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Singet dem Herrn ein neues Lied, singt dem Herrn, alle Länder der Erde! Singt dem Herrn und preist seinen Namen, verkündet sein Heil von Tag zu Tag! Erzählt bei den Völkern von seiner Herrlichkeit, bei allen Nationen von seinen Wundern! Der Himmel freue sich, die Erde frohlocke, es brause das Meer und alles, was es erfüllt. Es jauchze die Flur und was auf ihr wächst. Jubeln sollen alle Bäume des Waldes Es jauchze die Flur und was auf ihr wächst. Jubeln sollen alle Bäume des Waldes Jubeln sollen alle vor dem Herrn, wenn er kommt, wenn er kommt, um die Erde zu richten. Er richtet den Erdkreis gerecht und die Nationen nach seiner Treue.
Denn die Gnade Gottes ist erschienen, um alle Menschen zu retten. Sie erzieht uns dazu, uns von der Gottlosigkeit und den irdischen Begierden loszusagen und besonnen, gerecht und fromm in dieser Welt zu leben, während wir auf die selige Erfüllung unserer Hoffnung warten: auf das Erscheinen der Herrlichkeit unseres großen Gottes und Retters Christus Jesus. Er hat sich für uns hingegeben, um uns von aller Schuld zu erlösen und sich ein reines Volk zu schaffen, das ihm als sein besonderes Eigentum gehört und voll Eifer danach strebt, das Gute zu tun.
Das Volk, das im Dunkel lebt, sieht ein helles Licht; über denen, die im Land der Finsternis wohnen, strahlt ein Licht auf. Du erregst lauten Jubel und schenkst große Freude. Man freut sich in deiner Nähe, wie man sich freut bei der Ernte, wie man jubelt, wenn Beute verteilt wird. Denn wie am Tag von Midian zerbrichst du das drückende Joch, das Tragholz auf unserer Schulter und den Stock des Treibers. Jeder Stiefel, der dröhnend daherstampft, jeder Mantel, der mit Blut befleckt ist, wird verbrannt, wird ein Fraß des Feuers. Denn uns ist ein Kind geboren, ein Sohn ist uns geschenkt. Die Herrschaft liegt auf seiner Schulter; man nennt ihn: Wunderbarer Ratgeber, Starker Gott, Vater in Ewigkeit, Fürst des Friedens. Seine Herrschaft ist groß, und der Friede hat kein Ende. Auf dem Thron Davids herrscht er über sein Reich; er festigt und stützt es durch Recht und Gerechtigkeit, jetzt und für alle Zeiten. Der leidenschaftliche Eifer des Herrn der Heere wird das vollbringen.
Durch seine Geburt setzte der heilige Johannes dem Schweigen des Zacharias ein Ende: Nun konnte derjenige nicht mehr still sein, der die Stimme zeugte, die in der Wüste rufen (vgl. Mt 3,3), und das Kommen Christi ankündigen sollte. Wenn auch der Unglaube darüber die Zunge des Vaters zunächst gefesselt hatte, so gibt ihm nun die Kundgabe [des Namens] die Freiheit zurück; also wurde verkündet und dann geboren die Stimme des Wortes, der Vorläufer des Lichtes, der Fürsprache einlegt für unsere Seelen. An diesem Tag löst die Stimme des Wortes die väterliche, durch Glaubensmangel gefesselte Stimme; sie offenbart die Fruchtbarkeit der Kirche indem sie die Unfruchtbarkeit der Mutter beendet. Vor dem Licht tritt hervor der Leuchter, der Widerschein der Sonne der Gerechtigkeit (vgl. Mal 3,20), der Strahl, der sein Kommen ankündigt zur Wiederherstellung von allem und zum Heil unserer Seelen. Siehe, da kommt aus unfruchtbarem Schoß der Bote des göttlichen Wortes, – jenes Wortes, das selbst aus einem jungfräulichen Schoß geboren werden sollte –, der größte unter allen von einer Frau Geborenen (vgl. Mt 11,11), der Prophet, der seinesgleichen nicht hat; denn die göttlichen Dinge benötigen einen wunderbaren Anfang, sei es die Fruchtbarkeit in vorgerücktem Alter (vgl. Lk 1,7) oder die Empfängnis ohne den Samen eines Mannes. Ruhm sei dir, Gott, der du Wunder wirkst zu unserem Heil. […] Du Apostel für die ganze Welt, durch Gabriel angekündigt (vgl. Lk 1,36), Spross der Unfruchtbaren und schönste Blüte der Wüste, vertrauter Freund des Bräutigams (vgl. Joh 3,29), des Jubels würdiger Prophet, bitte Christus, dass er sich unserer Seelen erbarme.
Für Elisabeth kam die Zeit der Niederkunft, und sie brachte einen Sohn zur Welt. Ihre Nachbarn und Verwandten hörten, welch großes Erbarmen der Herr ihr erwiesen hatte, und freuten sich mit ihr. Am achten Tag kamen sie zur Beschneidung des Kindes und wollten ihm den Namen seines Vaters Zacharias geben. Seine Mutter aber widersprach ihnen und sagte: Nein, er soll Johannes heißen. Sie antworteten ihr: Es gibt doch niemand in deiner Verwandtschaft, der so heißt. Da fragten sie seinen Vater durch Zeichen, welchen Namen das Kind haben solle. Er verlangte ein Schreibtäfelchen und schrieb zum Erstaunen aller darauf: Sein Name ist Johannes. Im gleichen Augenblick konnte er Mund und Zunge wieder gebrauchen, und er redete und pries Gott. Und alle, die in jener Gegend wohnten, erschraken, und man sprach von all diesen Dingen im ganzen Bergland von Judäa. Alle, die davon hörten, machten sich Gedanken darüber und sagten: Was wird wohl aus diesem Kind werden? Denn es war deutlich, dass die Hand des Herrn mit ihm war.
Zeige mir, Herr, deine Wege, lehre mich deine Pfade! lehre mich deine Pfade! Führe mich in deiner Treue und lehre mich; denn du bist der Gott meines Heiles. Auf dich hoffe ich allezeit. Gut und gerecht ist der Herr, darum weist er die Irrenden auf den rechten Weg. Die Demütigen leitet er nach seinem Recht, die Gebeugten lehrt er seinen Weg. Alle Pfade des Herrn sind Huld und Treue denen, die seinen Bund und seine Gebote bewahren. Die sind Vertraute des Herrn, die ihn fürchten; er weiht sie ein in seinen Bund.
So spricht Gott, der Herr: Seht, ich sende meinen Boten; er soll den Weg für mich bahnen. Dann kommt plötzlich zu seinem Tempel der Herr, den ihr sucht, und der Bote des Bundes, den ihr herbeiwünscht. Seht, er kommt!, spricht der Herr der Heere. Doch wer erträgt den Tag, an dem er kommt? Wer kann bestehen, wenn er erscheint? Denn er ist wie das Feuer im Schmelzofen und wie die Lauge im Waschtrog. Er setzt sich, um das Silber zu schmelzen und zu reinigen: Er reinigt die Söhne Levis, er läutert sie wie Gold und Silber. Dann werden sie dem Herrn die richtigen Opfer darbringen. Und dem Herrn wird das Opfer Judas und Jerusalems angenehm sein wie in den Tagen der Vorzeit, wie in längst vergangenen Jahren. Bevor aber der Tag des Herrn kommt, der große und furchtbare Tag, seht, da sende ich zu euch den Propheten Elija. Er wird das Herz der Väter wieder den Söhnen zuwenden und das Herz der Söhne ihren Vätern, damit ich nicht kommen und das Land dem Untergang weihen muss.
„Meine Seele preist die Größe des Herrn, und mein Geist jubelt über Gott, meinen Retter.“ Der erste Sinn dieser Worte ist sicherlich, zu bekennen, welche Gaben Gott ihr, Maria, im Besonderen verliehen hat. Doch dann ruft sie die allgemeinen Wohltaten in Erinnerung, mit denen Gott das ganze Menschengeschlecht unaufhörlich umfängt. Die Seele preist den Herrn, wenn sie all ihre inneren Kräfte einsetzt, um Gott zu loben und ihm zu dienen; wenn sie durch ihre Unterwerfung unter die göttlichen Gebote zeigt, dass sie niemals seine Macht und Herrlichkeit aus den Augen verliert. Der Geist jubelt über Gott, seinen Retter, wenn er seine ganze Freude darin findet, seines Schöpfers zu gedenken, von dem er das ewige Heil erhofft. Diese Worte drücken zweifellos genau das aus, was alle Heiligen denken, aber es war besonders angemessen, dass sie von der seligen Mutter Gottes ausgesprochen wurden, die – begnadet mit einem einzigartigen Privileg –, in einer vollkommen geistlichen Liebe entflammt war zu dem, den sie mit Freuden in ihrem Fleisch empfangen hatte. Sie hatte allen Grund, und zwar mehr als alle Heiligen, vor Freude über Jesus – das heißt über ihren Erlöser – zu jubeln, denn sie wusste, dass der, den sie als ewigen Urheber unseres Heils erkannte, in der Zeit aus ihrem eigenen Fleisch geboren werden würde, und zwar so wirklich, dass in ein und derselben Person ihr Sohn und ihr Gott real gegenwärtig sein würden. […] Es ist daher ein hervorragender und heilsamer Brauch, dessen Duft die Heilige Kirche durchströmt, jeden Tag in der Vesper den Lobgesang der Jungfrau Maria zu singen. Wir dürfen erwarten, dass die Seelen der Gläubigen durch das oftmalige Gedenken an die Menschwerdung des Herrn von größerem Eifer entflammt und durch die häufige Erinnerung an das Beispiel ihrer heiligen Mutter in der Tugend gefestigt werden. Die Vesper ist zudem genau der richtige Zeitpunkt, um auf diesen Lobgesang zurückzugreifen, denn unsere Seele, die vom Tag ermüdet ist und von den alltäglichen Gedanken noch in verschiedene Richtungen gezogen wird, muss sich, wenn die Stunde der Ruhe naht, sammeln, um ihre innere Einheit und Aufmerksamkeit wiederzufinden.
In jener Zeit sagte Maria: Meine Seele preist die Größe des Herrn, und mein Geist jubelt über Gott, meinen Retter. Denn auf die Niedrigkeit seiner Magd hat er geschaut. Siehe, von nun an preisen mich selig alle Geschlechter. Denn der Mächtige hat Großes an mir getan, und sein Name ist heilig. Er erbarmt sich von Geschlecht zu Geschlecht über alle, die ihn fürchten. Er vollbringt mit seinem Arm machtvolle Taten: Er zerstreut, die im Herzen voll Hochmut sind. er stürzt die Mächtigen vom Thron und erhöht die Niedrigen. Die Hungernden beschenkt er mit seinen Gaben und lässt die Reichen leer ausgehn. Er nimmt sich seines Knechtes Israel an und denkt an sein Erbarmen. das er unsern Vätern verheißen hat, Abraham und seinen Nachkommen auf ewig. Und Maria blieb etwa drei Monate bei ihr; dann kehrte sie nach Hause zurück.
Mein Herz ist voll Freude über den Herrn, große Kraft gibt mir der Herr. Weit öffnet sich mein Mund gegen meine Feinde; denn ich freue mich über deine Hilfe. Der Bogen der Helden wird zerbrochen, die Wankenden aber gürten sich mit Kraft. Die Satten verdingen sich um Brot, doch die Hungrigen können feiern für immer. Die Unfruchtbare bekommt sieben Kinder, doch die Kinderreiche welkt dahin. Der Herr macht tot und lebendig, er führt zum Totenreich hinab und führt auch herauf. Der Herr macht arm und macht reich, er erniedrigt, und er erhöht. Den Schwachen hebt er empor aus dem Staub und erhöht den Armen, der im Schmutz liegt; er gibt ihm einen Sitz bei den Edlen, einen Ehrenplatz weist er ihm zu.