. Denn du hast die Worte meines Mundes gehört, deinen Namen und dein Wort über alles verherrlicht. Du hast mich erhört an dem Tag, als ich rief; du gabst meiner Seele große Kraft. Dich sollen preisen, Herr, alle Könige der Welt, wenn sie die Worte deines Mundes vernehmen. Sie sollen singen von den Wegen des Herrn; denn groß ist die Herrlichkeit des Herrn.

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Mittwoch, 29 September 2021 : Buch Daniel 7,9-10.13-14.

Ich, Daniel, sah in einer nächtlichen Vision: Throne wurden aufgestellt, und ein Hochbetagter nahm Platz. Sein Gewand war weiß wie Schnee, sein Haar wie reine Wolle. Feuerflammen waren sein Thron, und dessen Räder waren loderndes Feuer. Ein Strom von Feuer ging von ihm aus. Tausendmal Tausende dienten ihm, zehntausendmal Zehntausende standen vor ihm. Das Gericht nahm Platz und es wurden Bücher aufgeschlagen. Immer noch hatte ich die nächtlichen Visionen: Da kam mit den Wolken des Himmels einer wie ein Menschensohn. Er gelangte bis zu dem Hochbetagten und wurde vor ihn geführt. Da kam mit den Wolken des Himmels einer wie ein Menschensohn. Er gelangte bis zu dem Hochbetagten und wurde vor ihn geführt. Ihm wurden Herrschaft, Würde und Königtum gegeben. Alle Völker, Nationen und Sprachen müssen ihm dienen. Seine Herrschaft ist eine ewige, unvergängliche Herrschaft. Sein Reich geht niemals unter.

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Dienstag, 28 September 2021 : Kommentar Hl. Bonaventura

In diesem Hinübergang ist Christus Weg und Pforte (Joh 14,6; 10,7), Christus ist Leiter und Gefährt, und zwar […] als „das vor allen Zeiten verborgene Geheimnis“ (Eph 3,9) […] wer Ihn, den am Kreuz Erhöhten, anblickt in Glaube, Hoffnung und Liebe, in Hingabe, Staunen und Jubel, in Preis, Lob und Freude, der vollzieht mit Ihm Pascha, das heißt: Hinübergang. Am Stab des Kreuzes wird er also das Rote Meer durchschreiten (Ex 12,11) […] Soll dieser Hinübergang vollkommen sein, dann müssen in ihm alle Tätigkeiten des Erkenntnisvermögens zurückbleiben; die Spitze des Liebesvermögens muss ganz hinübergezogen werden in Gott und gottförmig werden. Das ist etwas Geheimnisvolles und tief Verborgenes, das „niemand kennt, außer wer es empfängt“ (Offb 2,17). Niemand aber empfängt es, außer wer sich danach sehnt; niemand hat Sehnsucht danach, außer der, den das Feuer des Heiligen Geistes bis ins Mark durchglüht […] Daher schreibt der Apostel [Paulus], diese geheimnisvolle Weisheit sei durch den Heiligen Geist enthüllt (1 Kor 2,10) […] Wenn du nun fragst, wie das geschehen soll, dann frage die Gnade, nicht die Lehre […] die Dunkelheit, nicht die Klarheit, nicht das Licht, sondern das Feuer, das ganz und gar in Brand setzt, und das durch unaussprechliche Salbung und glühende Herzensbewegung in Gott hinüberträgt. Dieses Feuer ist Gott, „sein Feuerherd ist in Jerusalem“ (Jes 31,9), und Christus hat es entzündet in der Glut seines glühenden Leidens […] Wer diesen Tod liebt, kann Gott schauen; denn es ist unbezweifelbar wahr: „Kein Mensch wird mich sehen und am Leben bleiben“ (Ex 33,20). Sterben wir also, treten wir in die Dunkelheit ein, legen wir den Sorgen, Begierden, Phantasiebildern Schweigen auf. Gehen wir mit Christus, dem Gekreuzigten, aus dieser Welt zum Vater (Joh 13,1), damit wir, wenn uns der Vater gezeigt wird, mit Philippus sprechen können: „Es genügt uns“ (Joh 14,8), damit wir mit Paulus hören dürfen: „Es genügt dir meine Gnade“ (2 Kor 12,9), damit wir mit den Worten Davids jubeln: „Mein Fleisch und mein Herz versagen ihren Dienst, Gott meines Herzens; mein Anteil bist du, o Gott, auf ewig […]“ (Ps 73(72),26).

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Dienstag, 28 September 2021 : Aus dem Heiligen Evangelium nach Lukas - Lk 9,51-56.

Als die Zeit herankam, in der Jesus in den Himmel aufgenommen werden sollte, entschloss er sich, nach Jerusalem zu gehen. Und er schickte Boten vor sich her. Diese kamen in ein samaritisches Dorf und wollten eine Unterkunft für ihn besorgen. Aber man nahm ihn nicht auf, weil er auf dem Weg nach Jerusalem war. Als die Jünger Jakobus und Johannes das sahen, sagten sie: Herr, sollen wir befehlen, dass Feuer vom Himmel fällt und sie vernichtet? Da wandte er sich um und wies sie zurecht. Und sie gingen zusammen in ein anderes Dorf.

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Dienstag, 28 September 2021 : Psalm 87(86),2-3.4.5.7.

Der Herr liebt Zion, seine Gründung auf heiligen Bergen; mehr als all seine Stätten in Jakob liebt er die Tore Zions. Herrliches sagt man von dir, du Stadt unseres Gottes. Leute aus Ägypten und Babel zähle ich zu denen, die mich kennen; auch von Leuten aus dem Philisterland, aus Tyrus und Kusch sagt man: Er ist dort geboren. Von Zion wird man sagen: Jeder ist dort geboren. Er, der Höchste, hat Zion gegründet. Und sie werden beim Reigentanz singen: All meine Quellen entspringen in dir.

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Dienstag, 28 September 2021 : Buch Sacharja 8,20-23.

So spricht der Herr der Heere: Es wird noch geschehen, dass Völker herbeikommen und die Einwohner vieler Städte. Die Einwohner der einen Stadt werden zur andern gehen und sagen: Wir wollen gehen, um den Zorn des Herrn zu besänftigen und den Herrn der Heere zu suchen. - Auch ich will hingehen. - Viele Völker und mächtige Nationen werden kommen, um in Jerusalem den Herrn der Heere zu suchen und den Zorn des Herrn zu besänftigen. So spricht der Herr der Heere: In jenen Tagen werden zehn Männer aus Völkern aller Sprachen einen Mann aus Juda an seinem Gewand fassen, ihn festhalten und sagen: Wir wollen mit euch gehen; denn wir haben gehört: Gott ist mit euch.

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Montag, 27 September 2021 : Kommentar Hl. Clemens von Alexandrien

„Ihre Kinder“, so heißt es in der Heiligen Schrift, „sollen auf den Schultern getragen und auf den Knien getröstet werden; wie wenn einen seine Mutter tröstet, so will auch ich euch trösten“ (vgl. Jes 66,12–13). Die Mutter zieht die Kinder freundlich zu sich heran; und wir suchen die Mutter, die Kirche. Alles Schwache und Zarte ist nun, weil es wegen seiner Schwachheit Hilfe nötig hat, gern gesehen und angenehm und erwünscht, wobei Gott einem solchen seine Hilfe nicht versagt. Denn wie die (irdischen) Väter und Mütter besonders gern ihre Sprößlinge sehen […], so nimmt auch der Vater aller Geschöpfe die zu ihm Geflüchteten gern bei sich auf; und nachdem er sie durch den Geist zur Kindschaft wiedergeboren hat, weiß er, daß sie sanft sind, und diese allein liebt er und hilft ihnen und streitet für sie, und deswegen gibt er ihnen den Namen Kind […] Den Herrn selbst nennt der Geist ein Kind, wenn er durch Jesajas folgende Weissagung gibt: „Siehe, ein Kind wurde uns geboren, ein Sohn wurde uns gegeben […]“ (vgl. Jes 9,5). Was ist nun das unmündige Kind, nach dessen Bild wir Unmündigen (geschaffen) sind? Durch den genannten Propheten erzählt der Geist dir seine Größe: „Wunderbarer Ratgeber, herrschender Gott, ewiger Vater, Führer zum Frieden dadurch, dass er die Einsicht mehrt; und seines Friedens ist kein Ende“ (vgl. Jes 9,5–6). O wie groß ist Gott! O wie vollkommen das Kind! Der Sohn im Vater und der Vater im Sohn (vgl. Joh 10,38). Und wie sollte die Unterweisung jenes Kindes nicht vollkommen sein, die sich auf uns Kinder alle erstreckt, da sie seine Unmündigen erzieht? Er streckte gegen uns seine Hände aus (vgl. Jes 65,2), die unser offenbares Vertrauen gefunden haben. Für dieses Kind gibt auch Johannes […] Zeugnis: „Siehe, das Lamm Gottes!“ (vgl. Joh 1,29). Denn da die Schrift die unmündigen Kinder Lämmer nennt (vgl. Jes 40,11), hat sie den göttlichen Logos, der um unsertwillen Mensch wurde, „der in jeder Hinsicht uns gleichen will“ (vgl. Heb 2,17), Lamm Gottes genannt, ihn, den Sohn Gottes, den Unmündigen des Vaters.

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Montag, 27 September 2021 : Aus dem Heiligen Evangelium nach Lukas - Lk 9,46-50.

In jener Zeit kam unter den Jüngern die Frage auf, wer von ihnen der Größte sei. Jesus wusste, was in ihrem Herzen vorging. Deshalb nahm er ein Kind, stellte es neben sich und sagte zu ihnen: Wer dieses Kind um meinetwillen aufnimmt, der nimmt mich auf; wer aber mich aufnimmt, der nimmt den auf, der mich gesandt hat. Denn wer unter euch allen der Kleinste ist, der ist groß. Da sagte Johannes: Meister, wir haben gesehen, wie jemand in deinem Namen Dämonen austrieb, und wir versuchten, ihn daran zu hindern, weil er nicht mit uns zusammen dir nachfolgt. Jesus antwortete ihm: Hindert ihn nicht! Denn wer nicht gegen euch ist, der ist für euch.

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