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Wir können von der göttlichen Gnade nicht verlangen, dass sie schon während der Zeit des Wachstums all ihre Entwicklungsmöglichkeiten offenbart. Der Same, der stirbt, der zarte Keimling, der austreibt, lassen noch nicht genau feststellen, was sie in sich tragen. Jedes Keimen und Wachsen geschieht im Chaos oder zumindest im Geheimen. Erst die volle Entfaltung bringt dann die besonderen Eigenschaften des Lebens und die Qualität der Frucht zum Vorschein. Nach den dunklen Perioden, in der die Gnade manche ihrer Eigenschaften vor uns verborgen hat, muss sie nun, in der umwandelnden Vereinigung, ihre wesentlichen Reichtümer offenbaren und uns zeigen, dass sie eine Umwandlung in Jesus Christus bewirkt durch die Ähnlichkeit mit ihm in der Liebe. Die äußere Entfaltung Jesu Christi in den Seelen nimmt verschiedene Formen an, denn die Gnade Christi ist in der Tat vielgestaltig und strahlt in ganz unterschiedlichen Lichtreflexen auf. Die Umwandlung in Christus muss allerdings real und tiefgründig sein; sie muss sich durch die Ähnlichkeit ausweisen, welche durch Liebe im Wollen, im Denken, im Fühlen und im Tun hervorgerufen wird. […] Vergöttlichung der menschlichen Natur, damit wir Kinder Gottes sind, Inkarnation (Fleischwerdung) des göttlichen Lebens, damit wir Christen sind – das ist der doppelte Realismus, den wir von der umwandelnden Vereinigung erwarten müssen, um sie als wahr und echt christlich anzuerkennen.
Gott, sei mir gnädig nach deiner Huld, tilge meine Frevel nach deinem reichen Erbarmen! Wasch meine Schuld von mir ab, und mach mich rein von meiner Sünde! Denn ich erkenne meine bösen Taten, meine Sünde steht mir immer vor Augen. Gegen dich allein habe ich gesündigt, ich habe getan, was dir missfällt. Gegen dich allein habe ich gesündigt, ich habe getan, was dir missfällt. Gegen dich allein habe ich gesündigt, ich habe getan, was dir missfällt. So behältst du recht mit deinem Urteil, rein stehst du da als Richter. Denn ich bin in Schuld geboren; in Sünde hat mich meine Mutter empfangen. Sättige mich mit Entzücken und Freude! Jubeln sollen die Glieder, die du zerschlagen hast. Verbirg dein Gesicht vor meinen Sünden, tilge all meine Frevel!
In jener Zeit sprach Jesus zu der Menge: Mit dem Reich Gottes ist es so, wie wenn ein Mann Samen auf seinen Acker sät; dann schläft er und steht wieder auf, es wird Nacht und wird Tag, der Samen keimt und wächst, und der Mann weiß nicht, wie. Die Erde bringt von selbst ihre Frucht, zuerst den Halm, dann die Ähre, dann das volle Korn in der Ähre. Sobald aber die Frucht reif ist, legt er die Sichel an; denn die Zeit der Ernte ist da. Er sagte: Womit sollen wir das Reich Gottes vergleichen, mit welchem Gleichnis sollen wir es beschreiben? Es gleicht einem Senfkorn. Dieses ist das kleinste von allen Samenkörnern, die man in die Erde sät. Ist es aber gesät, dann geht es auf und wird größer als alle anderen Gewächse und treibt große Zweige, so dass in seinem Schatten die Vögel des Himmels nisten können. Durch viele solche Gleichnisse verkündete er ihnen das Wort, so wie sie es aufnehmen konnten. Er redete nur in Gleichnissen zu ihnen; seinen Jüngern aber erklärte er alles, wenn er mit ihnen allein war.
Das Buch der Sprichwörter verlangt vom Schüler der Weisheit, in die Schule der Bienen zu gehen, denn dort heißt es für die Liebhaber der Weisheit: Geh zur Biene und lerne, wie fleißig sie ist und wie ehrenhaft die Arbeit ist, die sie vollbringt. Könige und Untertanen verwenden zu ihrer Gesundheit, was sie hervorbringt; sie wird von allen gesucht und ist bei allen geschätzt. Mag sie auch kräftemäßig schwach sein, aber sie liebt die Weisheit und deshalb hat sie es so weit gebracht. Der Text sagt, sie ist hoch angesehen, weil sie die Weisheit liebt (vgl. Spr 6,8 LXX). Dieser Text rät also dazu, keine göttliche Unterweisung zu vernachlässigen, sondern die Weide der inspirierten Worte zu überfliegen und von allem, was die Weisheit fördert, den Nektar einzusammeln und in sich selbst Wachszellen zu formen, um im eigenen Herzen wie in einem Bienenstock das Produkt der Arbeit zu lagern. So werden im Gedächtnis gleich den Wabenzellen im Wachs versiegelte Gehäuse geschaffen, um verschiedene Arten der Unterweisung aufzubewahren. Auf diese Weise ahmen wir die weise Biene nach, deren Wachs süß ist und deren Narde nicht schmerzt, indem wir uns unermüdlich der erhabenen Arbeit der Tugendübung widmen. Denn es ist durchaus eine Arbeit, durch solche Mühsal auf Erden die ewigen Güter zu gewinnen und die eigene Mühe für Könige und Untertanen aufzuwenden, um die Gesundheit ihrer Seelen zu fördern. Eine solche Seele wird von ihrem Bräutigam begehrt und von den Engeln geschätzt; sie verwirklicht die Kraft in der Schwachheit, indem sie die Weisheit liebt. Die Biene ist also ein Beispiel für Wissenschaft und Liebe zur Arbeit, wie sie in den Berichten über die fleißige Biene beschrieben wird. Übrigens geschieht die Verteilung der göttlichen Geistesgaben (Charismen) proportional zum Arbeitseifer.
In jener Zeit sprach Jesus: Zündet man etwa ein Licht an und stülpt ein Gefäß darüber oder stellt es unter das Bett? Stellt man es nicht auf den Leuchter? Es gibt nichts Verborgenes, das nicht offenbar wird, und nichts Geheimes, das nicht an den Tag kommt. Wenn einer Ohren hat zum Hören, so höre er! Weiter sagte er: Achtet auf das, was ihr hört! Nach dem Maß, mit dem ihr messt und zuteilt, wird euch zugeteilt werden, ja, es wird euch noch mehr gegeben. Denn wer hat, dem wird gegeben; wer aber nicht hat, dem wird auch noch weggenommen, was er hat.
O Herr, denk an David, denk an all seine Mühen, wie er dem Herrn geschworen, dem starken Gott Jakobs gelobt hat: «Nicht will ich mein Zelt betreten noch mich zur Ruhe betten, bis ich eine Stätte finde für den Herrn, eine Wohnung für den starken Gott Jakobs.» Der Herr hat David geschworen, einen Eid, den er niemals brechen wird: «Einen Spross aus deinem Geschlecht will ich setzen auf deinen Thron. Wenn deine Söhne meinen Bund bewahren, mein Zeugnis, das ich sie lehre, dann sollen auch ihre Söhne auf deinem Thron sitzen für immer.» Denn der Herr hat den Zion erwählt, ihn zu seinem Wohnsitz erkoren. Das ist für immer der Ort meiner Ruhe; hier will ich wohnen, ich hab’ ihn erkoren.
Nachdem Natan zum König David gesprochen hatte, ging dieser hin und setzte sich vor dem Herrn nieder und sagte: Wer bin ich, mein Herr und Gott, und was ist mein Haus, dass du mich bis hierher geführt hast? Weil das in deinen Augen noch zu wenig war, mein Herr und Gott, hast du dem Haus deines Knechtes sogar Zusagen für die ferne Zukunft gemacht. Ist das eine Weisung, wie sie einem schwachen Menschen zukommt, mein Herr und Gott? Du hast Israel auf ewig zu deinem Volk bestimmt, und du, Herr, bist sein Gott geworden. Doch nun, Herr und Gott, verleih dem Wort, das du über deinen Knecht und über sein Haus gesprochen hast, für immer Geltung, und tu, was du gesagt hast. Dann wird dein Name groß sein für ewige Zeiten, und man wird sagen: Der Herr der Heere ist Israels Gott!, und das Haus deines Knechtes David wird vor deinen Augen Bestand haben. Denn du, Herr der Heere, Gott Israels, hast deinem Knecht offenbart: Ich will dir ein Haus bauen. Darum fand dein Knecht den Mut, so zu dir zu beten: Ja, mein Herr und Gott, du bist der einzige Gott, und deine Worte sind wahr. Du hast deinem Knecht ein solches Glück zugesagt. So segne jetzt gnädig das Haus deines Knechtes, damit es ewig vor deinen Augen Bestand hat. Denn du, mein Herr und Gott, hast es versprochen, und mit deinem Segen wird das Haus deines Knechtes für immer gesegnet sein.
Eingedenk dessen, was Jesus uns ans Herz gelegt hat: „Die Ernte ist groß, aber es gibt nur wenig Arbeiter. Bittet also den Herrn der Ernte, Arbeiter für seine Ernte auszusenden“ (Mt 9,37), spüren wir sehr deutlich die Notwendigkeit, für die Berufungen zum Priestertum und zum geweihten Leben zu beten. Es ist nicht überraschend, dass es dort, wo mit Hingabe gebetet wird, viele Berufungen gibt. Die Heiligkeit der Kirche hängt wesentlich von der Vereinigung mit Christus und von der Öffnung gegenüber dem Geheimnis der Gnade ab, die im Herzen der Glaubenden wirkt. Daher möchte ich alle Gläubigen einladen, eine innige Beziehung zu Christus, dem Meister und Hirten seines Volkes, zu pflegen und so Maria nachzuahmen, die im Herzen die göttlichen Geheimnisse bewahrte und beharrlich darüber nachdachte (vgl. Lk 2,19). Zusammen mit ihr, die im Geheimnis der Kirche eine zentrale Stellung einnimmt, beten wir: O Vater, lass unter den Christen viele und heilige Berufungen zum Priestertum entstehen, die den Glauben lebendig halten und die dankbare Erinnerung an deinen Sohn Jesus bewahren, durch die Verkündigung seines Wortes und die Verwaltung der Sakramente, durch die du deine Gläubigen ständig erneuerst. Schenke uns heilige Diener deines Altars, die aufmerksame und eifrige Hüter der Eucharistie sind, des Sakraments der äußersten Hingabe Christi für die Erlösung der Welt. Rufe Diener deiner Barmherzigkeit, die durch das Sakrament der Versöhnung die Freude deiner Vergebung verbreiten. O Vater, lass die Kirche mit Freuden die zahlreichen Inspirationen des Geistes deines Sohnes aufnehmen und lass sie – deiner Lehre fügsam – Sorge tragen für die Berufungen zum priesterlichen Dienst und zum geweihten Leben. Unterstütze die Bischöfe, die Priester, die Diakone, die Menschen des geweihten Lebens und alle in Christus Getauften, damit sie treu ihre Sendung erfüllen im Dienst des Evangeliums. Darum bitten wir durch Christus, unseren Herrn. Amen. Maria, Königin der Apostel, bitte für uns!
In jener Zeit suchte der Herr zweiundsiebzig andere Jünger aus und sandte sie zu zweit voraus in alle Städte und Ortschaften, in die er selbst gehen wollte. Er sagte zu ihnen: Die Ernte ist groß, aber es gibt nur wenig Arbeiter. Bittet also den Herrn der Ernte, Arbeiter für seine Ernte auszusenden. Geht! Ich sende euch wie Schafe mitten unter die Wölfe. Nehmt keinen Geldbeutel mit, keine Vorratstasche und keine Schuhe! Grüßt niemand unterwegs! Wenn ihr in ein Haus kommt, so sagt als erstes: Friede diesem Haus! Und wenn dort ein Mann des Friedens wohnt, wird der Friede, den ihr ihm wünscht, auf ihm ruhen; andernfalls wird er zu euch zurückkehren. Bleibt in diesem Haus, esst und trinkt, was man euch anbietet; denn wer arbeitet, hat ein Recht auf seinen Lohn. Zieht nicht von einem Haus in ein anderes! Wenn ihr in eine Stadt kommt und man euch aufnimmt, so esst, was man euch vorsetzt. Heilt die Kranken, die dort sind, und sagt den Leuten: Das Reich Gottes ist euch nahe.
Singet dem Herrn ein neues Lied, singt dem Herrn, alle Länder der Erde! Singt dem Herrn und preist seinen Namen, verkündet sein Heil von Tag zu Tag! Erzählt bei den Völkern von seiner Herrlichkeit, bei allen Nationen von seinen Wundern! Bringt dar dem Herrn, ihr Stämme der Völker, bringt dar dem Herrn Lob und Ehre! Bringt dar dem Herrn die Ehre seines Namens, spendet Opfergaben, und tretet ein in sein Heiligtum! Verkündet bei den Völkern: Der Herr ist König. Den Erdkreis hat er gegründet, so dass er nicht wankt. Er richtet die Nationen so, wie es recht ist.